Vorsicht bei inoffiziellen Downloads

Malware: Roblox-Cheater werden selbst zu Betrogenen

Roblox
Bildquelle: Thomazini /Shutterstock.com

Cyberkriminelle nutzen die Suche vieler Gamer nach Cheats und Hilfsprogrammen gezielt aus. Nach Erkenntnissen der Bitdefender Labs verbreiten Angreifer manipulierte Roblox-Tools, die Schadsoftware installieren und den vollständigen Zugriff auf infizierte Computer ermöglichen.

Die laufende Kampagne richtet sich vor allem an Spieler, die nach sogenannten „undetected“-Cheats suchen. Diese versprechen Vorteile im Spiel oder das Umgehen von Anti-Cheat-Systemen, dienen tatsächlich aber als Einfallstor für Malware.

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Wie Bitdefender berichtet, handelt es sich um eine Weiterentwicklung der bereits von ThreatLocker beobachteten Malware-Kampagne „Powercat“. Die Sicherheitsexperten entdeckten neue Command-and-Control-Domänen sowie zusätzliche Funktionen, die darauf hindeuten, dass die Schadsoftware laufend erweitert wird. Nach Angaben der Telemetriedaten bewegen sich die Infektionszahlen seit der zweiten Märzhälfte 2026 auf einem konstant hohen Niveau.

Manipulierter Roblox-Executor dient als Köder

Verbreitet wird die Malware über eine manipulierte Version des Skript-Executors Xeno Roblox. Die Angreifer stellen das Programm in Gaming-Foren und Discord-Communitys bereit und tarnen es als nützliches Cheat-Tool.

Nach dem Start wird eine mehrstufige Infektionskette ausgeführt, die unter anderem Java nutzt, um die Schadsoftware möglichst unauffällig auf dem System zu installieren und Sicherheitslösungen zu umgehen.

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Angreifer erhalten weitreichende Kontrolle

Ist ein Rechner kompromittiert, können die Täter umfangreiche Überwachungs- und Steuerungsfunktionen nutzen. Nach Angaben von Bitdefender gehören dazu der Zugriff auf die Webcam, das Aufzeichnen von Tastatureingaben und Mausbewegungen sowie die Aufnahme von Bildschirm- und Desktop-Inhalten. Darüber hinaus können die Angreifer die vollständige Kontrolle über das infizierte System übernehmen.

Zusätzlich versucht die Malware, sensible Informationen aus Webbrowsern auszulesen. Betroffen sind unter anderem Cookies aus Chrome, Microsoft Edge, Brave, Opera, Opera GX und Vivaldi. Außerdem werden Zugangsdaten für Plattformen wie Discord, Roblox und Minecraft sowie Informationen zu Krypto-Wallets und Zahlungsdaten ins Visier genommen.

Abbildung: Java-Kill-Chain in der Gesamtansicht. Bildquelle: Bitdefender.

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Schadsoftware sucht gezielt nach wertvollen Daten

Um möglichst viele verwertbare Informationen zu sammeln, durchsucht die Malware das System nach installierter Software und gespeicherten Daten. Im Fokus stehen unter anderem Kryptowallets, Entwicklungswerkzeuge, Spieleplattformen wie Steam, Epic Games Launcher, Battle.net oder Riot Client sowie Installationen von Roblox und Minecraft.

Darüber hinaus sucht die Schadsoftware nach VPN-Anwendungen wie NordVPN, ExpressVPN, Mullvad VPN oder Surfshark sowie nach Messenger-Diensten wie Discord, Telegram, WhatsApp und Snapchat. Die gefundenen Informationen können anschließend für weitere Angriffe oder den Diebstahl von Konten und digitalen Vermögenswerten genutzt werden.

Die Analyse von Bitdefender zeigt, dass Cyberkriminelle gezielt das Interesse von Spielern an Cheats und vermeintlichen Vorteilen ausnutzen. Besonders Programme aus inoffiziellen Quellen, Foren oder Community-Plattformen bergen ein hohes Risiko, da sie Schadsoftware enthalten können.

Wer Software für Spiele ausschließlich aus vertrauenswürdigen Quellen bezieht und auf vermeintliche Cheat-Tools verzichtet, reduziert das Risiko einer Infektion und schützt persönliche Daten sowie Benutzerkonten vor dem Zugriff durch Angreifer.

(red/Bitdefender)

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