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Cybercrime

Im großen Cybercrime-Prozess in Trier hat ein Angeklagter am Donnerstag über Kontakte vor Ort im «Cyberbunker» mit mutmaßlichen Kriminellen berichtet. So sei ein in Irland als «Drogenbaron» bekannter Mann immer wieder zu Besuch gekommen, sagte der Niederländer, der laut Anklage als Manager in dem Darknet- Rechenzentrum in Traben-Trarbach aktiv gewesen sein soll.

Der Ire habe sich mit dem Hauptangeklagten X. in dem ehemaligen Bunker unterhalten und sei dann wieder weggefahren. Über was geredet worden sei, wisse er nicht, sagte der 50-Jährige.

Auch ein mutmaßlicher Internetkrimineller habe eine Weile mit in der unterirdischen Anlage gewohnt. Es habe aber Probleme gegeben, er sei dann gegangen. Der Angeklagte betonte, er habe immer wieder gesagt, dass es in und um den Bunker «nichts Illegales» geben dürfe. «Ich war begeistert von Traben-Trarbach. Ich habe gedacht, dass es eine Zukunft da gibt.» Von IT und den Geschäften, die über Hunderte von Servern liefen, habe er nichts verstanden. Er habe versucht, das Team zu führen - und im Auftrag von X. Arbeiten erledigt.

Der 50-Jährige ist einer von acht Angeklagten, die sich seit dem 19. Oktober vor dem Landgericht Trier verantworten müssen. Sie sollen unter der Erde illegale Webseiten gehostet haben, über die Kriminelle aus aller Welt millionenschwere Geschäfte im Darknet abwickelten. Die Anklage wirft der Bande Beihilfe zu mehr als 249 000 Straftaten vor: Vor allem Drogendeals, aber auch Cyberangriffe, Falschgeldgeschäfte und Datenhehlerei sollen über die Schaltstelle gelaufen sein. Die Anlage war vor gut einem Jahr aufgeflogen.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Jörg Angerer war der 50-Jährige zeitweise auch für «Abuse» (Missbrauch)-Meldungen zuständig, die bei dem Hoster mit dem Hinweis auf illegale Aktivitäten eingegangen seien. Auf diese Meldungen, die von staatlicher oder privater Seite kommen könnten, sei aber nicht reagiert worden, sagte Angerer.

dpa


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