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Ein Riesenkonzern schluckt den anderen. In solchen Fällen schauen die EU-Wettbewerbsbehörden genau hin, damit die Konkurrenz nicht auf der Strecke bleibt. Microsoft darf nun zukaufen - muss sich aber an Bedingungen halten.

Die EU-Kommission erlaubt dem US-Softwareriesen Microsoft die Übernahme von LinkedIn unter Auflagen. Damit hat Microsoft nach eigenen Angaben alle wettbewerbsrechtlichen Hürden auch in anderen Weltregionen überwunden und will das Geschäft in den kommenden Tagen zum Abschluss bringen. Im Juni hatte Microsoft angekündigt, LinkedIn für etwa 26,2 Milliarden US-Dollar (derzeit ca. 24,5 Milliarden Euro) schlucken zu wollen.

Mit den Bedingungen wollen die Brüsseler Wettbewerbshüter sicherstellen, dass es weiterhin genug Konkurrenz zwischen Karriere-Netzwerken in Europa gebe, wie mitteilten. Die Zusagen gelten für eine Dauer von fünf Jahren im gesamten europäischen Wirtschaftsraum.

«Mehr und mehr Europäer nutzen soziale Netzwerke für berufliche Belange», erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. «Der heutige Beschluss stellt sicher, dass die Europäer weiterhin freie Wahl zwischen solchen Netzwerken haben.»

Die Behörde hatte befürchtet, dass LinkedIn durch die Übernahme sichtbarer werden und Nutzer gewinnen könnte. Dies hätte Wettbewerbern aus Brüsseler Sicht den Markteintritt erschweren können. In Staaten wie Österreich, Deutschland und Polen, wo LinkedIn Konkurrenz hat, hätte das Karriere-Netzwerk demnach möglicherweise auf die Dauer eine Vormachtstellung erreichen können.

Microsoft hat nun zugesagt, dass PC-Hersteller und Händler nicht gezwungen werden, LinkedIn in Windows zu installieren. Wenn das Betriebssystem vorinstalliert ist, müssen Nutzer LinkedIn entfernen können. Konkurrierende Anbieter von Karriere-Netzwerken müssen die Möglichkeit haben, ihre Produkte mindestens so kompatibel mit dem Microsoft-Office-Paket zu halten, wie sie es heute sind.

Schließlich müssen andere Anbieter Zugang zum Softwareentwickler-Portal «Microsoft Graph» bekommen. Das Portal wird für die Entwicklung von Anwendungen und Diensten genutzt, die mit Zustimmung des Nutzers auf in der Microsoft-Cloud gespeicherte Daten zugreifen können. Entwickler könnten die Daten laut EU-Kommission nutzen, um neue Mitglieder für ihre Karriere-Netzwerke zu gewinnen.

dpa

 

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