Arbeitskräftemangel belastet US-Unternehmen

Amerikas heimische Lieferketten sind kaputt. Einer der Hauptgründe ist ein akuter Arbeitskräftemangel.

Laut US-Arbeitsministerium gibt es derzeit landesweit 5,5 Mio. mehr offene Stellen als Arbeitsuchende. Bundesstaaten, die noch Arbeitskräfte haben, werben heftig mit diesem Argument, wie “CNBC” im Rahmen der Recherche für seine neue “America’s Top States for Business”-Studie feststellt.

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“Ohios größtes Kapital sind seine Arbeitskräfte”, verkündet etwa JobsOhio, der wirtschaftliche Entwicklungsarm dieses Staates. “Sie sind gebildet, engagiert, qualifiziert und produktiv.” Das scheint den Halbleiterriesen Intel überzeugt zu haben. Außerhalb von Columbus baut das Unternehmen eine Fertigungsstätte, in die 20 Mrd. Dollar investiert werden.

Langfristiges Problem

Viele Experten glauben, dass der Arbeitskräftemangel ein langfristiges Problem der US-Wirtschaft sein wird, nicht zuletzt wegen der Demografie. “Wir sehen, dass das Bevölkerungswachstum auf dem niedrigsten Stand in der Geschichte ist”, sagt Cara Christopher, Senior Vice President für Geschäftsentwicklung bei EMSI Burning Glass , einer in Idaho ansässigen Arbeitsmarktberatungsfirma. “Arbeitgeber und Gemeinden müssen über den Tellerrand hinausschauen und wechselwillige Arbeitnehmer finden.”

Die nationalen Bemühungen um den Wiederaufbau der Lieferketten erfordern jedoch mehr als “nur” Menschen, wie es in dem Bereicht heißt. Infrastruktur sei der zweite entscheidende Schlüssel. “Wenn ein Unternehmen die Entscheidung trifft, eine halbe Mrd. Dollar oder mehr in eine neue Fertigungsstätte zu investieren, sollte die Infrastruktur in Ordnung sein”, unterstreicht Tom Stringer, Geschäftsführer der nationalen Standort-Auswahlpraxis beim Wirtschaftsprüfer BDO.

Großzügige Anreize

Viele US-Bundesstaaten locken Unternehmen mit großzügigen Anreizen, sich dort niederzulassen. So bekommt der Autohersteller Ford 500 Mio. Dollar für eine Investition in Tennessee. Zusätzlich gibt die öffentliche Hand noch fast 400 Mio. Dollar für Infrastruktur-Verbesserungen aus. Der E-Autohersteller Rivian Automotive wird staatliche und lokale Subventionen in Höhe von 1,5 Mrd. Dollar für eine neue Fabrik in Georgia erhalten.

Subventionswächter Greg LeRoy von der Non-Profit-Gruppe Good Jobs First befürchtet allerdings, dass die staatlichen Anreize insbesondere für die Elektrofahrzeugindustrie außer Kontrolle geraten sind. “Es ist ziemlich einfach für Staaten und Regierungen, sich in den Hype zu verstricken. Das Risiko besteht darin, zu viel auszugeben.”

www.pressetext.com

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