Anzeige

Twitter

Quelle: Bloomicon / Shutterstock.com

Ein internationales Forscher-Team hat einen Ansatz entwickelt, wie Unternehmen den Markenruf langfristig in Echtzeit verfolgen können - nämlich einfach per Analyse von Social-Media-Kommentaren. Als Konzeptdemonstration hat das Team ein Tool entwickelt, das dazu speziell Twitter nutzt.

Wie die Forscher in einer Studie im "Journal of Marketing" darlegen, konnten sie damit den Ruf 100 großer Marken gut einschätzen. Das könnte nicht nur Großunternehmen zugute kommen.

Twitter-Analyse statt Datenberge

Eine traditionelle Einschätzung des Markenrufs erfordert ein Durchforsten von Konzerndatenbergen oder regelmäßige Befragungen tausender Konsumenten. Das bleibt in der Regel großen Unternehmen vorbehalten - und könnte dank sozialen Medien künftig entfallen. "Wir haben den sogenannten 'Brand Reputation Tracker' entwickelt, der Social-Media-Text auf Twitter auswertet und uns mithilfe elf verschiedener Maße ein tiefgehendes Verständnis liefert, was Nutzer von einzelnen Marken halten", sagt Bill Rand, Marketing-Professor an der North Carolina State University und einer der Erstautoren der Studie.

Der Brand Reputation Tracker basiert auf dem Modell Rust-Zeithaml-Lemon. Er misst Faktoren wie "Coolness", "Social Responsibility" und "Vertrauenswürdigkeit" und kombiniert diese zu drei Werten. Der sogenannte Werttreiber zeigt dabei, wie gut Stakeholder den Wert einer Marke finden, der sogenannte Beziehungstreiber, wie stark sie sich mit der Marke identifizieren. Der Markentreiber letztlich bildet Dinge wie Stil und Beliebtheit ab. "Die Textauswertung liefert einen numerischen Wert für jeden Faktor und die drei Werte", so Rand. Da Social Media schnelllebig ist, bilden Veränderungen der Werte auch sehr kurzfristige Trends ab.

Sehr breit anwendbares Konzept

Um zu zeigen, wie und dass das funktioniert, haben die Forscher 100 bekannte Marken betrachtet. Das hat beispielsweise ergeben, dass sich für börsennotierte Marken Veränderungen in Wert-, Beziehungs- und Markentreiber im Aktienkurs widerspiegeln. "Ein möglicher nächster Schritt ist, den Datensatz der von uns betrachteten Marken erheblich zu erweitern, um ein umfassenderes Verständnis der Markenlandschaft zu erhalten", meint Rand.

Der Ansatz könne freilich auch genutzt werden, um Marken eines bestimmten Sektors zu vergleichen. Denkbar wäre zudem, das Tool abzuändern, um bestimmte Aspekte von Marken zu betrachten, beispielsweise, ob diese als "grün" oder "nachhaltig" gelten. Jedenfalls aber sei der Ansatz viel zugänglicher für den Mittelstand als bisherige Methoden zur Bewertung des Markenrufs, so Rand. Denn im Prinzip sei nur ein passendes Tool zu entwickeln, das dann aus öffentlichen Daten auf Twitter verwertbare Informationen extrahiert.

www.pressetext.com


Artikel zu diesem Thema

Twitter
Feb 11, 2021

Konkurrenz für App Clubhouse: Twitter macht Tempo

Die aufstrebende Audio-App Clubhouse bekommt Konkurrenz von Twitter: Der…

Weitere Artikel

E-Mobility

E-Mobilität: Lithium-Schwefel-Akkus mit Zucker verbessert

Forscher der Monash University haben es geschafft, mit der Zugabe eines Löffels Zucker die positive Elektrode einer Lithium-Schwefel-Batterie zu stabilisieren.
Vodafone

Datenschutzverletzungen: Vodafone drohen bis zu 460 Mio. Euro Strafe

Wegen mutmaßlicher Betrugsfälle und Datenschutzverletzungen in Partneragenturen droht dem Telekommunikationsriesen Vodafone ein hohes Bußgeld in bis zu dreistelliger Millionenhöhe, wie der "Spiegel" vorab berichtet. Der Strafrahmen liegt im Maximalfall bei…
Email

E-Mail-Bedrohungen nehmen zu

Zix Corporation (Zix), Anbieter von Cloud-Lösungen für E-Mail-Sicherheit, Produktivität und Compliance, veröffentlicht seinen Mid-Year 2021 Global Threat Report zu weltweiten Bedrohungen.
Telegram

Telegram boomt bei Hackern

"In letzter Zeit haben wir einen Anstieg der Telegram-Nutzung durch Cyber-Kriminelle um mehr als 100 Prozent beobachtet", sagt Tal Samra, Anaylst beim Cyber-Intelligence-Unternehmen Cyberint, gegenüber der "Financial Times".
Podcast

Boom hält weiter an: 4 von 10 Deutschen hören Podcasts

Der Podcast-Boom in Deutschland steigt auf ein neues Rekordniveau: Fast 4 von 10 Menschen in Deutschland (38 Prozent) hören Podcasts – also regelmäßige Video- oder Audiobeiträge, die über das Internet verfügbar sind und abonniert werden können – zumindest…
Home Office

Homeoffice-Angebot in Stellenanzeigen hat sich verdreifacht

Der Anteil von Online-Stellenanzeigen mit Option auf Homeoffice ist bis März 2021 auf 12 Prozent gestiegen und hat sich damit seit 2019 mehr als verdreifacht. Das geht aus einer Auswertung von 35 Millionen Stellenanzeigen durch das ifo-Institut und die…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.