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China

Mit der voranschreitenden Digitalisierung weltweit fällt immer häufiger auch der Begriff der künstlichen Intelligenz (KI). Oft werden bei diesem Thema Vergleiche zwischen einzelnen Ländern gezogen, denn im Cyberbereich gibt es noch große nationale Unterschiede.

Letzte Woche erst sagte der ehemalige Cyber-Chef des Pentagons, dass China der USA im Bereich KI weit überlegen sei. Schuld sei laut ihm vor allem, dass US-Unternehmen wie Google sich weigerten, mit der Regierung im Bereich KI zusammenzuarbeiten. Er wies darauf hin, dass in China die Unternehmen mit Peking eng kooperierten und „massive Investitionen" in die KI getätigt würden. Solche und ähnliche Aussagen werfen einmal mehr die Frage auf, wie es um den Stand der IT-Sicherheit, der Cyberfähigkeiten sowie der KI in China im Vergleich zu den USA und auch der EU bestellt ist.

Die Bedeutung von KI

Chinas Präsident Xi hat keinen Zweifel an den Absichten des Landes gelassen. Im Juni 2017 veröffentlichte die Volksrepublik China einen ehrgeizigen Plan, der darauf abzielt, die KI-Entwicklung des Landes bis 2025 auf 59 Milliarden Dollar zu steigern und zum weltweiten Führer in diesem Bereich zu werden. Das Ziel ist also klar – ebenso wie die Konkurrenten und potenziellen Gegner: die Vereinigten Staaten, die EU, Google und Microsoft.

Auch Russland misst der KI eine große Bedeutung bei. Präsident Wladimir Putin prophezeite einst: Wer in diesem Bereich die Führung übernimmt, wird Herrscher der Welt." Folgt man dieser Logik, erscheint es nicht verwunderlich, dass sowohl Russland als auch China diese Rolle gerne für sich beanspruchen würden und einen dementsprechend großen Wert auf Fortschritte und Investitionen in die KI legen.

Ein Ignorieren der Fortschritte Chinas im Cyberbereich kann enorme Auswirkungen auf den allgemeinen Stand der Cybersicherheit in der Welt haben. Die USA und die EU sollten einen klaren Aufruf an ihre jeweiligen Regierungen richten, mehr in künstliche Intelligenz zu investieren, um Chinas Aufstieg zu bremsen und selbst nicht zurückzufallen. Sollte dies nicht geschehen, wird es immer mehr zu einem Ungleichgewicht zwischen konkurrierenden Nationen kommen, was auf lange Sicht zu schwerwiegenden Folgen führen könnte.

Morgan Wright, Chief Security Advisor
Morgan Wright
Chief Security Advisor, SentinelOne

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