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Bild: Robson90 / Shutterstock.com

Die Allianz will sich in einem Bündnis mit Microsoft zum Software-Anbieter für das Geschäft mit dem Risiko entwickeln. Das Versichererungsunternehmen wird wesentliche Teile seines hauseigenen Software-Systems ABS anderen Unternehmen der Versicherungsbranche auf Microsofts Cloud-Servern anbieten. 

Darüber hinaus will die Allianz den Quellcode ihres Systems als Open-Source-Software offen legen, sodass externe Entwickler neue Funktionen entwickeln und einbauen können.  

Microsoft gehört mit seiner Plattform Azure zusammen mit Amazon und Google zu den global führenden Cloud-Anbietern. «Das ist eine Einladung an die gesamte Versicherungsgemeinde», sagte Allianz-Vorstand Christoph Mascher, der bei dem Münchner Konzern als Chief Operating Officer hauptverantwortlich für das Tagesgeschäft ist. Kostenlos ist das Dienstleistungsangebot aber nicht.

Nicht teilen wird die Allianz ihre Kundendaten: «Wir können beim Datenschutz keine Kompromisse eingehen», sagte Mascher. «Das ist für uns eine nicht verhandelbare Vorbedingung.» Auch die Allianz-Policen werden nicht zum Kopieren freigegeben: «Die internen Spezifika unserer Versicherungsprodukte bieten wir auf der Plattform nicht an», sagte der Manager.

Der Hintergrund des Bündnisses

Viele Versicherungen haben mit veralteten Software-Systemen zu kämpfen, die aufwendig und teuer zu managen sind. Ein übliches Problem ist etwa die mangelnde Austauschbarkeit der Daten, wenn beispielsweise Kfz- und Lebensversicherungsverträge auf unterschiedlichen Systemen laufen.

Gleichzeitig häufen Versicherungen inzwischen so große Mengen an Informationen über ihre Kunden, deren Policen und Schadenfälle an, dass die Kapazität der eigenen Server nicht mehr ausreicht. Da große Datenspeicher Geld, Strom und IT-Personal kosten, treibt das die Migration auf externe Cloud-Server. «Wir wollen diese strategische Partnerschaft auch für die Weiterentwicklung, die Migration, Richtung Cloud nutzen», sagte Mascher dazu.

Für Microsoft ist das Bündnis mit der Allianz nicht die erste Initiative dieser Art. So stellten Microsoft mit BMW im April eine offene Technologieplattform für Auto- und Fertigungsindustrie mit ähnlicher Zielrichtung vor.

Der US-Konzern aus Redmond im Bundesstaat Washington galt ehedem als Verfechter sogenannter proprietärer Technologie, dessen Gründer Bill Gates streng darauf achtete, dass fremde Softwarefirmen und -entwickler nichts kopierten. Das hat sich geändert: «Microsoft hat sich ein gutes Stück weiterentwickelt, was die Unterstützung von Open Source betrifft», sagte Courtois diplomatisch. 2018 hatten sie die Software-Entwicklungsplattform Github gekauft, auf der Programmierer gemeinsam an Projekten arbeiten können. Das kommt nun bei der Kooperation mit dem Münchner Versicherungskonzern ins Spiel: «Die Allianz wird einen Teil ihrer wichtigsten Kompetenzen bei Github einbringen, damit Softwareentwickler anderer Unternehmen diese gemeinsamen Module nutzen können, um zusätzliche Funktionen auf der offenen Plattform zu bauen», sagte Courtois.

Neben den Plattformen sind noch weitere Trends in der Versicherungsbranche zu beobachten: Eine steigende Zahl von Unternehmen ist fachfremd unterwegs und versucht, mit Dienstleistungen außerhalb des eigentlichen Kerngeschäfts Geld zu verdienen. Darüber hinaus bestätigt die Kooperation von Allianz und Microsoft einen in der Softwarebranche gern zitierten Spruch: Wenn die Wirtschaft sich digitalisiert, wandeln sich auch traditionelle Unternehmen zu IT-Firmen.

dpa


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