Größter Börsengang der Geschichte in Aussicht

Anthropic könnte bei Börsengang mit 2 Billionen US-Dollar bewertet werden

Börse

Investoren rechnen laut Financial Times mit einem Anthropic-Börsengang im Oktober bei einer Bewertung von mindestens 2 Billionen US-Dollar.

Rund ein halbes Dutzend Geldgeber von Anthropic äußerte sich gegenüber der Financial Times entsprechend. Die Führungsebene von Anthropic selbst habe bislang, auch in internen Gesprächen, kein konkretes Bewertungsziel für den Börsengang festgelegt, die genannten Zahlen stammen demnach von eigenen Finanzmodellen der Investoren, gestützt vor allem auf das jüngste Umsatzwachstum. Anthropic hatte im Mai bei einer Finanzierungsrunde eine Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar erreicht und im Juni vertraulich Unterlagen für einen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Als begleitende Banken werden Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan genannt.

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Investoren erwarten demnach, dass der annualisierte Umsatz von Anthropic, eine auf Basis der jüngsten Geschäftsentwicklung hochgerechnete Jahresumsatzgröße, bis Jahresende zwischen 100 und 120 Milliarden US-Dollar liegen wird, nach rund 47 Milliarden US-Dollar im Mai, mehr als eine Verzehnfachung innerhalb eines Jahres. Ein an dem Bericht beteiligter Investor erklärte gegenüber der Financial Times: „Wenn Anthropic um 800 Prozent im Jahr wächst, würde man selbst am unteren Ende erwarten, dass es zum 30-Fachen des Umsatzes gehandelt wird. Das würde das Unternehmen zu einem 3-Billionen-Dollar-Unternehmen machen.“

Mögliche Übernahme für rund 6 Milliarden US-Dollar

Zeitgleich berichteten Bloomberg und Reuters, Anthropic befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen über die Übernahme des israelischen KI-Infrastrukturunternehmens Decart für rund 6 Milliarden US-Dollar, die bislang größte denkbare Übernahme in der Unternehmensgeschichte. Decart entwickelt sogenannte World Models sowie eine als Decart Optimization Stack bezeichnete Software, mit der sich die Recheneffizienz vorhandener Chips deutlich steigern lassen soll. Nach Angaben von Bloomberg würde das Decart-Team im Falle eines Abschlusses in die für Inferenz und Leistung zuständige Organisationseinheit von Anthropic integriert. Sowohl Bloomberg als auch Reuters betonten, die Gespräche befänden sich noch in einem frühen Stadium und könnten auch scheitern.

Berichte verweisen auch auf Gegenwind

Mehrere der zitierten Berichte verweisen zugleich auf Faktoren, die den angestrebten Wert infrage stellen könnten. Das Preisniveau von Anthropics Spitzenmodell liegt nach Daten des Analyseunternehmens Artificial Analysis mehr als 2,5-mal höher als das von OpenAIs Flaggschiffmodell, während chinesische, offen zugängliche Alternativen deutlich günstiger verfügbar sind. Das Umsatzwachstum verlangsamte sich zudem im Juni, nachdem das US-Handelsministerium vorübergehend Exportkontrollen für die leistungsfähigsten Anthropic-Modelle verhängt hatte. Zusätzlich befindet sich das Unternehmen weiterhin in einem laufenden Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium, das Anthropic zuvor als Lieferkettenrisiko eingestuft hatte.

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(red)

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