Anzeige

Anzeige

Die Vertreter der stärksten Wirtschaftsnationen treffen sich von 28. bis 29. Juni 2019 in Osaka zum G20-Gipfel. Ein Schwerpunkt in diesem Jahr ist die datengetriebene Wirtschaft sowie die grenzübergreifende Nutzung und Verbreitung von Daten.

Als sich die Staats- und Regierungschefs der Welt im Januar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos versammelten, herrschte ein überraschender Konsens: Die Teilnehmer waren sich einig darin, dass mehr Transparenz und Orientierung darüber notwendig sei, wie Daten erhoben, verwendet und weitergegeben werden.

Der japanische Premierminister Shinzo Abe hat dieses Thema besonders hervorgehoben und erklärt, dass er als Vorsitzender der diesjährigen G20-Konferenz in Osaka ein neues internationales Datenaufsichtssystem fördern wolle. Premier Abe sagte: „Ich möchte, dass der G20-Gipfel in Osaka lange als der Gipfel in Erinnerung bleibt, bei dem eine weltweite Data Governance angestoßen wurde.“

Die Handelsminister der G20 und die Minister für digitale Wirtschaft gaben Anfang Juni bereits diese Erklärung ab: „Der grenzübergreifende Austausch von Daten, Informationen, Ideen und Wissen führt zu höherer Produktivität, Innovationen und einer nachhaltigeren Entwicklung. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass der freie Datenverkehr einige Herausforderungen mit sich bringt. Indem wir uns diesen Herausforderungen in den Bereichen Data Privacy, Datenschutz, Rechte an geistigem Eigentum und Security weltweit stellen, können wir den freien Datenverkehr erleichtern und das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen stärken.“ 

Dies zeigt, dass die Bedeutung von Daten sowohl aus unternehmerischer als auch aus staatlicher Sicht weltweit immer mehr zunimmt.

Die politische Perspektive

Wir erleben derzeit eine enorme Dynamik beim Thema Data Governance – und zwar weltweit. Die Regierungen sind sich bewusst, dass jede Verwendung personenbezogener Daten sorgfältig und für die richtigen Zwecke geschehen sollte. Maßnahmen wie die DSGVO, die versuchen, Bedenken im Zusammenhang mit dem Schutz der Privatsphäre, dem Datenschutz und der Sicherheit auszuräumen und gleichzeitig eine höhere Produktivität, Innovation und Nachhaltigkeit zu ermöglichen, haben die Data Governance in der ganzen Welt zum Thema gemacht.

Eine zentrale Sorge der Regierungen ist, dass eine Überregulierung das Wirtschaftswachstum behindern könnte. Denn die Produktivitäts- und Innovationsmöglichkeiten, welche die Digitalisierung bietet, können ein nachhaltiges und integratives Wirtschaftswachstum ermöglichen. Die Minister, die an dem Treffen im Juni teilnahmen, wissen, wie wichtig es ist, die Notwendigkeit einer größeren Transparenz bei der Datennutzung mit der Förderung von Innovationen in Einklang zu bringen, und teilten deshalb mit: „Wir sind uns bewusst, dass Governance im digitalen Zeitalter nicht nur innovationsfreundlich, sondern auch selber innovativ sein muss, ohne dabei die Rechtssicherheit zu verlieren.“

Die Unternehmensperspektive 

Dass Data Governance eine Priorität für globale Regierungschefs ist, ist eine wichtige Nachricht. Aber für große Unternehmen ist dieses Thema bereits in den letzten zehn Jahren auf dem Vormarsch gewesen. Während die Einhaltung der Vorschriften ein erster Treiber für Data Governance war, haben die Verbesserungen der operativen Effizienz und die Geschäftsinnovation durch qualitativ hochwertige, vertrauenswürdige Daten den Wert der Data Governance als grundlegende Voraussetzung für die Datendemokratisierung gefestigt.

Für viele Unternehmen waren die Bemühungen um Data Governance eher abteilungs- und projektbezogen. Aber jedes Unternehmen, das die Welt von Data 3.0 betritt – indem es Daten nutzt, um seine digitale Transformation voranzutreiben – versteht jetzt die Notwendigkeit eines unternehmensweiten, programmbasierten Ansatzes, um vertrauenswürdige und sichere Daten zur Verfügung zu stellen.

Dies gilt heute insbesondere bei wachsenden Datenmengen, Benutzern und Anwendungsfällen, der Vielfalt an Datentypen und Qualifikationen sowie der Geschwindigkeit von technologischer Innovation, die zu exponentiellem Wachstum und Komplexität führt. Eine enorme Herausforderung.

Eine gemeinsame Perspektive 

Eines ist mit Blick auf den G20-Gipfel in Osaka sicher: Die Aufmerksamkeit der Welt gilt der Data Governance, und eine größere Aufsicht und Rechenschaftspflicht kommt zweifellos. Es ist Zeit für einen gemeinsamen internationalen Konsens, dass datengesteuerte Innovationen weiterhin gefördert werden müssen, wobei die Daten zu schützen und die Privatsphären zu respektieren sind. Die Chance ist enorm und Untätigkeit kann keine Option sein.

Oliver SchröderOliver Schröder ist Geschäftsführer EMEA Central von Informatica, www.informatica.com/de
 


Weitere Artikel

Cyber Security

Auth0 veröffentlicht State of Secure Identity Report

Auth0, die moderne Identitätsplattform, hat die Veröffentlichung des ersten Security Reports bekannt gegeben: The State of Secure Identity (Der Status der sicheren Identität).
Amazon Prime Day

5 Tipps für das sichere Einkaufen am Amazon Prime Day 2021

Am 21. Juni lädt der Amazon Prime Day zur Schnäppchenjagd. Viele Verbraucher auch in Deutschland freuen sich und fiebern dem Event entgegen. Allerdings gibt es eine Reihe von Sicherheitsrisiken und Cyber-Gefahren, derer Sie sich bewusst sein sollten.
Smishing

Smishing: Hohe Rechnung nach falschen Paketdienst-SMS

Kurz nach Ostern haben viele Menschen SMS angeblicher Paketdienste bekommen. Wer auf den enthaltenen Link getippt hat, konnte sich schädliche Apps einfangen, die unbemerkt und massenhaft SMS verschickt haben.
Elektronikgeräte

Laptops und Co. – Coronakrise wirbelt Preise durcheinander

Die Covid-19-Pandemie ist aus unternehmerischer Perspektive besonders für IT-Abteilungen eine große Herausforderung. Neben den zahlreichen Cyberrisiken im Home-Office müssen viele Angestellte für die Arbeit zu Hause auch mit entsprechenden Geräten ausgerüstet…
Alt-Handys

Der Berg an Alt-Handys hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt

Wie viele alte Mobiltelefone liegen in Deutschland ungenutzt herum? Diese Frage stellt der Digitalverband Bitkom regelmäßig Verbraucher:innen. In diesem Jahr wurde ein neuer Negativ-Rekord erreicht: Mehr als 200 Millionen Handys und Smartphones horten die…
Online-Shopping

Social Shopping: Männer kaufwilliger als Frauen

Männliche Käufer sind bereit, beim Online-Shopping in sozialen Medien spontan viel mehr Geld für ein ungesehenes Produkt auszugeben als weibliche, wenn ein Influencer es ihnen dort empfiehlt.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.