Anzeige

Die US-Regierung steht nach eigenen Angaben noch am Anfang bei der Aufarbeitung des groß angelegten Hackerangriffs auf amerikanische Regierungseinrichtungen und Firmen, hinter dem US-Sicherheitsbehörden Russland vermuten.

«Wir sind im Anfangsstadium, das ganze Ausmaß zu verstehen», sagte Anne Neuberger vom Nationalen Sicherheitsrat am Mittwoch im Weißen Haus in Washington. Sie rechne damit, dass es noch «einige Monate» dauern werde, bis die Untersuchung abgeschlossen sei.

Im Dezember war bekannt geworden, dass die US-Regierung zum Ziel eines groß angelegten Hackerangriffs geworden ist. Die Hacker waren in die Systeme verschiedener Ministerien, Bundesbehörden, aber auch Unternehmen eingedrungen. Die Angreifer hatten sich Zugang zu den Netzen über vielerorts genutzte Wartungssoftware der Firma SolarWinds verschafft und waren über Monate unentdeckt geblieben. Damit ist der Fall ein peinlicher Rückschlag für amerikanische Sicherheitsdienste.

Neuberger sagte, man arbeite daran, die Cyberattacke Stück für Stück nachzuvollziehen, die Angreifer zu finden und aus den Systemen zu entfernen. Die Hacker seien extrem versiert vorgegangen. Vermutlich stecke Russland dahinter. Bis die Urheberschaft abschließend geklärt sei, bleibe man bei dieser Formulierung.

Nach jetzigem Stand seien die Hacker in die Systeme von neun Regierungsstellen und etwa 100 Firmen eingedrungen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass es weitere Betroffene gebe, insbesondere unter Technologie-Firmen. Parallel zur Untersuchung der Cyberattacke arbeite die Regierung daran, Sicherheitslücken zu schließen. Dazu würden bald konkrete Schritte angekündigt.

Außerdem liefen bereits Gespräche über eine Antwort auf die Attacke. Neuberger betonte, dies sei nicht die erste Cyberattacke russischer Angreifer auf die USA oder Verbündete. Bei der Wahl der Gegenmaßnahmen würden diese Aktionen ganzheitlich betrachtet.

Die US-Behörde für Cyber- und Infrastruktursicherheit (Cisa) hatte den Hackerangriff im Dezember als «ernste Gefahr» für die Bundesregierung, für Regierungen von Bundesstaaten und Kommunen, für die kritische Infrastruktur und für Organisationen des Privatsektors eingestuft, und erklärt, die Attacke dauere mindestens seit März an. US-Sicherheitsdienste bezeichneten Russland bereits zuvor als mutmaßlichen Urheber und sprachen von einem «fortlaufenden» Angriff.

dpa


Artikel zu diesem Thema

Hacker
Dez 18, 2020

Cyberangriff auf US-Regierung ist ernste Gefahr

Die US-Behörde für Cyber- und Infrastruktursicherheit (Cisa) stuft den jüngsten…

Weitere Artikel

Technologie

Die Hälfte der Business-Technologen stellt Lösungen für außerhalb der eigenen Abteilung bereit

Laut dem Research- und Beratungsunternehmen Gartner entwickelt die Hälfte aller Business-Technologen Lösungen für Benutzer außerhalb ihrer eigenen Abteilung und/oder ihres Unternehmens.
Bechtle

Bechtle veröffentlicht Nachhaltigkeitsstrategie 2030

Die Bechtle AG hat die Nachhaltigkeitsstrategie 2030 vorgestellt. Das IT-Unternehmen mit Hauptsitz in Neckarsulm und Standorten in 14 Ländern Europas verbindet darin ökonomische, ökologische sowie soziale Aspekte und vereint strategische Ziele mit konkreten…
Corona Warn App

Corona-Warn-App: Neue Version bereit für Booster-Impfung

Die Corona-Warn-App des Bundes ist in der neuen Version in der Lage, die Nutzer schnell über eventuell anstehende Auffrischungsimpfungen zu informieren. Damit passt das Projektteam aus Robert Koch-Institut, SAP und Deutscher Telekom die App weiterhin an das…
Smartphone Sicherheitslücke

Huawei und Xiaomi betroffen: Sicherheitslücken in 5G-Handys

Litauens Regierung hat vor Sicherheitslücken und eingebauten Zensurfunktionen in chinesischen Mobiltelefonen gewarnt. Nach Angaben des staatlichen Zentrums für Cybersicherheit in Vilnius sind bei einer Untersuchung von drei 5G-Smartphones der Hersteller…
Zoom

US-Regierung untersucht Zooms Pläne für Milliarden-Zukauf

Die Pläne von Zoom, sich mit einer Milliarden-Übernahme im Call-Center-Geschäft zu etablieren, werden von der US-Regierung einer intensiven Prüfung unterzogen. Ein spezielles Gremium unter Führung des Justizministerium untersucht, ob der Deal Risiken für die…
Cyberangriff

Zahl automatisierter Cyberangriffe steigt

In der Softwarebranche ist die Automatisierung von Fabriken und Büros seit Jahren ein Hauptthema. Auch Online-Kriminelle haben nach der Analyse eines britischen Konzerns die Vorteile der Automatisierung entdeckt.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.