Anzeige

RIP

Datenverletzungen und Cyberangriffe auf kritische Infrastruktursysteme stellen eine immer größer werdende Bedrohung dar. Umso wichtiger ist es, die Daten zu schützen. Doch leider haben Hacker immer wieder leichtes Spiel, weil Daten ungeschützt abrufbar sind. So geschehen im Juni beispielsweise bei Bluekai und zahlreichen Online-Datingplattformen.

Unbekannte Hacker haben eine Sicherheitsverletzung genutzt und bei dem in Texas ansässigen Webdesign- und Hosting-Unternehmen Netsential 269 Gigabyte Daten von US-Polizeibehörden erbeutet und veröffentlicht. Die Sammlung, die Daten aus über zwei Jahrzehnten enthält, wird als „BlueLeaks“ bezeichnet. Staatliche Einrichtungen nutzen den Dienstleister für ihr Fusion Center, um polizeiliche und nachrichtendienstliche Informationen auszutauschen. Die erbeuteten Daten bestehen aus Polizeiberichten und -unterlagen und enthalten Namen, E-Mail-Adressen, E-Mails samt Anhängen, Telefonnummern, Fotos und Videos sowie PDF-, ZIP- und CSV-Dateien. Auch Kontoverbindungsdaten von Verdächtigen sind in den Daten enthalten. Dass auch Daten von verdeckten Ermittlern enthalten und diese somit in Gefahr sein könnten, ist nicht auszuschließen. Denkbar ist auch, dass Gruppen des organisierten Verbrechens durch den Datendiebstahl Zugriff auf Daten hatten, die sie nun für ihre Machenschaften nutzen könnten.

Quelle: QGroup GmbH

Eine ungeschützte Datenbank des US-amerikanischen Online-Vermarkters Bluekai war frei im Netz abrufbar. Die Cloud-basierte Big-Data-Plattform sammelt pseudonymisierte Nutzerdaten durch Tracking von Webseiten. Insgesamt soll dabei etwas mehr als ein Prozent des gesamten Webtraffics gescannt werden. Die Datenbank enthielt daher Milliarden von Nutzerdaten wie Namen, Adressen, E-Mail-Adressen und weitere personenbezogene Angaben sowie Zahlungsvorgänge.

Falsch konfigurierte S3 Buckets sorgen immer wieder dafür, dass Unternehmen unbemerkt vertrauliche Daten öffentlich ins Netz laden. Besonders brisant ist es, wenn es sich bei diesen Unternehmen um Nischen-Datingplattformen handelt. So hatte auf einem ungesicherten Amazon S3 Bucket jeder Zugriff auf über 20 Millionen Dateien, darunter unter anderem Dateien mit Bildern und Sprachaufnahmen der Dating-Apps 3some, Cougary, Gay Daddy Bear, Xpal, BBW Dating, Casualx, SugarD und Herpes Dating. Auch Profilinformationen, private Unterhaltungen, Screenshots von Chatverläufen und Zahlungsvorgängen waren frei zugänglich.

Unbekannte Hacker haben sich über Malware Zugriff auf einen internen Server von Honda am Standort Tokio verschafft. Sie konnten so auf das interne E-Mail-System sowie ein System der Qualitätsprüfung zugreifen. Als Folge des Angriffs musste der japanische Autohersteller in mehreren seiner Werke die Produktion einstellen. Betroffen waren hiervon Standorte in den USA, in Südamerika und in Indien. Die Mitarbeiter wurden angewiesen, ihre Dienstrechner nicht hochzufahren.

www.qgroup.de
 


Artikel zu diesem Thema

Dark Web
Aug 03, 2020

Tor, Darknet und die Anonymität

Die Berichterstattung zum Tor-Netzwerk konzentriert sich in Mainstream-Medien im…
Hacker
Jul 22, 2020

So veränderte die Pandemie die Cyber-Kriminalität

McAfee hat seinen neuen COVID-19 Threat Report veröffentlicht, in dem die Entwicklung von…
RIP Grabstein
Jul 15, 2020

Best of Hacks: Highlights Mai 2020

Im Mai kam es zu gezielten Cyberangriffen auf europäische Hochleistungsrechenzentren.…

Weitere Artikel

Zoom

Millionenzahlung: Deal soll "Zoombombing"-Klage beenden

Als in der Corona-Pandemie Zoom schlagartig populär wurde, gab es immer wieder Ärger mit Störenfrieden, die in fremde Videokonferenzen platzten. US-Nutzer zogen deswegen vor Gericht, jetzt will Zoom ihre Sammelklage mit einer Zahlung von bis zu 85 Millionen…
künstliche Intelligenz

KI erlaubt Wetterprognose für zehn Tage

Mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Deep Learning wollen Forscher der Ocean University of China Wetterprognosen für die nächsten zehn Tage ermöglichen.
5G

5G-Standard bei US-Smartphones deaktiviert

Fast 40 Prozent der US-Bürger, die ein 5G-Smartphone haben, begnügen sich mit dem langsameren 4G-Netz, obwohl sie 5G bezahlen. Sie schalten die Funktion dauerhaft aus, wie eine Umfrage von "Android Authority" zeigt, an der sich 1.300 Leser beteiligt haben.
Hackerangriff

50 Verfahren im Zusammenhang mit Krypto-Handys

Beim Thüringer Landeskriminalamt (LKA) laufen nach Informationen des MDR etwa 50 Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit sogenannten Krypto-Handys.
Hackerangriff

KI-Wettrüsten mit Hackern

Im Kampf gegen Cyberattacken kündigt sich nach Expertenmeinung ein Wettlauf mit Hackern bei künstlicher Intelligenz an.
Online Shopping

eCommerce kontra Innenstädte: 40 Prozent kaufen gerne online

ibi research hat sich zusammen mit dem Digital Commerce Research Network (DCRN) in einer Studie mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unser Konsumverhalten beschäftigt. 1.014 Bürgerinnen und Bürger wurden zu ihrem Einkaufs- und Bezahlverhalten befragt.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.