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Der deutsche Telekom-Konzern will mit seiner Tochter T-Mobile die Nummer Eins in den USA werden. Nachdem die Fusion mit dem Konkurrenten Sprint vollzogen wurde, sind die Ambitionen groß. 

Die Deutsche Telekom hat ihre US-Tochter endlich erfolgreich mit einem Fusionspartner vermählt, mit gebündelten Kräften soll jetzt der Angriff in Amerika forciert werden. Fast zwei Jahre dauerte es, den umstrittenen Zusammenschluss von T-Mobile US mit dem kleineren Rivalen Sprint kartellrechtlich durchzuboxen. Nun kann die Jagd auf die Branchenführer Verizon und AT&T beginnen - man wolle die Nummer Eins in den USA werden, kündigte Telekom-Chef Tim Höttges an. Auf dem US-Mobilfunkmarkt herrscht erbitterter Wettbewerb, Experten sehen die rasant wachsende Telekom-Tochter aber gut aufgestellt.

T-Mobile will am Mittwoch nach US-Börsenschluss (22.00 Uhr MESZ) den Geschäftsbericht für das abgelaufene erste Quartal vorlegen. An der Wall Street wird abermals mit deutlichen Zuwächsen gerechnet. Während die US-Wirtschaft insgesamt unter den Folgen der Corona-Pandemie ächzt, ist das Mobilfunkgeschäft trotz großer Rezessionsrisiken bislang relativ krisenresistent. Die Aktien von T-Mobile US sind seit Jahresbeginn um knapp 13 Prozent gestiegen.

Finanzanalyst Brett Feldman von der US-Bank Goldman Sachs erwartet, dass es für die Telekom-Tochter weiter bergauf geht. Der Zusammenschluss mit Sprint dürfte die Kosten erheblich senken und die Gewinnspannen deutlich erhöhen - auch wenn das Vorhaben erstmal Milliarden verschlingt, weil die Netze zusammengelegt werden müssen. Zudem habe das Gespann beim 5G-Ausbau Vorteile gegenüber den größten US-Konkurrenten Verizon und AT&T. 

Für den Bonner Telekom-Konzern hat sich die US-Tochter in den vergangenen Jahren vom ungeliebten Sorgenkind zum begehrten Erfolgsbringer entwickelt. Denn lange galt die 2001 vom damaligen Telekom-Chef Ron Sommer für horrende 40 Milliarden Euro eingekaufte US-Sparte als teurer Flop. Neben lückenhafter Netzabdeckung beutelte den kleinen Mobilfunker etwa, dass man das beliebte iPhone von Apple nicht im Angebot hatte - die Kunden liefen in Scharen zur Konkurrenz. 2011 scheiterte ein Verkaufsversuch an Platzhirsch AT&T.

So war der Abschluss der Fusion mit Sprint vor gut einem Monat für die Bonner das große Happy End einer Geschichte, die den Konzern seit vielen Jahren auf Trab hielt. Bereits 2014 wollten T-Mobile und Sprint die Kräfte bündeln, was jedoch an kartellrechtlichen Bedenken scheiterte. Bei einem weiteren Anlauf konnten sich Telekom und die Sprint-Mutter Softbank nicht auf Preis und Besitzverhältnisse einigen. Dass der Mega-Deal im dritten Versuch doch noch zustande kam, damit war zwischenzeitlich kaum mehr zu rechnen gewesen. Denn auch diesmal waren die Bedenken der Wettbewerbshüter groß. Nach monatelangen zähen Verhandlungen stimmte das US-Justizministerium zwar letztlich unter strengen Auflagen zu, und auch die Branchenaufsicht FCC gab grünes Licht. Doch 13 Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington klagten gegen die Fusion, weil sie Jobverluste und Preiserhöhungen fürchteten. Im Dezember kam es in New York zum Showdown vor Gericht, im Februar fiel dann das Urteil zugunsten von T-Mobile und Sprint - die Zitterpartie war zu Ende.

Telekom-Chef Höttges sprach von einem «historischen Tag», als der Zusammenschluss von T-Mobile und Sprint Anfang April endlich vollzogen werden konnte. Die Telekom kontrolliert 67 Prozent der Stimmrechte und erhielt mit 43 Prozent den größten Anteil am fusionierten Unternehmen. Der Sprint-Mehrheitseigner Softbank übernimmt 24 Prozent, der Rest geht an freie Aktionäre. Die Fusion erfolgte über einen Aktientausch, bei dem die Sprint-Anteilseigner T-Mobile-Papiere im Wert von gut 31 Milliarden Dollar bekamen.

Hannes Breustedt, dpa


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