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Weihnachten steht vor der Tür, die letzten Dezembertage sind gezählt und 2021 neigt sich dem Ende zu. Auch dieses Jahr versuchten sich Telefon-Betrüger mit neuen Spamtricks oder griffen auf altbewährte Taktiken zurück.

Welches neue Vorgehen aus den USA nach Deutschland kommen könnte und welcher Telefon-Trick nie alt wird, verrät Spam-Schutz-Experte Thomas Wrobel von Clever Dialer.
 

Neu aus den USA: Apple und Amazon-Imitatoren fordern Rücküberweisung   

Für den spontanen Geschenkkauf oder entspannt nach Deko-Artikel stöbern – auf Amazon ist für jeden Anlass etwas dabei. So schnell wie der Online-Einkauf abgewickelt wird, führen auch die vermeintlichen Amazon-Mitarbeiter in den USA Gutgläubige hinters Licht.

Spam-Anruf-Betroffene werden telefonisch auf einen nicht autorisierten Einkauf bei Amazon hingewiesen und eine Rückerstattung angeboten. Angeblich fiel die Rückerstattungssumme zu hoch aus und der Angerufene wird aufgefordert, die Differenz zu begleichen. Ein Amazon-Imitator hat sogar einmal um Hilfe gebeten, da ihm eine Kündigung drohe, sollte das Geld nicht beglichen werden. Ähnlich verhält es sich bei mysteriösen Apple-Angestellten, die den Leuten von einem kompromittierten iCloud-Konto oder einem kostenlosen iPad-Gewinn erzählen und im nächsten Schritt versuchen, Zugang zu den Konten der Betroffenen zu erlangen. Bislang probierten es in Deutschland die Spam-Anrufer oft als Microsoft-Mitarbeiter, es ist aber davon auszugehen, dass die Betrüger sich nun auch hierzulande als Apple- oder Amazon-Mitarbeiter ausgeben.

Tipp: Seien Sie skeptisch, denn Apple-, Amazon- und Microsoft brauchen keine Kaltakquise per Telefon. Verweisen Sie auf E-Mail oder Post und geben Sie keine persönlichen Informationen preis, wie z.B. die eigene Adresse, die ein Anrufer ja besitzen müsste. 


Polizei, dein Freund und Helfer? Nicht bei diesen BKA-Anrufen  

Das Telefon klingelt und eine Computerstimme meldet sich – ein Mitarbeiter des Bundeskriminalamts ist dran. „Ihre Ausweisdokumente wurden in einem Verbrechen benutzt. Melden Sie sich bei folgender Nummer“. Da fragen sich Angerufene: „Hat sich irgendjemand an meinem Ausweis vergriffen?“, „Nutzt ein Krimineller meinen Namen?“ – Der erste Schrecken ist überwunden und schnell wird klar: Es handelt sich um einen Spam-Anruf der ganz üblen Sorte. Telefon-Betrüger nutzen den Schockmoment und die Seriosität des BKAs der Angerufenen und probieren auf diesem Weg, Verbraucher zu täuschen.

Tipp: Um sicherzugehen, sollten Betroffene einen Rückruf bei dieser vermeintlich seriösen Stelle in die Wege leiten. Daher sollte hier die Dienststelle erfragt und die Anrufnummer über die Apps der Verzeichnisdienste wie „Das Telefonbuch“ oder „Das Örtliche“ gründlich geprüft werden.
 

Der klassische Enkeltrick: Ja, er lebt noch! 

Der sogenannte Enkeltrick, bei dem betagtere und leichtgläubige Senioren ausgetrickst werden, gilt als einer der bekanntesten Spam-Fallen. Dabei werden oft die Betroffenen aufgefordert, eine hohe Geldsumme zu überweisen mit der Begründung, dass sich ihre Enkel in Schwierigkeiten befinden. Auch Mietkosten oder notwendige Anschaffungen sind vielgenannte Gründe für eine Finanzspritze. Der Erfolg des Enkeltricks münzt sich dabei auf der Gutgläubigkeit der Senioren und endet im schlimmsten Fall im Datenklau oder Vermögensverlust. Auch im Jahr 2021 zählte der Trick zu den häufigsten Maschen.

Tipp: Stellen Sie präzise Nachfragen, die nur Ihr Enkel beantworten kann und nennen Sie keine Adress- oder Kontodaten, egal wie dramatisch die Situation zu sein scheint.      
 

Betrugsmasche Verkauf: Spam-Anrufer setzen auf Bitcoinfalle    

Telefon-Betrüger versuchen – oftmals auch mit ausländischen Telefonnummern – Verbrauchern Bitcoins anzudrehen und gaukeln eine Online-Registrierung vor. Spam-Geplagte beschweren sich insbesondere über das aggressive und penetrante Vorgehen der Anrufer.
 

Tipp: Lassen Sie sich auf keine unerwarteten Bank- oder Geldgeschäfte per Telefon ein. Suchen Sie hierfür ihren persönlichen Bankberater auf oder nutzen Sie die seriösen Apps der jeweiligen Anbieter. 
 

Vorsicht vor +44: Telefon-Spammer tricksen mit Auslandsanrufen  

Um eine Rückverfolgung zu vermeiden und möglichst unbekannt zu bleiben, nutzen Spam-Anrufer ausländische Telefonnummern und rufen Verbraucher mit verschiedensten Vorwahlen an. Der Spitzenreiter für ausländische Anrufe 2021 steht fest: Das Vereinigte Königreich (+44) ist die Nummer eins der ausländischen Spam-Anrufe und löst damit Österreich (+43) als Tabellenführer aus 2020 ab. Doch auch mit Anrufen aus der Schweiz (+41), den USA (+1) und Italien (+39) versuchten die Betrüger ihr Glück. Bei diesen Vorwahlen ist also Vorsicht geboten.

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