OpenAI hat ChatGPT for Healthcare um eine direkte Anbindung an das elektronische Patientenaktensystem von Epic erweitert.
Das System von Epic verwaltet nach Unternehmensangaben Daten von mehr als 325 Millionen Patienten. Über die neue Anbindung können autorisierte Klinikerinnen und Kliniker künftig direkt innerhalb von ChatGPT oder eingebettet in bestehende Epic-Arbeitsabläufe auf Arzttermin-Notizen, Laborergebnisse, Medikationsangaben sowie fachärztliche Dokumentationen zugreifen und diese zusammenführen. OpenAI betonte dabei ausdrücklich, der Zugriff sei ausschließlich lesend gestaltet, ChatGPT könne selbst keinerlei Einträge zurück in die eigentliche Patientenakte schreiben. Das System kann zudem Veränderungen seit dem letzten Patientenbesuch nachverfolgen sowie Zusammenfassungen vor einem Termin oder eine klinische Zeitleiste erstellen. In einem begleitenden Blogbeitrag erklärte OpenAI:
Neues Plugin bündelt neun offizielle Gesundheitsdatenquellen
Ergänzend führte OpenAI das sogenannte Healthcare-Public-Data-Plugin ein, das strukturierten Zugriff auf neun offizielle Gesundheitsdatenquellen bietet, darunter ClinicalTrials.gov, die Abdeckungsdatenbank der US-Gesundheitsbehörde CMS, RxNorm, DailyMed sowie die medizinische Fachdatenbank PubMed. Ein Forschungsteam könnte damit etwa gezielt nach aktuell rekrutierenden klinischen Studien suchen und deren Teilnahmekriterien vergleichen, während ein Apothekenteam die aktuellste Packungsbeilage samt Warnhinweisen zu einem bestimmten Medikament abrufen könnte, ohne jede Quelle einzeln durchsuchen zu müssen. In einer eigenen, zweistufigen Auswertung ließ OpenAI eigenen Angaben zufolge Ärzte Hunderte ChatGPT-Antworten auf klinische Fragen anhand großer US-Gesundheitsdatensätze bewerten, wobei für jede der fünf getesteten angebundenen Datenquellen mehr als 93 Prozent der Antworten als gut oder besser eingestuft wurden.
Durch das schnellere und umfassendere Zusammenführen relevanter Informationen kann die Technologie dazu beitragen, den für die Aufbereitung von Daten benötigten Zeitaufwand zu verringern und Klinikern mehr Zeit für die eigentliche Patientenbetreuung zu verschaffen.
OpenAI
Teil einer bereits seit Januar laufenden Gesundheitsstrategie
Die Erweiterung reiht sich in eine bereits seit Anfang des Jahres verfolgte Strategie von OpenAI im Gesundheitsbereich ein. Im Januar hatte das Unternehmen zunächst die Funktion Health in ChatGPT für Verbraucher angekündigt, über die sich unter anderem Apple Health, One Medical sowie unterstützte Patientenakten von Epic und Oracle Health verknüpfen lassen, im April folgte mit ChatGPT for Clinicians eine erste, gezielt an medizinisches Fachpersonal gerichtete Version samt klinischer Suche und Unterstützung bei Überweisungsschreiben. ChatGPT for Healthcare kombiniert dabei nach Angaben von OpenAI die eigentlichen Gesundheitsfunktionen mit unternehmensüblichen Kontrollmechanismen wie rollenbasierten Zugriffsrechten, einheitlicher Anmeldung sowie Protokollierung sämtlicher Zugriffe, verfügbar für Kunden mit entsprechender Datenschutzvereinbarung.
(red)