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Darknet

Nur 6,7 Prozent der Nutzer des Tor-Browsers für das Darknet betreiben dort kriminelle Aktivitäten. Die meisten User, die anonym bleiben wollen, sind keine Cybergangster, sondern suchen nach gewöhnlichen Inhalten.

Dabei stammt ein Großteil der potenziell straffälligen Darknet-Besucher aus demokratischen Ländern, wo sie das Netz eigentlich relativ frei nutzen können. Das zeigt eine Studie der Virginia Tech.

User weniger durchsichtig

"Viele Menschen sind vor allem neugierig und wollen wissen, was es im Darknet zu sehen gibt. Vor allem aber fühlen sich Nutzer oft nicht wohl dabei, im gewöhnlichen Netz komplett durchsichtig zu sein und bei jedem Vorgang von Cookies verfolgt zu werden. Zwar scheinen sich User besonders in demokratischen Gesellschaften vor Überwachung zu fürchten, jedoch zeigt sich immer wieder, dass viele ihre Länder nicht als frei wahrnehmen", erläutert Medienpsychologe Jo Groebel vom Deutschen Digital Institut gegenüber pressetext.

Die Virginia-Tech-Forscher haben Daten von Tor-Startseiten untersucht und dabei festgestellt, dass nur ein geringer Anteil der Darknet-Nutzer nach illegalen Angeboten wie Drogen, Waffen oder Kinderpornografie sucht. Die meisten benutzen das Darknet eher als eine besonders private Version von gewöhnlichen Browsern wie Google Chrome oder Firefox.

Kritische Stimmen geschützt

In autoritären Ländern kommt das Darknet weniger häufig für kriminelle Aktivitäten zum Einsatz als in demokratischen Staaten. In Diktaturen dient es eher politischen Zwecken. Den Forschern zufolge ist die Frage, ob Behörden gegen Tor-Browser vorgehen sollten, weiterhin schwierig. Einerseits ermöglichen sie das anonyme Ausüben von verschiedenen illegalen Taten. Allerdings ist ihre Verwendung oft harmlos, außerdem können sie kritische Stimmen in totalitären Systemen schützen.

www.pressetext.com


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