Neue Spionagekampagne

Weltweite Android-Überwachungskampagne

TV-Box, Android, Sicherheitslücken
Quelle: Alberto Garcia Guillen / Shutterstock.com

Eine neu entdeckte Überwachungskampagne zeigt, wie gezielt mobile Geräte inzwischen für Spionage und Datendiebstahl missbraucht werden.

Sicherheitsforscher des Unternehmens Zimperium haben eine groß angelegte Android-Bedrohung analysiert, die unter dem Namen Arsink RAT bekannt ist. Dabei handelt es sich um einen Remote-Access-Trojaner, der unauffällig im Hintergrund agiert und sich dabei als legitimer Cloud-Datenverkehr ausgibt.

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Die Untersuchung brachte mehr als 1.200 schädliche Android-App-Varianten zutage, die mit mehreren hundert Kontrollservern kommunizieren. Insgesamt stehen diese Instanzen mit rund 45.000 infizierten Geräten in Verbindung – verteilt auf über 140 Länder. Damit zählt Arsink zu den umfangreicheren Android-Überwachungskampagnen, die in jüngerer Zeit bekannt wurden.

Cloud-Dienste als Tarnung für Angriffe

Im Unterschied zu klassischer Android-Malware setzt Arsink nicht auf eigene Serverinfrastruktur. Stattdessen werden bekannte Cloud-Dienste wie Firebase, Google Drive oder auch Messenger-Plattformen genutzt, um Befehle zu empfangen und abgegriffene Daten zu übertragen. Dadurch wirkt der Netzwerkverkehr auf den ersten Blick unauffällig und fügt sich in den normalen Datenfluss mobiler Anwendungen ein.

Verbreitung über gefälschte Apps und soziale Kanäle

Die Schadsoftware gelangt vor allem über manipulierte Apps auf die Geräte der Opfer. Diese werden über soziale Netzwerke, Messenger-Gruppen oder Datei-Hosting-Dienste verbreitet. Die Angreifer imitieren dabei bekannte Dienste und Anwendungen, darunter populäre Plattformen aus den Bereichen Kommunikation, Social Media und Streaming. Nutzer installieren die Apps in dem Glauben, es handele sich um legitime Angebote.

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Nach der Installation erhält Arsink weitreichenden Zugriff auf das betroffene Smartphone. Die Funktionen reichen vom Mitlesen von SMS und Anruflisten über das Abgreifen von Kontakten, Standortdaten und Gerätekennungen bis hin zu Mikrofonzugriff, Fotoüberwachung und Dateizugriff. Zusätzlich können die Angreifer aus der Ferne Befehle ausführen, Dateien manipulieren oder Speicherbereiche löschen.

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Risiko auch für Unternehmen

Besonders kritisch ist die Bedrohung für geschäftlich genutzte Mobilgeräte. Über kompromittierte Smartphones lassen sich Authentifizierungscodes, interne Kommunikationsinhalte oder Zugangsdaten abgreifen, ohne dass dies sofort auffällt. Da der Datenverkehr über bekannte Cloud-Dienste läuft, greifen viele klassische Sicherheitsmechanismen nicht.

Die Kampagne führt vor Augen, dass signaturbasierte Sicherheitslösungen allein nicht ausreichen. Moderne mobile Schadsoftware ist darauf ausgelegt, sich dynamisch anzupassen und legitime Infrastruktur zu missbrauchen. Laut Zimperium lassen sich solche Angriffe nur durch verhaltensbasierte Analysen direkt auf dem Endgerät zuverlässig erkennen, unabhängig von bekannten Angriffsmustern.

Angreifer setzen zunehmend auf eine Mobile-First-Strategie, da Smartphones heute Zugang zu sensiblen privaten und geschäftlichen Informationen bieten. Fälle wie Arsink zeigen, wie wichtig es für Unternehmen und Nutzer ist, mobile Geräte als gleichwertigen Bestandteil der IT-Sicherheitsstrategie zu behandeln und nicht nur als Randthema.

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

Pauline Dornig joined the IT Verlag team as an online editor in May 2020. (pd)
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