Anzeige

Hacker

Die bekannte APT-Gruppe Turla war wieder aktiv. ESET-Forscher haben entdeckt, dass sich die Hacker Zugriff auf das Netzwerk eines Außenministeriums eines EU-Staates verschafft haben.

Zum Einsatz kam dabei ein raffiniertes Spionageprogrammnamens Crutch. Die Malware ist eine Backdoor und dient zum Diebstahl von sensiblen Dokumenten. Die Sicherheitsexperten des europäischen IT-Sicherheitshersteller fanden zahlreiche Indizien, die auf die Turla-Gruppe als Drahtzieher hindeutet. Der spezielle Einsatzort untermauert den Verdacht, dass Crutch nur gegen ganz bestimmte hochkarätige Ziele eingesetzt wird. Aufgabe des Spionageprogramms ist das Herausschleusen sensibler Dokumente und andere Dateien auf Dropbox-Konten, die von den Hackern kontrolliert werden. 

"Die Hauptaufgrabe von Crutch ist die Exfiltration sensibler Informationen der jeweiligen Organisation. Aufgrund der Raffinesse und der technischen Details gehen wir davon aus, dass die Turla-Gruppe hinter den Angriffen steckt", erklärt Matthieu Faou, einer der beteiligten ESET-Forscher. "Darüber hinaus ist das Spionageprogramm in der Lage, einige Sicherheitssysteme zu umgehen. Die Hacker missbrauchen eine legitime Infrastruktur, in diesem Fall Dropbox, um sich in den normalen Netzwerkverkehr einzufügen. So können unbemerkt Dokumente herausgeschleust und neue Befehle von den Betreibern eingegeben werden."

Aktivität der Crutch-Malware

Um die Aktivitäten des Spionageprogramms nachvollziehen zu können, haben die ESET-Forscher überprüft, wann Zip-Dateien auf die Dropbox-Konten hochgeladen wurde. Die Grafik zeigt, dass Crutch dann am aktivsten war, wenn auch in der Zielorganisation während der allgemeinen Arbeitszeiten der höchste Netzwerkverkehr entstand. So war eine Entdeckung schwieriger.

Wer ist Turla?

Turla ist seit mehr als 10 Jahren eine aktive Cyber-Spionagegruppe. Die APT-Gruppe hat viele Regierungen, insbesondere diplomatische Einrichtungen, auf der ganzen Welt kompromittiert und betreibt ein großes Malware-Arsenal, das ESET in den letzten Jahren dokumentiert hat.

Die detaillierte Ananlyse gibt es hier zum Nachlesen.

www.eset.com/de


Artikel zu diesem Thema

Cyberattacke
Nov 26, 2020

Weitere Verdopplung der Cyberattacken im dritten Quartal

Im dritten Quartal des Jahres mussten die Cyber-Defense-Spezialisten aus Bochum fast…

Weitere Artikel

Virus

Einer von vier E-Mail-Kompromittierungsangriffen nutzt Lookalike-Domains

Die neuesten Daten zu BEC-Betrügereien zeigen, wie böswillige Akteure eine Mischung aus Gmail-Konten, einer Zunahme gestohlener Überweisungen und einer Verlagerung auf Lohnabzweigungen nutzen.
Hacker

Cyberkriminelle wollen Kapital aus dem Thema Steuern schlagen

Erneut versuchen Cyberkriminelle sich weltweit die anstehenden Steuererklärungen vieler Bürger und Unternehmen zunutze zu machen, um Login-Daten zu entwenden und Schadsoftware zu verbreiten.
Hackerangriff

Colonial Pipeline-Hack: Das Stromnetz wurde nicht angegriffen – noch nicht...

Der Colonial Pipeline-Hack war auch insofern bemerkenswert, als dass er der bisher bedeutsamste Ransomware-Angriff auf ein US-Energietransportsystem war, im Gegensatz zu einem reinen Kraftstoffanbieter wie Exxon.
Krankenhaus IT

Krankenhäuser im Visier von Hackern

Leere Tanksäulen, verriegelte Supermarkttüren und der erste digitale Katastrophenfall in Deutschland – Menschen weltweit haben die Folgen der jüngsten Cyberattacken gegen kritische Infrastrukturen (KRITIS) am eigenen Leib gespürt: Erst Colonial Pipeline, dann…
DDoS

Zahl der DDoS-Angriffe sind rasant gestiegen

Die Zahl der DDoS-Attacken erreichte im 1. Halbjahr 2021 einen neuen Höchstwert. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit seinem DDoS-Boom und einer Verdopplung der Angriffe betrug noch einmal 33 Prozent.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.