Öffnet in einem neuen Tab
KI-Angebot in Europa erweitert

Alibaba Cloud nimmt Cloud-Region in Amsterdam in Betrieb

Alibaba Cloud hat seine erste Public-Cloud-Region in den Niederlanden in Betrieb genommen.

Alibaba Cloud nimmt Cloud-Region in Amsterdam in Betrieb
Bidlquelle: Poetra.RH / Shutterstock.com

Mit zwei Rechenzentren in Amsterdam baut das Unternehmen seine europäische Infrastruktur aus und schafft zusätzliche Kapazitäten für Cloud-Anwendungen und KI-Dienste mit lokaler Datenverarbeitung.

Amsterdam wird vierter europäischer Cloud-Standort

Die Eröffnung wurde im Rahmen der ersten internationalen Apsara Conference in Amsterdam bekannt gegeben. Neben den bestehenden Regionen in Frankfurt, London und Paris ist Amsterdam nun der vierte europäische Standort von Alibaba Cloud.

Die neue Infrastruktur soll Unternehmen vor allem bei der Entwicklung cloud-nativer Anwendungen und beim Einsatz von KI unterstützen. Die lokale Bereitstellung ermöglicht geringere Latenzzeiten, eine verbesserte Ausfallsicherheit und kürzere Wiederherstellungszeiten nach IT-Störungen. Zudem können Unternehmen ihre Daten innerhalb der Niederlande beziehungsweise Europas speichern und verarbeiten.

Zum Leistungsangebot gehören unter anderem Rechen- und Speicherressourcen, Container-Technologien, Netzwerkdienste, Datenbanken, Big-Data-Anwendungen und Sicherheitslösungen.

Anzeige

Neue Plattformen für den Einsatz von KI-Agenten

Neben klassischen Cloud-Diensten will Alibaba Cloud sein Angebot für agentenbasierte KI erweitern. Geplant sind mehrere Lösungen, die Unternehmen bei der Entwicklung, Absicherung und Verwaltung von KI-Agenten unterstützen sollen.

Dazu zählt die ACS Agent Sandbox, die eine hardwarebasierte Sicherheitsisolierung ermöglicht. Das Agent Security Center soll den Schutz von KI-Agenten zentralisieren. AI Security Guardrails 2.0 dient der Erkennung von Sicherheitsrisiken entlang verschiedener Prozessschritte. Ergänzt wird das Angebot durch Agentic SOC für KI-gestützte Sicherheitsoperationen und die Plattform STAROps für den intelligenten IT-Betrieb.

Die verschiedenen Komponenten sollen Unternehmen dabei helfen, KI-Agenten nicht nur zu entwickeln, sondern auch deren Betrieb und Sicherheit über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu verwalten.

Apsara Stack erweitert Hybrid-Cloud-Angebot

Auf der Konferenz präsentierte Alibaba Cloud außerdem eine neue Generation seiner Hybrid-Cloud-Plattform Apsara Stack. Sie basiert auf der Architektur der Public Cloud und richtet sich insbesondere an Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit umfangreichen KI-Anforderungen.

Die Plattform umfasst mehr als 80 Cloud- und KI-Produkte. Durch KI-gestützte Betriebs- und Wartungsprozesse soll eine operative Genauigkeit von 92,5 Prozent erreicht werden. Der Automatisierungsgrad liegt nach Unternehmensangaben bei 70 Prozent.

Apsara Stack ermöglicht die Bereitstellung von Cloud-Funktionen in lokalen IT-Umgebungen. Damit können beispielsweise Finanzdienstleister, Telekommunikationsunternehmen und Behörden ihre Daten und IT-Ressourcen stärker unter eigener Kontrolle halten und zugleich von skalierbaren Cloud-Diensten profitieren. Sicherheitsfunktionen und Möglichkeiten zur Notfallwiederherstellung ergänzen das Angebot.

Anzeige

Europäische Unternehmen setzen auf Alibaba-KI

Auch die Zusammenarbeit mit europäischen Technologieunternehmen baut Alibaba Cloud aus. Mehrere Anbieter nutzen bereits die KI-Modelle des Unternehmens oder prüfen deren Integration in bestehende Produkte.

Der Softwareentwickler JetBrains untersucht beispielsweise den Einsatz von Qwen-Modellen in seinem KI-Coding-Assistenten Junie. Die niederländische Plattform Orq.ai hat die Modelle in ihr Portfolio aufgenommen. Das Amsterdamer Unternehmen Monks integriert generative KI von Alibaba in seine Marketingplattform Monks.Flow. Auch die Kreativplattform Magnific und der Design-Marktplatz Idea.ai greifen auf die Modelle zurück.

Weitere Investitionen in europäische Infrastruktur geplant

Der Ausbau in Amsterdam ist Teil der angekündigten Investitionen von Alibaba in Höhe von 53 Milliarden US-Dollar in KI- und Cloud-Infrastruktur. Weltweit betreibt Alibaba Cloud damit nach eigenen Angaben 109 Verfügbarkeitszonen in 32 Regionen.

Weitere europäische Standorte sind bereits geplant: In Finnland sollen erstmals Cloud-Regionen entstehen. Außerdem will das Unternehmen innerhalb der kommenden zwölf Monate seine Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland und Frankreich erweitern.

Damit setzt Alibaba Cloud verstärkt auf regionale Infrastruktur, um europäische Unternehmen mit Cloud- und KI-Diensten zu versorgen und Anforderungen an Datenverarbeitung und lokale Speicherung besser abzudecken.

(red/Alibaba Cloud)

Anzeige