Anzeige

Fake News

Im Kampf gegen Fake News rund ums Coronavirus haben Journalisten, Verlage und Wissenschaftler ein deutlich schärferes Vorgehen gegen soziale Netzwerke gefordert. Man sei wegen des Anstiegs an Online-Desinformationen während der Pandemie besorgt, teilte das Gremium, das wie mehrere soziale Netzwerke Teil des Verhaltenskodexes des EU-Kommission gegen Desinformationen ist, am Montag mit.

Es brauche viel strengerer Regeln, an die die Netzwerke sich halten müssten. EU-Kommission hatte soziale Medien wie Facebook und Twitter vergangene Woche aufgerufen, monatlich über ihren Kampf gegen Desinformationen in der Corona-Krise zu berichten. Zudem sollten sie enger mit unabhängigen Faktenprüfern zusammenarbeiten. Bereits 2018 hatten mehrere Online-Riesen freiwillig den Verhaltenskodex gegen Desinformationen unterschrieben und zugesagt, stärker dagegen vorzugehen. Auch das Gremium aus Journalisten, Verlagen und Wissenschaftler ist als sogenanntes Resonanzboard Teil des Kodex'.

Man begrüße, dass die EU-Kommission den Stellenwert freier und unabhängiger Medien, von Journalisten und Wissenschaftlern im Kampf gegen Online-Desinformationen hervorgehoben habe, teilte das Resonanzboard nun mit. Um Quellen und Treiber von Online-Fake-News anzugehen, sei der Verhaltenskodex jedoch unzulänglich. Dies erfordere mehr als nur Berichtspflichten. Europa sei bei zentralen Fragen zu sehr vom guten Willen systemrelevanter Player abhängig.

Konkret fordert das Gremium, dem unter anderem die Europäische Journalisten-Föderation und der Europäische Verlegerrat (European Publishers Council) angehören, dass bedeutsame Sanktionen im Rahmen des Verhaltenskodex' eingeführt werden sollten. Nur so hätten die anderen Unterzeichner auch einen Anreiz zu handeln. Zudem müsse es mehr Transparenz und Zugang zu Datensets geben.

Die EU-Kommission will noch in diesem Jahr ihren Vorschlag für ein Gesetz für digitale Dienste vorlegen. Dies ist ein Kernanliegen der Behörde und soll gemeinsame Spielregeln für die Anbieter im Internet festlegen.

dpa


Artikel zu diesem Thema

Corona App
Jun 10, 2020

Sinn und Zweck einer Corona App

In Kürze soll die seit langem diskutierte „Corona App“ in Deutschland auf den Markt…
Blockchain Symbole
Apr 23, 2020

Ist die Corona-Krise eine Krise der Sozialen Medien?

Soziale Medien sind etwas Wunderbares. Menschen pflegen über das Internet Kontakte,…

Weitere Artikel

Facebook Werbung

Facebook-Werbung für Einzelperson möglich

Facebooks Werbe-Plattform ermöglicht es, mit Anzeigen ganz spezifische Nutzer nur aufgrund von deren Interessen zu erreichen. Das zeigt eine Studie der Universität Carlos III und der TU Graz.
Kryptowaehrungen

Krypto-Top-10: Bitcoin ist die klare Nummer 1

Die teils rasanten Kurssprünge bei Kryptowährungen haben die Online-Kommunikation zum Thema Bitcoin und Co. drastisch ansteigen lassen. Dies berichtet das russische Marktforschungsinstitut Brand Analytics, das eine Analyse russischsprachiger Chats auf…
10 Euro

Jeder Zweite will maximal 10 Euro in IT-Sicherheit investieren

Wer einen PC oder ein Smartphone nutzt, sollte sich auch mit dem Schutz seiner Daten auseinandersetzen. Doch wie viel ist ihnen die Sicherheit wert? Die aktuelle Umfrage "Cybersicherheit in Zahlen" von G DATA CyberDefense in Zusammenarbeit mit Statista und…
Cybercrime

Versicherungen: Der Unterschied zwischen IT- und Cyber-Gefahren

Die Risiken der digitalen Welt werden oft vereinfacht dargestellt, um sie für Laien anschaulich zu erklären – dabei geraten manche Begrifflichkeiten durcheinander. Ein weit verbreiteter Mythos lautet beispielsweise: „IT- und Cyber-Gefahren sind das Gleiche“.
KRITIS

30% aller KRITIS-Organisationen werden bis 2025 Sicherheitsverletzungen erleben

Laut dem Research- und Beratungsunternehmen Gartner werden bis 2025 30 % der Organisationen im Bereich kritische Infrastruktur von Sicherheitsvorfällen betroffen sein, die zum Stillstand eines funktions- oder unternehmenskritischen cyber-physischen Systems…
Digitaler Nachlass

Digitaler Nachlass: 4 von 10 Deutschen sorgen vor

Der Entsperr-Code des Smartphones, der Zugang zu Social-Media-Auftritten, die PIN zum Online-Banking-Login oder für Digital-Abos: Was nach dem eigenen Tod mit den digitalen Hinterlassenschaften geschehen soll, wird für die Menschen in Deutschland zunehmend…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.