Anzeige

Hacker

Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat in einem Gutachten vor den Folgen einer offensiv ausgerichteten Cyber-Sicherheitsstrategie gewarnt.

Das als «Nur für den Dienstgebrauch» eingestufte Papier wurde am Dienstag vom Portal «Netzpolitik.org» veröffentlicht. Bei einem Einsatz digitaler Waffen könne das anvisierte Ziel grundsätzlich nicht so ausgeschaltet werden, dass unbeabsichtigte Schäden ausgeschlossen werden könnten, heißt es in dem Gutachten. Systeme, die an das eigentliche Ziel angeschlossen sind, könnten bei einem Angriff entweder direkt mitbetroffen oder über einen Kaskadeneffekt in Mitleidenschaft gezogen werden.

Beim «Hackback» geht es darum, bei großangelegten Attacken - etwa auf Stromnetze oder andere Teile wichtiger Infrastruktur - in ausländische Server einzudringen, um diese lahmzulegen. Die schwarz-rote Koalition im Bund streitet seit Monaten darüber, ob und wie deutsche Sicherheitsbehörden bei Cyberangriffen aus dem Ausland zurückschlagen dürfen.

Das Bundestagsgutachten warnt eindringlich vor dem «Risiko eines Rüstungswettlaufes und einer Militarisierung des Internets – was mehr neue Probleme schaffen als bestehende lösen würde». Als Alternative befürwortet der Gutachter eine Verstärkung der Abwehrfähigkeiten im Cyberraum. «Anstatt in einen (...) Wettlauf einzutreten, werden stattdessen Investitionen in die Hochtechnologie empfohlen, die im Ergebnis zu resilienteren Systemen führen, deren defensive Kraft ausreicht, um vor Schäden zu schützen.»

Ausführlich beschäftigt sich das Gutachten mit der Frage, welche Institution in Deutschland überhaupt technisch und rechtlich in der Lage sei, sogenannte «Hackbacks» durchzuführen. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags ordnet diese Fähigkeit vor allem der Bundeswehr und seinem Zentrum Cyberoperationen (ZCO) zu. Für den Einsatz deutscher Streitkräfte bestünden allerdings hohe verfassungsrechtliche Hürden. «Der Einsatz der Bundeswehr zum „Hackback“ müsste folglich einen Verteidigungsfall voraussetzen, also die Reaktion auf eine militärische Gewaltanwendung, die von außen kommt.» Außerdem entscheide über den Einsatz der Bundeswehr allein der Bundestag.

Für «Hackbacks» durch den Auslandsgeheimdienst BND, der vor allem von der Union ins Gespräch gebracht wurde, sieht der Gutachter starke Zweifel an der rechtlichen Zuständigkeit. «Abgesehen davon wird bezweifelt, dass (beim BND) überhaupt die technische Kompetenz vorliegt, um „Hackbacks“ zu realisieren.»

dpa
 


Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!

 

Weitere Artikel

Smart-Home

Handwerk profitiert vom Smart-Home-Boom

Das Smart Home wird in Deutschland beliebter: Schon 37 Prozent der Verbraucher haben in ihren eigenen vier Wänden mindestens eine Smart-Home-Lösung installiert – das entspricht 26 Millionen Bundesbürgern ab 16 Jahren. Besonders häufig sind intelligente…
Handschlag

Wolfgang Braunmiller wird Geschäftsführer valantic people

Wolfgang Braunmiller (52) ist mit Wirkung zum 1. September 2020 Teil der Geschäftsführung von valantic und verantwortlich für das Competence Center valantic people mit Fokus auf SAP Human Capital Management (HCM). Als Chief Operational Officer (COO) will der…
McAfee

IT-Sicherheitsfirma McAfee will zurück an die Börse

Die traditionsreiche IT-Sicherheitsfirma McAfee will nach über zehn Jahren eigenständig an die Börse zurück. Das Unternehmen beantragte am Montag (Ortszeit) eine Aktiennotiz unter dem Tickerkürzel «MCFE» an der New Yorker Nasdaq. Zum Zeitplan und zum Volumen…
Amazon

Insiderhandel: Ex-Amazon-Managerin und Familienmitglieder angeklagt

Die US-Börsenaufsicht SEC hat eine ehemalige Finanzmanagerin des Internetriesen Amazon und zwei Familienmitglieder wegen Insiderhandels angeklagt. Die Beschuldigten hätten zwischen Januar 2016 und Juli 2018 gemeinsam mehr als 1,4 Millionen Dollar (1,2 Mio…
Microsoft Cloud

Cloud-Störung bei Microsoft

Der Software-Riese Microsoft hat in der Nacht zum Dienstag mit einer Störung bei seinen Cloud-Diensten zu kämpfen gehabt. Unter anderem waren die Online-Versionen seiner Office-Programme im Dienst nicht erreichbar, wie der Konzern auf einer Statusseite…
fortnite

Richterin erwartet Prozess in «Fortnite»-Streit im Juli 2021

Im Streit zwischen den Machern des populären Smartphone-Spiels «Fortnite» stellt sich die zuständige Richterin auf einen Prozess im Juli 2021 ein. Sie halte es für angemessen, die Entscheidung Geschworenen zu überlassen, sagte Richterin Yvonne Gonzalez Rogers…

Anzeige

Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!