500.000 Menschen erreicht

Bitdefender warnt vor Spendenbetrug auf Facebook

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Quelle: DANIEL CONSTANTE / Shutterstock.com

Bitdefender hat zwei Meta-Kampagnen mit Spendenaufrufen für leukämiekranke Kinder analysiert. Deutsche Anzeigen erreichten über 5.000 Konten in Berlin.

Die Bitdefender Labs haben zwei aktive Kampagnen mit mutmaßlich betrügerischen Spendenaufrufen auf den Plattformen von Meta identifiziert. Sie laufen seit mindestens 31. August. In Beiträgen, Fotos und Videos werden kleine Kinder gezeigt, die an Leukämie erkrankt sein sollen und angeblich dringend eine teure Behandlung im Ausland benötigen. Beide Spendenwebsites nennen dieselbe US-amerikanische Telefonnummer und Adresse.

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Deutsche Anzeigen für Berlin

Die erste Kampagne wirbt für ein zweijähriges Mädchen. Eine rumänischsprachige Anzeige erreichte laut Bitdefender geschätzt 108.189 Meta-Konten in der EU. Deutschsprachige Anzeigen erreichten zusammen mehr als 5.000 Konten, alle in der Region Berlin und bei Nutzern ab 25 Jahren. Die Seite, die diese Anzeigen ausspielte, war auf Litauisch gehalten. Seit dem 14. September ist zudem eine litauische Version aktiv. Nach Einschätzung der Forscher passen die Betreiber dieselbe Vorlage an verschiedene Länder an.

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Vermeintlicher Spendenaufruf in Deutsch mit anscheinend eingehenden Spenden. Bildquelle: Screenshots Bitdefender

Spendenzähler steigt während der Analyse

Die Spendenseite zeigt Beiträge anderer Spender und die Logos von PayPal, Apple Pay und Google Pay. Innerhalb von 15 Minuten stieg der angezeigte Betrag von 3.327 Euro bei 137 Spendern auf 3.397 Euro bei 140 Spendern. Als Ziel nennt die Seite 426.893 Euro. Die angebliche Stiftung hinter der Aktion hat kaum eine Online-Präsenz, ihr Social-Media-Profil nur wenige Likes. Das Bannerfoto des Mädchens fanden die Forscher auch auf einer spanischsprachigen GoFundMe-Seite.

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Ausspielen der Anzeigen an 5.000 Konten in Berlin im Alter ab 25 Jahren. Bildquelle: Screenshots Bitdefender
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Zweite Kampagne erreicht 500.000 Menschen

Die zweite Kampagne lief zum Zeitpunkt der Analyse am 15. September mit 32 aktiven Anzeigen in Rumänien und erreichte geschätzt mehr als 500.000 Menschen. Die zugehörige Facebook-Seite wurde am 26. Juli angelegt und wird laut Metas Transparenzangaben aus den USA betrieben. Die Spendenseite gibt an, mehr als 519.000 US-Dollar von fast 12.000 Spendern gesammelt zu haben. Laut Bitdefender scheinen einige der angezeigten Spender reale Personen zu sein.

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Geld nicht zwingend für das Kind

Auf der Seite heißt es, die Spenden würden die allgemeinen wohltätigen Aktivitäten der Organisation unterstützen. Damit ist nicht garantiert, dass das Geld ausschließlich oder überhaupt dem gezeigten Kind zugutekommt. Bitdefender weist darauf hin, dass die Beobachtungen allein nicht belegen, dass die Aktionen illegitim sind. Wer spendet, riskiert jedoch, Geld zu verlieren und Kartendaten, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern preiszugeben.

Organisation unabhängig prüfen

Bitdefender rät, die Organisation unabhängig zu recherchieren statt dem Link in einer Anzeige zu folgen, und zu prüfen, ob sie bei der zuständigen Aufsicht registriert ist. Warnsignale sind neu angelegte Websites, spärliche Social-Media-Profile und wenige überprüfbare Angaben. Spenden sollten möglichst über bekannte Hilfsorganisationen oder offizielle Aktionen laufen, auf die ein Krankenhaus oder die Familie verweist. Verdächtige Anzeigen und Spendenseiten sollten der Plattform gemeldet werden.

(red/Bitdefender)

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