Anzeige

Cloud Rechenzentrum

Die Pläne, in Thüringen eine gemeinsame digitale Infrastruktur für alle Kommunen zu schaffen, werden konkreter. Die Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Greiz und Sömmerda könnten in den nächsten Jahren gemeinsam mit einem IT-Dienstleister einen Rechenzentrumsverbund gründen, der dann für Städte, Gemeinden und Kreise digitale Dienstleistungen anbieten würde, sagte der Leiter des Kompetenzzentrums Verwaltung 4.0 des Freistaats, Norman Müller.

 Damit könnte eine sogenannte Thüringen-Cloud geschaffen werden.

Zwar seien derzeit in allen drei Landkreisen noch andere Schritte auf dem Weg zu einer wirklich digitalen Kommunalverwaltung zu gehen. Doch wenn dies geschehen sei, sei es realistisch, einen solchen Rechenzentrumsverbund bis Mitte der 2020er Jahre zu gründen und arbeitsfähig zu haben.

Das Kompetenzzentrum 4.0 ist im Landesverwaltungsamt angesiedelt und soll die Kommunen im Land bei der Digitalisierung beraten und zum Beispiel durch die Schulung von Mitarbeitern unterstützen. Auf der Seite des Freistaats ist das Finanzministerium federführend für die Digitalisierung der Verwaltung verantwortlich.

Eine gemeinsame digitale Infrastruktur der Kommunen soll vor allem den Bürgern zugute kommen. Sie soll im Hintergrund die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Menschen alle möglichen Anträge an die Verwaltung – vom Antrag auf Ausstellung eines neuen Passes über die Anmeldung eines Hundes bis hin zur Genehmigung für einen Hausbau – über das Internet erledigen können.

Nachdem der Landkreis Schmalkalden-Meiningen bereits begonnen hat, ein zentrales Rechenzentrum für die auf seinem Territorium befindlichen Gemeinden aufzubauen, planen die Landkreise Greiz und Sömmerda laut Müller Vergleichbares. Damit entstehe in den drei Landkreisen ausreichend technisches Wissen, um eine Thüringen-Cloud betreiben zu können, sagte er. Der EDV-Fachdienstleiter des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, Bastian Holland-Moritz, äußerte sich ähnlich. Er teile die Auffassung, dass es grundsätzlich möglich sei, in etwa fünf Jahren einen größeren Rechenzentrumsverbund im Freistaat zu etablieren. «Die Ideen dazu gibt es, die Gespräche dazu gibt es», sagte er.

Nach Angaben von Thüringens Finanzstaatssekretär Hartmut Schubert (SPD) stehen zur Unterstützung der Kommunen bei der Digitalisierung im Landeshaushalt seit 2019 und noch bis 2022 insgesamt 80 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sind nach Angaben Schuberts bislang etwa 7,2 Millionen Euro abgerufen worden. Weiteres Geld werde bald ausgezahlt, sagte er. Von den 7,2 Millionen Euro sind etwa 2,2 Millionen Euro an den Landkreis Schmalkalden-Meiningen geflossen, um damit den Aufbau des dortigen Rechenzentrums zu unterstützen. 

Nach Angaben des Landkreises werden die Server des neuen Rechenzentrums ab Mitte 2021 allerdings nicht in Meiningen, am Standort des Landratsamtes stehen. Der Landkreis will seine Server in einem schon bestehenden Rechenzentrum betreiben, wo genau ist noch nicht abschließend geklärt. Die für das Rechenzentrum verantwortlichen Mitarbeiter sollen aber von Meiningen aus arbeiten.

Als erste im Landkreis Schmalkalden-Meiningen hat die Gemeinde Rhönblick ihren eigenen Server aufgegeben, sodass ihre Technik nun über das zentrale Rechenzentrum des Landkreises betrieben wird. Der Bürgermeister der Gemeinde, Christoph Friedrich, erklärte, die technische Umstellung habe gut geklappt. Die Anbindung der Gemeinde an ein zentrales Rechenzentrum im Landkreis ermögliche es auch, Verwaltungsstandorte im ländlichen Raum für die Menschen zu erhalten. Die Art und Weise wie der Server der Gemeinde zuletzt untergebracht gewesen sei, habe nicht mehr den Anforderungen entsprochen.

dpa


Weitere Artikel

Reddit

Reddit: Kontroverse Postings gehen schneller viral

Online-Beiträge, die mit kontroversen Ansichten polarisieren, verbreiten sich auf Social Media schneller als ohne streitbaren Content. Dies besagt eine neue Studie von Forschern der University of Central Florida (UCF).
Urheberrecht

Brüssel eröffnet Verfahren gegen EU-Länder wegen Urheberschutz

Die EU-Kommission geht gegen 23 EU-Länder vor, die eine Richtlinie zu Urheberrechten nicht schnell genug oder wohl unzureichend in nationalem Recht verankert haben.
Smartphone - einsam

Smartphones lassen Teenager vereinsamen

Das Einsamkeitsgefühl von Jugendlichen weltweit ist in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen. Das ist das Ergebnis der Studie eines Teams um Jean Twenge, Psychologieprofessor an der San Diego State University. Ursache könnte die Nutzung von Smartphones…
Urlaub Online-Buchung

44 Prozent der Deutschen buchen ihren Urlaub online

Der Weg zum perfekten Urlaub führt die Deutschen ins Internet: 44 Prozent buchen in der Regel einzelne Urlaubsleistungen oder ganze Pauschalreisen online. Kaum weniger beliebt ist der Gang ins Reisebüro, den vier von zehn Urlaubsuchenden (40 Prozent) wählen.
Update

Ephesoft stellt neue Funktionen für Dokumentenverarbeitungsplattform vor

Ephesoft, Anbieter von Lösungen zur intelligenten Inhaltserfassung und Datenanreicherung, hat die Veröffentlichung der Version 2020.1.05 von Ephesoft Transact bekannt gegeben.
EU

EU will Büro für Kontakte zu Tech-Unternehmen eröffnen

Die EU will wegen der wachsenden Bedeutung von Unternehmen wie Apple, Google und Facebook eine Vertretung im US-Bundesstaat Kalifornien aufbauen.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.