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Gesundheitswesen

Cloud-Dienste sind der beliebteste Angriffsvektor für Cyberkriminelle im Gesundheitswesen. Der Schaden erreicht dabei schnell Millionenhöhe.

Dies ist das zentrale Ergebnis der Studie One Year after the COVID Shutdowns: Healthcare Facilities Still a Target for Network Outages and Breaches“ von Infoblox, Anbieter von Secure Cloud-Managed Network Services. Ein Jahr nach Beginn der COVID-19-Pandemie zeigt der Bericht, vor welch großen Herausforderungen IT-Mitarbeiter im Gesundheitswesen stehen, um kritische Gesundheitsinformationen und die Infrastruktur unter Pandemiebedingungen zu schützen. Dafür wurden fast 800 IT-Entscheider im Gesundheitswesen in Nordamerika, Lateinamerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum befragt.

Europa steht gut da

Eine gute Nachricht hält der Bericht für Europa bereit: Im Vergleich mit dem Rest der Welt schneiden wir hier noch relativ gut ab. Europäische IT-Verantwortliche in der Gesundheitsbranche berichten von einer deutlich geringeren Anzahl an Cloud-Netzwerk-Attacken als ihre internationalen Kollegen. Dies lässt sich wohl auch auf die strengen Datenschutz-Regeln und die hohen Bußgelder bei Nichtbeachtung zurückführen. Dadurch sind die IT-Verantwortlichen sensibler für mögliche Schwachstellen und proaktiver bei der Abwehr von Gefahren.

Auf einen Blick – die zentralen Studien-Ergebnisse

  • Cloud-Netzwerke sind einfaches Angriffsziel…: 53 % der Befragten erlebten im letzten Jahr Datendiebstähle in Cloud-Netzwerken. Damit sind Data Breaches der meistgenutzte Angriffsvektor des vergangenen Jahres. In Europa erlitten hingegen nur 38 % der Verantwortlichen solche Pannen. In Europa sind Netzwerkausfälle (36 %) und Cloud-Malware (35 %) an zweiter und dritter Stelle der Angriffsvektoren. Insgesamt schneidet Europa in jeder Kategorie in Bezug auf den Schutz von Cloud-Netzwerken am besten ab.
  • …und werden es wohl auch bleiben: Die Befragten erwarten, dass Schwachstellen und Fehlkonfigurationen in der Cloud, IoT-Angriffe und Datenmanipulation auch in den nächsten 12 Monaten die Haupt-Cyberbedrohungen sein werden. Sie wurden jeweils von fast 20 % der Befragten genannt. In Europa werden vor allem Datenmanipulationen (22 %), IoT-Angriffe und Phishing (je 16 %) erwartet. Datenmanipulationen sollen den Ruf und das Ansehen der Opfer schädigen. Beispielsweise könnte die Anzahl der Opfer von COVID-19 so manipuliert werden, dass sie viel höher erscheint, als sie tatsächlich ist. Dies beeinflusst den Ruf des betroffenen Gesundheitsdienstleisters und somit auch das Vertrauen der Investoren negativ.
  • Kostenfaktor Data Breaches und Netzwerkausfälle: Fast die Hälfte (43 %) der Befragten schätzt, dass die Kosten für Sicherheitslücken 2 Millionen US-Dollar übersteigen. Dasselbe sagt mehr als ein Drittel (34 %) über Netzwerkausfälle. In Europa scheinen die Verluste hierfür geringer auszufallen. Die Mehrheit der Befragten (49%) schätzt, dass die Kosten für Sicherheitslücken bei 1-2 Millionen US-Dollar liegen. Bei Netzwerkausfällen beziffern 28 % die Kosten auf über 2 Millionen US-Dollar. 44 % gehen von Kosten von weniger als 1 Million US-Dollar aus.
  • Wissen ist die halbe Miete: Die Befragten nannten Netzwerk-Monitoring (78 %) und Threat Intelligence (61 %) als die effektivsten Abwehrmaßnahmen gegen die Bedrohungen, mit denen sie im Jahr 2020 konfrontiert waren. Auffällig ist, dass laut Report in Europa Zero Trust als Schutzmaßnahme mit 32 % deutlich über dem globalen Schnitt von 22 % liegt.

Kosten-Nutzen-Rechnung – Mitarbeiter ins Boot holen

Finanzielle Verluste durch Netzwerkausfälle sind tendenziell nur geringfügig niedriger als die Verluste durch Data Breaches. Geschäftsunterbrechungen können also genauso schädlich sein wie Cyberangriffe. Zu den erheblichen direkten finanziellen Verlusten (s.o.) ziehen solche Ausfälle eine ganze Reihe an möglichen indirekten finanziellen Auswirkungen wie Reputationsverlust, Verlust von Kunden oder möglichen Geldstrafen mit sich.

Eine proaktive Denkweise gepaart mit einer internen Sicherheitskultur, die durch kontinuierliche Mitarbeiterschulungen und die Unterstützung des Managements geprägt wird, erweist sich daher in der Praxis als ein weniger kostspieliger und gleichzeitig effektiver Ansatz zum Umgang mit Cybersecurity-Bedohungen. Doch die Studie hat gezeigt, dass gerade das Thema Mitarbeiterschulung den IT-Verantwortlichen in Europa große Sorgen macht. Über 50 %, und damit deutlich mehr als in den anderen Regionen, sehen die Schulung der Mitarbeiter als größte Herausforderung für ihre Cybersecurity.

„Die Coronavirus-Pandemie hat einmal mehr bewiesen, dass das Gesundheitswesen mit seinen sehr sensiblen Daten besonderes Augenmerk auf Cybersicherheit legen muss,“ meint Thomas Gerch, Regional Director Central Europe bei Infoblox. „Die Zahl der Bedrohungen ist in den letzten Monaten deutlich gestiegen, gleichzeitig ist das Thema Datenschutz im Gesundheitssektor durch die Regierungen streng reguliert. Die Branche steht somit vor großen Herausforderungen, wenn sie vermehrt auf Cloud-First-Technologien setzt.“

https://www.infoblox.com


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