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Im August 2020 gab das Bundesministerium des Innern den Startschuss für die Cyberagentur des Bundes als „wichtiger Schritt zu größerer Technologie-Souveränität“. Der offizielle Titel der Cyberagentur lässt große Hoffnungen auf eine erhöhte digitale Souveränität in der Bundesrepublik zu: „Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH“.

Derzeit läuft die Gründungsphase der Cyberagentur, wobei die Geschäftsführung bereits bestellt und ein Interimsstandort in Halle, Sachsen-Anhalt, eingerichtet ist.

Im Wesentlichen soll die Bundes-Cyberagentur zwei Aufgaben verfolgen: Die digitale Souveränität der Bundesrepublik soll gestärkt und innovative IT-Security-Technologien gefördert werden. Die Cyberagentur tritt für optimierte Cybersicherheit ein und möchte sich um die Belange von Wirtschaftsunternehmen, Verwaltungen und Behörden, aber auch von Bürgern kümmern. Dazu soll identifiziert werden, mit welchen neuen und innovativen Technologien diese Ziele erreicht werden können. Parallel zur Förderung derartiger Technologien soll die Cyberagentur auch in der Lage sein, eigene Aufträge für die Entwickelung neuer Sicherheitslösungen zu vergeben. Die neue Instanz soll darüber hinaus Anlaufstelle für diverse Bundesprogramme werden.

„Grundsätzlich klingt die Idee gut: Eine Cyberagentur, die innovative Cybersicherheit fördert, ist im digitalen Zeitalter sicherlich eine großartige Investition in die Zukunft und Zukunftsfähigkeit. Dass die Bundesrepublik ihre digitale Souveränität fördern möchte, dass dieser Bedarf überhaupt erkannt wurde, ist definitiv als positiv zu bewerten“, meint Patrycja Schrenk, IT-Sicherheitsexpertin und Geschäftsführerin der PSW GROUP. Dennoch übt sie Kritik: „Tatsächlich gibt es bereits diverse Behörden, die sich ähnliche Ziele auf die Agenda gesetzt haben: Die Bundeswehr unterhält einen Cyber Innovation Hub, die Universität der Bundeswehr forscht im Institut Cyber Defense, das Forschungsministerium finanziert diverse Kompetenzzentren für IT-Sicherheitsforschung und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gibt laufende Empfehlungen für Cybersicherheit, die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich möchte nach eigenen Aussagen Unterstützung und Expertise für Sicherheitsbehörden sein und mit dem Bund als Gesellschafter gibt es auch noch die Agentur für Sprunginnovation mit dem Ziel, disruptive Technologien zu fördern.“

Noch ist die Cyberagentur in der Gründungsphase und es kann noch gelingen, sich durch eine effiziente Umsetzung der ambitionierten Ziele der Cyberagentur von anderen Behörden deutlich abzugrenzen. „Wünschenswert wäre es jedoch, wenn die eben aufgezählten und weitere Behörden, die etwas mit „Cyber“ zu tun haben, einmal zusammenfinden, um Kompetenzen abzugrenzen. In der Folge könnte man mit einem einheitlichen Vorgehen gemeinsam dafür sorgen, dass die Bundesrepublik an digitaler Souveränität gewinnt“, so Patrycja Schrenk.

www.psw-consulting.de
 


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