Kaspersky hat über 256.000 DDoS-Beiträge im Dark und Deep Web ausgewertet. Abonnements für DDoS-as-a-Service gibt es teils ab einem Dollar.
DDoS-Angriffe lassen sich im Darknet ab 30 US-Dollar, rund 26 Euro, in Auftrag geben. Abonnements für DDoS-as-a-Service sind teilweise schon ab einem Dollar erhältlich. Das zeigt eine Analyse von Kaspersky Digital Footprint Intelligence. Die Experten werteten mehr als 256.000 DDoS-bezogene Beiträge im Dark und Deep Web aus und identifizierten 148 Akteure, die mindestens seit 2024 aktiv sind.
Drei Geschäftsmodelle
Kaspersky unterscheidet drei Modelle. Bei beauftragten Angriffen bezahlen Kunden Dritte dafür, ein bestimmtes Ziel anzugreifen. Die Preise liegen hier zwischen 30 und 2.000 Dollar und hängen unter anderem von Ziel, Dauer, Service-Limits und Zusatzfunktionen ab. Beim DDoS-as-a-Service erwerben Nutzer Abonnements für Angriffswerkzeuge wie Online-Kontrollpanels oder Telegram-Bots. Im dritten Modell betreiben Kriminelle eigene Angriffsskripte oder Botnetze. Über alle Angebote hinweg reichen die Preise von einem bis zu 30.000 Dollar. 65 Prozent der untersuchten Anbieter warben in cyberkriminellen Foren, 35 Prozent über Telegram oder Discord.

Anwendungsebene am häufigsten
92 Prozent der Akteure boten Angriffe auf Anwendungsebene (Layer 7) an, die Websites und Onlinedienste direkt stören sollen. 74 Prozent warben mit Angriffen auf Transportprotokolle (Layer 4), darunter TCP-, UDP- und DNS-Floods, die die Infrastruktur mit Datenverkehr überlasten. Reine Angriffe auf IP-Ebene (Layer 3) boten nur 9 Prozent ausdrücklich an.
36 Prozent der Akteure gaben an, Angriffe im Terabit-pro-Sekunde-Bereich durchführen zu können. 33 Prozent warben mit Funktionen, um DDoS-Schutzmaßnahmen zu umgehen. 23 Prozent boten Angriffe auf Spieleserver an. Zudem beobachtet Kaspersky, dass Anbieter zunehmend KI-gestützte Techniken zur Umgehung von CAPTCHAs sowie Browser-Emulation einsetzen.
„DDoS-Angriffe sind für Bedrohungsakteure zu einer leichter zugänglichen Option geworden, insbesondere weil entsprechende Dienste günstig und einfach zu beschaffen sind. In einigen Fällen kostet ein Angriff weniger als ein übliches monatliches Streaming-Abonnement oder lediglich so viel wie eine Tasse Kaffee.“
João Pedro Brandão e Silva, Analyst bei Kaspersky Digital Footprint Intelligence
(red/Kaspersky)