Apple-Chef warnt vor erzwungener Öffnung der iPhone-Software

Bildquelle: The Toidi / Shutterstock.com

Apple-Chef Tim Cook hat eindringlich vor einer erzwungenen Öffnung des Software-Systems auf dem iPhone gewarnt. Apple solle dazu gezwungen werden, Apps unter Umgehung des App-Stores auf das iPhone zu lassen.

Dieser Schritt werde böswilligen Akteuren die Möglichkeit geben, die umfassenden Sicherheitsvorkehrungen von Apple zu umgehen, sagte Cook am Dienstag auf der Datenschutzkonferenz der «International Association of Privacy Professionals» (IAPP) in der US-Hauptstadt Washington.

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Der Konzern-Chef wandte sich damit auch gegen das europäische Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA), auf das sich Ende März Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments geeinigt hatten.

Cook betonte, Apple sei für eine Regulierung des Datenschutzes und habe auch die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) begrüßt. «Aber wir sind zutiefst besorgt über Regelungen, die den Datenschutz und die Sicherheit im Dienste anderer Ziele untergraben würden. Hier in Washington und anderswo ergreifen die politischen Entscheidungsträger im Namen des Wettbewerbs Schritte, die Apple zwingen würden, Apps auf das iPhone zu lassen, die den App-Store durch einen Prozess namens Sideloading umgehen.»

Der Apple-CEO verwies auf die Gefährdung der Anwender auf anderen Plattformen, bei denen auch Programme außerhalb des App-Stores von Google installiert werden können. Zu Beginn der Corona-Pandemie seien Berichte aufgetaucht, bei denen Personen scheinbar legitime Covid-Tracking-Apps heruntergeladen haben, nur um dann ihre Geräte mit Erpressersoftware zu infizieren. «Diese Opfer waren keine iPhone-Benutzer, denn das System zielte direkt auf diejenigen ab, die Apps von Websites installieren konnten, die die Schutzmaßnahmen des App-Store umgehen.»

Die Befürworter des DMA sagen, auch die Öffnung der App-Marktes trage dazu bei, die Macht der großen Internetkonzerne zu begrenzen, und sorge für einen faireren Wettbewerb. Die Einigung muss noch vom Rat der EU-Staaten und dem Europaparlament bestätigt werden, was als Formsache gilt.

dpa

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