Anzeige

Apple iPhone und USA Flagge

Quelle: nikkimeel / Shutterstock.com

Im Streit über die Verschlüsselung von Smartphones und Zugriffsmöglichkeiten für Ermittlungsbehörden hat Präsident Donald Trump den Druck auf den US-Technologieriesen Apple erhöht. Trump schrieb am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter, seine Regierung helfe Apple in Handelsfragen und anderen Belangen «die ganze Zeit».

Dennoch weigere sich der Konzern, Behörden den Zugang zu verschlüsselten Telefonen zu ermöglichen, «die von Mördern, Drogendealern und anderen gewalttätigen kriminellen Elementen» benutzt würden. Trumps Forderung an die Verantwortlichen des Unternehmens: «Sie müssen sich jetzt der Herausforderung stellen und unserem großartigen Land helfen!»

Zuvor hatte Apple in dem wiederaufgeflammten Streit Kritik von US-Justizminister William Barr zurückgewiesen. Barr hatte am Montag gesagt, Apple habe «keine substanzielle Hilfe» bei der Aufklärung des Angriffs eines saudischen Offiziers auf einem Marinefliegerstützpunkt in Florida im Dezember geleistet. Er drängt den Konzern dazu, den Passwort-Schutz von zwei iPhones des Attentäters auszuhebeln. Apple lehnt es kategorisch ab, Strafverfolgern solche und andere Hintertüren zu öffnen, damit sie Zugriff auf möglicherweise ermittlungsrelevante Daten bekommen. Der Konzern argumentiert, dies würde die Datensicherheit für alle Nutzer verschlechtern.

Barr stufte den Angriff, bei dem drei US-Soldaten getötet wurden, als Terrorattacke ein und erhöhte damit den Druck auf Apple. «Es ist sehr wichtig zu wissen, mit wem und über was der Schütze kommuniziert hat, bevor er starb», sagte der Minister.

Apple entgegnete, man habe binnen Stunden nach der ersten FBI-Anfrage am 6. Dezember «eine breite Auswahl an Informationen» bereitgestellt. In den Tagen danach habe Apple unter anderem im Speicherdienst iCloud gespeicherte Backups sowie Kommunikationsdaten zu mehreren Accounts geliefert. Während der Zugang zu einem verschlüsselten iPhone nur mit einem Passcode möglich ist, wird der Schlüssel für in der Cloud gespeicherte iPhone-Backups ebenfalls dort gelagert. Damit können sie für Behörden entschlüsselt werden. Besonders sensible Informationen wie Gesundheitsdaten, Passwörter oder Zahlungsdaten werden dabei auch in der Cloud Ende-zu-Ende verschlüsselt und sind damit nur für die Nutzer zugänglich.

Apple betonte, man sei erst einen Monat später, am 6. Januar, durch das FBI von der Existenz eines zweiten iPhones in Kenntnis gesetzt worden. In eines der Geräte hatte der Attentäter geschossen.

«Wir haben immer betont, dass es keine Hintertür nur für die Guten geben kann», bekräftigte Apple. «Hintertüren können auch von denen missbraucht werden, die unsere nationale Sicherheit und die Datensicherheit unserer Kunden bedrohen.» Außerdem hätten Ermittler heute schon Zugang zu mehr Daten als je zuvor.

Apple hatte sich nach einem Anschlag von 2015 lieber vom FBI verklagen lassen, statt eine Software zum Entsperren von iPhones zu schreiben. Die Ermittler kamen damals nach eigenen Angaben mit Hilfe eines externen Dienstleisters in das Gerät rein und ließen die Klage fallen.

dpa
 


Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!

 

Weitere Artikel

Kundenzufriedenheit

Online-Shops: Vier von zehn Kunden frustriert

Vier von zehn deutschen Verbrauchern hatten schon einmal Probleme bei Online-Bestellungen aus dem Ausland. Dazu zählen lange oder ausbleibende Lieferungen, Komplikationen beim Widerruf oder in einigen Fällen sogar gefährliche und unsichere Waren. Ein Großteil…
Kinder - Technik

Tech-Verbote für Kinder ohne Wirkung für später

Einschränkungen, die Eltern bei der Technologie-Nutzung ihrer Kinder setzen, haben kaum Einfluss auf deren Verwendung von Computern, Handys oder Videospielen im Erwachsenenalter. Die Bildschirmzeit im frühen Leben sagt wenig über die späteren Jahre aus.
Fortbildung

CONTECHNET kooperiert mit 4m2s Academy

Obwohl die Themen Informationssicherheit, Notfall- und Krisenmanagement sowie Business Continuity Management (BCM) immer wichtiger werden, fehlen in Unternehmen erfahrene Fachkräfte für die Umsetzung. Um diese Bereiche auszubauen, kooperieren der deutsche…
Ricoh Boards

Ricoh präsentiert neue Collaboration Boards

Ricoh gibt bekannt, dass die neue Collaboration Boards-Serie für die verbesserte Zusammenarbeit am Arbeitsplatz ab sofort verfügbar ist. Die Produktreihe ist eine Weiterentwicklung der Interactive Whiteboards von Ricoh und umfasst die Modelle D5530, D6520 und…
Glühbirne

Forscher bauen kleinsten Speicher der Welt

Forscher der University of Texas at Austin (UT) haben die bislang kleinste Speichereinheit der Welt entwickelt. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Memristor - ein passives elektrisches Bauelement, das zwischen seinen beiden Anschlüssen einen…

Lumen und Zoom bündeln Plattformen

Zu einer Zeit, in der die Welt näher zusammenrücken muss, während sie getrennt ist, haben Lumen Technologies und Zoom ihre Technologie-Kapazitäten und Kommunikationserfahrung gebündelt, um Unternehmen zu helfen, ihre geschäftskritischen Gespräche…

Anzeige

Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!