Anzeige

Cyber Attacke

Die IT-Sicherheitsfirma FireEye, die unter anderem US-Behörden oft bei Cyberattacken einschalten, ist selbst Ziel von Hackern geworden. Dabei sei auch Angriffssoftware gestohlen worden, mit der FireEye üblicherweise die Abwehrsysteme seiner Kunden teste, gab das Unternehmen am Dienstag bekannt.

Es sei noch unklar, ob diese Werkzeuge für Hackerangriffe eingesetzt werden sollen. Bisher habe FireEye keine Hinweise darauf gesehen. Man habe aber Gegenmittel entwickelt, die davor schützen sollen.

Außerdem hätten sich die Angreifer insbesondere für Informationen über Regierungskunden des Unternehmens interessiert, schrieb FireEye-Chef Kevin Mandia in einem Blogeintrag. Es sehe bisher nicht danach aus, als hätten sie Kundendaten aus den Speichersystemen abrufen können.

FireEye gehe davon aus, dass im staatlichen Auftrag agierende Hacker hinter der Attacke stecken, betonte Mandia. Darauf wiesen unter anderem die technischen Fähigkeiten und die Disziplin der Angreifer hin. FireEye habe die Bundespolizei FBI eingeschaltet. Die Aktie der Firma verlor im nachbörslichen Handel gut sieben Prozent.

Das «Wall Street Journal» berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, als wahrscheinliche Täter würden aktuell Hacker aus dem Umfeld des russischen Geheimdienstes gesehen. Es könne eine der Gruppen sein, die im US-Wahlkampf 2016 E-Mails der Demokratischen Partei gestohlen habe. Die Veröffentlichung der Mails hatte damals Donald Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton geschadet.

Den Ermittlern zufolge setzten die Hacker eine ungewöhnliche Kombination von Angriffswerkzeugen ein, von denen einige noch gar in Erscheinung getreten seien. «Es war der Schuss eines Scharfschützen, der durchkam», zitierte die Zeitung einen an der Untersuchung Beteiligten. «Die Angreifer haben ihre Fähigkeiten der Weltklasse speziell zugeschnitten, um FireEye zu attackieren», schrieb Mandia.

Die gestohlene FireEye-Software habe keine Angriffsszenarien für sogenannte «Zero-Day»-Schwachstellen enthalten, versicherte er. So werden Sicherheitslücken genannt, die noch nicht allgemein bekannt sind. Deshalb stehen sie für den Entdecker weit offen und sind besonders gefährlich.

Die Experten von FireEye werden bei besonders großen oder schwerwiegenden Cyberattacken zur Hilfe gerufen. Das war zum Beispiel der Fall bei dem Angriff auf Sony Pictures Ende 2014, der das gesamte Computer-System des Hollywood-Studios lahmlegte.

dpa


Artikel zu diesem Thema

Code Open Source
Dez 06, 2020

IT-Sicherheit in Finanzhäusern - Mit Open Source gegen Hacker

Ungefähr 320.000 neue Schadprogramm-Varianten werden täglich in Umlauf gebracht. Diese…
Cyberattacke
Nov 26, 2020

Weitere Verdopplung der Cyberattacken im dritten Quartal

Im dritten Quartal des Jahres mussten die Cyber-Defense-Spezialisten aus Bochum fast…

Weitere Artikel

Cyberattack

Schul-Cloud des HPI durch Cyberangriffe lahmgelegt

Die Lernplattform Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Institus (HPI) ist mit Cyberangriffen lahmgelegt worden.
Hacker

Die Schweizerische Post startet öffentliches Bug-Bounty-Programm mit YesWeHack

YesWeHack, Europas Crowdsourced-Security-Plattform, verkündet den Start eines öffentlichen Bug-Bounty-Programms für die Schweizerische Post.
B2B

Wie lassen sich B2B-Webshops an ERP-Systeme anbinden?

Der E-Commerce ist im B2B-Bereich nicht mehr wegzudenken, hat er doch gerade im letzten Jahr, durch den Corona-bedingten Digitalisierungsschub, enormen Aufschwung erfahren.
Security Lock

Bundeswirtschaftsministerium: TISiM stärkt sichere Digitalisierung in Mittelstand und Handwerk

TISiM – die Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand gibt nach erfolgreicher Pilot-Phase, den Launch des Sec-O-Mats bekannt. Das Tool bündelt Handlungsempfehlungen aus einem breiten Spektrum an bestehenden Initiativen und Angeboten für kleine und mittlere…
Google Earth

Google Earth-Update - Timelapse zeigt Umweltveränderungen

Seit nunmehr als 15 Jahren können Nutzerinnen und Nutzer mit Google Earth auf virtuelle Weltreisen gehen und unseren Planeten aus unzähligen Perspektiven betrachten.
Amazon Prime

Amazon Prime knackt 200 Millionen Marke

Amazon hat die Marke von 200 Millionen Kunden in seinem Abo-Dienst Prime geknackt.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.