Anzeige

DSGVO

Die Datenschutzbeauftragten in Deutschland fordern die nächste Bundesregierung auf, den Schutz von personenbezogen Daten endlich als Chance zu begreifen und die bisher ungenutzten Potenziale für eine erfolgreiche Digitalisierung zu nutzen. Dazu bedarf es einer bürokratischen Entlastung der Unternehmen und einer stärkeren Rolle der betrieblichen Datenschutzbeauftragten sowie einheitlicher Rechtsauslegung der Datenschutzaufsichten.

„Deutschland braucht Digitalisierung. Datenschutz und Datensicherheit sind Innovationsfaktoren für eine nachhaltige Digitalisierung. Wir fordern die Politik deshalb auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, die informationelle Selbststimmung mitdenken und Innovationsfreude fördern“, sagt Thomas Spaeing, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbands der Datenschutzbeauftragten (BvD) e.V. Der Verband legt dazu ein Fünf-Punkte-Papier vor.

Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten sieht nach der Bundestagswahl die Möglichkeit für einen politischen Neustart im Bereich der dringend notwendigen Digitalisierung von Prozessen in Wirtschaft und Verwaltung. Grundlage dafür sind laut Verbandsvorstand Thomas Spaeing ein Paradigmenwechsel bei der Bewertung des Datenschutzes sowie ein Nachsteuern bei der Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Zuge der weiter andauernden Evaluierung des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG).


Unternehmen sind überfordert

Im heute vorgestellten Positionspapier skizziert der BvD eine stärkere Rolle des Datenschutzbeauftragten für die Unternehmen. Zwar seien viele Unternehmen verpflichtet, einen Datenschutzbeauftragten zu benennen bzw. tun dies freiwillig, jedoch sehen die gesetzlichen Rahmenbedingungen lediglich eine beratende und überwachende Funktion vor. „In der Praxis erleben wir hier eine Überforderungssituation der Unternehmen, wenn sie zwar einen Datenschutzbeauftragten haben, aber dieser nur eingeschränkt tätig werden kann. Das ist kontraproduktiv und schadet der Akzeptanz“, so Spaeing. Mit einfachen Änderungen in BDSG und DSGVO wird die Benennung eines DSB noch wertvoller für Unternehmen. Hierfür sind Anpassungen beispielsweise beim Führen des Verzeichnisses der Verarbeitungstätigkeiten, eine Anpassung der Meldepflichten gegenüber den Datenschutz-Aufsichtsbehörden sowie Änderungen bei der Zuständigkeit für die Datenschutz-Folgenabschätzung konkrete und praxisnahe Optionen.

Des Weiteren könnte die positive Arbeit einzelner Datenschutzaufsichten in den Bundesländern noch verbessert werden. Beispielsweise indem die Datenschutzkonferenz (DSK) verbindliche Entscheidungen treffen kann und somit eine einheitliche Bewertung der datenschutzrechtlichen Vorgaben gewährleistet wird. „Unterschiedliche Auslegungen in 16 Bundesländern sind weder sinnvoll noch zielführend. Die Unternehmen und Betriebe benötigen eine nachvollziehbare und einheitliche Anwendung der Datenschutzgesetze. Dies wäre durch neue Kohärenzverfahren und verbindliche Entscheidungen der Datenschutzkonferenz möglich“, heißt es dazu in dem Papier.

www.bvdnet.de


Weitere Artikel

E-Rechnung

Elektronische Rechnungen kommen zunehmend besser an

Die elektronische Rechnung kommt in Deutschland immer schneller voran. Inzwischen versenden 4 von 10 Unternehmen (43 Prozent) E-Rechnungen. Vor einem Jahr lag der Anteil erst bei rund einem Drittel (3o Prozent), vor drei Jahren war es nur jedes Fünfte (19…
Social Media

Social Media: Nur eine Minderheit folgt Politiker-Accounts

Auf den Social-Media-Accounts von einiger Politikerinnen und Politikern werden sich demnächst wohl direkte Eindrücke aus Sondierungsrunden oder Koalitionsverhandlungen im Bund und einigen Ländern finden. Doch die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger…
Akquisition

Dynatrace übernimmt SpectX

Das Software-Intelligence-Unternehmen Dynatrace hat die Übernahme des High-Speed-Parsing- und Query-Analytics-Unternehmens SpectX abgeschlossen und bettet künftig die SpectX-Technologie in die eigene Software-Intelligence-Plattform mit ein.
Online-Beratung

Online-Beratung bei Finanzierungsanbietern mit Schwächen

Die Möglichkeiten der Online-Beratung werden von den Finanzierungsanbietern nicht ausgeschöpft. Statt auf individuelle Bedürfnisse der Immobilienkäufer einzugehen, setzen die Baufinanzierer vornehmlich auf Terminvereinbarungen und eine Konditionsermittlung…
it-sa 2021

it-sa 2021 vom 12. bis 14. Oktober in Nürnberg

Auf 52,5 Mrd. Euro schätzt das Institut der deutschen Wirtschaft die finanziellen Schäden, die im letzten Jahr durch Hackerangriffe auf Mitarbeiter im Homeoffice entstanden. Als Fachmesse für IT-Sicherheit widmet sich die it-sa vom 12. bis 14. Oktober der…
Videocall

Ärger um Vergabe von Videosystem geht in nächste Runde

Im juristischen Streit über die Vergabe eines Auftrags für ein landesweites Videokonferenzsystems an Hessens Schulen wehrt sich das Land gegen eine Entscheidung der Vergabekammer. Nach den Worten eines Sprechers des Kultusministeriums in Wiesbaden wurde…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.