WLAN-Registrierung als Einfallstor

Cyberangriff auf britische Flughafengruppe betrifft Daten von 8,7 Millionen Kunden

Manchester Airport
Bildquelle: Clare Louise Jackson/Shutterstock.com

Die Manchester Airports Group, Betreiberin der Flughäfen Manchester, London Stansted und East Midlands, hat einen Cyberangriff bekannt gegeben.

Betroffen sind nach Angaben der Gruppe unter anderem Daten aus der WLAN-Registrierung am Flughafen sowie aus Buchungen für Parkplätze, Lounges und den Fast-Track-Service. Die kompromittierten Informationen umfassen E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Fahrzeugkennzeichen sowie Postleitzahlen, wobei laut der Flughafengruppe bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen lediglich die E-Mail-Adresse offengelegt wurde. Bank- oder Zahlungsdaten waren nach eigenen Angaben auf dem betroffenen System nicht gespeichert. Wie sich die Angreifer Zugang verschafften und wer hinter dem Angriff steckt, hat die Gruppe bislang nicht offengelegt. Das Unternehmen wurde nach eigenen Angaben am Dienstag auf den Vorfall aufmerksam, schränkte daraufhin umgehend den Zugriff auf die betroffenen Systeme ein, zog spezialisierte Cybersicherheitsexperten hinzu und informierte die zuständigen Behörden.

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Nach Cyberangriff: Kombination der Daten erleichtert gezielten Betrug

Muhammad Yahya Patel, virtueller Sicherheitsverantwortlicher und Cybersicherheitsberater für die EMEA-Region beim Unternehmen Huntress, warnte, die Kombination aus Kontakt- und Reisedaten liefere Kriminellen ein präzises Zielprofil für nachfolgende Betrugs- oder Phishing-Kampagnen.

„Betrüger wissen jetzt, dass man gereist ist, ungefähr wann, und verfügen über zwei direkte Kontaktwege, um mit einer überzeugenden Geschichte an einen heranzutreten.“

Muhammad Yahya Patel, virtueller Sicherheitsverantwortlicher und Cybersicherheitsberater für die EMEA-Region beim Unternehmen Huntress

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Graeme Stewart, Leiter des öffentlichen Sektors beim Sicherheitsunternehmen Check Point Software, ergänzte, die erbeuteten Daten ließen sich nun gezielt einsetzen, etwa über eine gefälschte Parkgebühren-Rückerstattung oder eine angebliche Nachricht zu genau diesem Sicherheitsvorfall, wodurch ein Betrugsversuch für gewöhnliche Kunden deutlich schwerer zu erkennen werde.

Die betroffene Flughafengruppe kontaktierte betroffene Kunden direkt und warnte sie vor unerwarteten E-Mails, Anrufen und Textnachrichten. Man werde niemals unangekündigt nach Zahlungskartendaten, Bankinformationen oder Passwörtern fragen. Der Flugbetrieb, die Passagiersicherheit sowie bereits bestehende Buchungen seien von dem Vorfall nicht betroffen, vorsorglich setzte das Unternehmen jedoch den Online-Buchungsverwaltungsdienst vorübergehend aus.

Bereits mehrere vergleichbare Vorfälle bei Flughäfen

Flughäfen gelten aufgrund der großen Zahl verarbeiteter Personendaten grundsätzlich als attraktives Ziel für Cyberkriminelle. Bereits im September 2025 hatte ein Ransomware-Angriff auf Collins Aerospace eine 50 Gigabyte umfassende Datenbank offengelegt und den Check-in sowie das Boarding an den Flughäfen Heathrow, Brüssel, Berlin, Dublin und Cork gestört. Im Februar reklamierte zudem die Ransomware-Gruppe Qilin einen Angriff auf den Flughafen Tulsa für sich, bei dem Angreifer angeblich auf Flughafendaten zugriffen und diese veröffentlichten, während Anfang 2026 bereits ein mutmaßlicher Cyberangriff auf den Flughafen Dubai Daten kompromittiert haben soll, bei dem Angreifer den Besitz sensibler Aufnahmen, darunter Pass- und Sicherheitsscanner-Material, behaupteten.

(red)

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