Die Energiebranche steht unter massivem Veränderungsdruck. Netze werden komplexer, erneuerbare Quellen volatiler und regulatorische Anforderungen strenger.
Gleichzeitig wächst der Bedarf, operative und kaufmännische Entscheidungen schneller und auf einer verlässlichen Datenbasis zu treffen. Genau an diesem Punkt setzen neue datengetriebene Plattformansätze an, die IT-, Betriebs- und Sensordaten zusammenführen und für KI nutzbar machen.
Eine integrierte Datenbasis für Energieunternehmen
Mit Snowflake Energy Solutions hat Snowflake ein branchenfokussiertes Angebot vorgestellt, das speziell auf die Anforderungen von Energieversorgern sowie Öl- und Gasunternehmen zugeschnitten ist. Die Lösung bündelt zentrale Datensätze, Governance-Funktionen und branchenspezifische Partneranwendungen in einer gemeinsamen Umgebung. Ziel ist es, Daten aus IT-, OT- und IoT-Systemen sicher zu verknüpfen und als konsistente Grundlage für Analysen und KI-Anwendungen bereitzustellen.
Dadurch lassen sich bestehende Infrastrukturen schrittweise modernisieren, Prozesse effizienter steuern und Investitionen fundierter planen. Gleichzeitig unterstützt dieser Ansatz Unternehmen dabei, Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung miteinander zu verbinden.
Verbindung von Betrieb und Unternehmenssteuerung
Ein wichtiger Baustein ist die Verknüpfung operativer Daten mit kaufmännischen Systemen. Über eine neue Partnerschaft mit SAP können Energieunternehmen Finanz- und Supply-Chain-Daten mit Netz-, Anlagen- und Felddaten kombinieren. So fließen betriebswirtschaftliche Erkenntnisse direkt in Netzbetrieb, Instandhaltung und langfristige Investitionsentscheidungen ein. Die Trennung zwischen operativer Steuerung und Unternehmensplanung wird damit zunehmend aufgehoben.
Partnerlösungen für konkrete Anwendungsfälle
Ergänzend stellt Snowflake eine Vielzahl neuer Partnerlösungen bereit, die nativ auf der Plattform laufen und typische Herausforderungen der Branche adressieren. Ein Beispiel ist eine Lösung von Itron für die Netzplanung. Sie ermöglicht es, Stromnetze über ein komplettes Jahr hinweg stundenweise zu simulieren und langfristige Lastentwicklungen realistisch abzubilden. Solche Berechnungen, die früher Monate in Anspruch nahmen, lassen sich nun deutlich schneller durchführen und liefern präzisere Entscheidungsgrundlagen für den Netzausbau.
Auch Siemens bringt seine industrielle Expertise ein und verbindet industrielle Edge-Systeme mit der Datenplattform. Dadurch können Daten aus dezentralen Anlagen zentral ausgewertet und für fortgeschrittene Analysen genutzt werden. Neue Analysefunktionen erleichtern zudem den Zugang zu Betriebsdaten, etwa über Abfragen in natürlicher Sprache.
Die kombinierten Lösungen unterstützen zentrale Prozesse wie Netzplanung, Zustandsüberwachung von Anlagen und operative Prognosen. In Verbindung mit integrierten Governance-Mechanismen entsteht eine Umgebung, in der Daten unternehmensweit genutzt werden können, ohne Kontrolle oder Sicherheit zu verlieren. KI wird so nicht zum isolierten Spezialwerkzeug, sondern zu einem Bestandteil der gesamten Wertschöpfungskette.