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Alexa

Quelle: Zapp2Photo / Shutterstock.com

Laut Einschätzungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags birgt Sprachassistent „Alexa“ Risiken für Minderjährige und unbeteiligte Besucher. Kinder könnten persönliche Informationen preisgeben oder mit ihrer Stimme Inhalte abrufen, die für sie nicht geeignet sind.

Im Gutachten stellt der Bundestag fest, dass Amazon zwar der Pflicht zur Informationsvermittlung bei der Datenerhebung von Nutzern ausreichend nachkommt. Allerdings bleibt es offen, wie unbeteiligte Dritte und Minderjährige von der Datensammlung ausgeschlossen werden können. Heiner Krüssmann, Director Sales Enterprise DACH bei Nuance Communications kommentiert:

„Wie viele digitale Sprachassistenten lässt sich Alexa durch ein bestimmtes Aktivierungswort bedienen. Erst dann werden also Sprachdaten an den entsprechenden Anbieter gesendet und verarbeitet. Neuerdings bietet Alexa auch an durch „Alexa lerne meine Stimme“ persönliche Stimmprofile einzurichten und zu personalisieren. Generell ist es ein guter Ansatz, mit Hilfe von Stimmbiometrie einzelne Personen zu identifizieren, um ein besseres Nutzererlebnis zu schaffen. Allerdings sollten Anbieter von digitalen Assistenten einen Schritt weitergehen und Stimmbiometrie auch einsetzen, um Stimmprofile zur Authentifizierung zu nutzen. So haben Anwender die Möglichkeit selbst zu bestimmen, welche Funktionen nur durch ein bestimmtes Stimmprofil ausgeführt werden können (wie z.B. Online-Bestellungen) und letztendlich wessen Daten dann weitergegeben werden. Um unbeteiligte Dritte und Minderjährige von der Datensammlung auszuschließen, gibt es mit Systemen wie der Nuance Security Suite die Möglichkeit eine Blacklist zu verwalten mit deren Hilfe sich Stimmprofile sperren lassen. Einzelne Nutzer können so von der Sprachaufzeichnung ausgeschlossen werden.

Stimmbiometrie mit ihren vielfältigen Möglichkeiten sollte in Zukunft unbedingt Teil von Sprachassistenten werden, um nicht nur ein besseres Nutzererlebnis zu schaffen, sondern auch Dritte auszuschließen, die den digitalen Assistenten nicht nutzen sollten. Wir empfehlen unseren Kunden immer den Einsatz von Sprachbiometrie gegenüber ihren Kunden offenzulegen. Die Kunden sollten sich darüber im Klaren sein, dass Sprachbiometrie verwendet wird, und sie sollten die Möglichkeit haben, sich gegen die Verwendung zu entscheiden, wenn sie dies wünschen. Wir haben gelernt, dass die Offenlegung des Einsatzes von Sprachbiometrie vielen unserer Kunden geholfen hat, sich in ihren jeweiligen Märkten zu differenzieren.

Stimmbiometrie ist eine Technologie zur Sprecherauthentifizierung, die eine Sprachprobe erfasst, sie mit einem zuvor gespeicherten Stimmabdruck – meistens eine eingesprochene Phrase wie „Meine Stimme ist mein Passwort“ vergleicht und ermittelt, wie genau diese übereinstimmen. Dabei enthält ein Stimmabdruck mehr als hundert einzigartige Merkmale einer Person, die einerseits durch physische Faktoren wie die Länge des Stimmtraktes oder der Nasenpassage und andererseits durch Verhaltensmerkmale wie Tonhöhe, Rhythmus oder den Akzent bestimmt werden. Selbst wenn jemand die Passphrase kennt, ist er nicht in der Lage, die Stimme des Sprechers vollständig zu imitieren.

Stimmbiometrie hat aber nicht nur sicherheitsrelevante Vorteile: sie zielt auch darauf ab, den Nutzerkomfort zu erhöhen. Die Eingabe von PINs, Passwörtern oder Sicherheitsfragen im Sprachdialogsystem wird überflüssig und erlaubt die einfache sprachliche Eingabe von Passphrasen, was weniger aufwändig und gleichzeitig sicherer ist. Stimmbiometrie findet heute vor allem in Call und Contact Centern Verwendung, vor allem im Finanz- und Bankensektor, bei Versicherungen, Telekommunikationsanbietern und in Behörden. Vermehrt kommt Stimmbiometrie auch zur Authentifizierung im Smart Home, im Gesundheitswesen und in Automotive-Lösungen zur Anwendung. 2016 nutzten weltweit 150 Millionen Menschen Stimmbiometrie-Lösungen von Nuance, heute sind wir bei 300 Millionen. Eine Verdopplung in zwei Jahren. Bis 2020 rechnen wir mit 600 Millionen.“

www.nuance.de
 


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