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Cyberkriminalität kann definiert werden als jede kriminelle Aktivität, bei der ein Computer (oder ein Netzwerkgerät) zum Ziel und/oder benutzt wird. Cyberkriminelle, die über einen Computer, ein Smartphone oder ein anderes vernetztes Gerät Zugang zu den Informationen eines älteren Erwachsenen haben, können diese leicht für ruchlose Absichten ausnutzen.

Sie versuchen ihre Opfer durch Emotionalität zu spontanen Übersprunghandlungen zu verleiten, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Im letzten BKA Lagebericht Cybercrime aus dem Jahr 2019 wurde ein wirtschaftlicher Schaden durch Computerbetrug im Umfang von 60,7 Millionen Euro festgestellt. Über die Anzahl der betroffenen Senioren wird in den Berichten leider keine Auskunft erteilt, aufgrund vieler Einzelberichte lässt sich aber auf eine hohe Anzahl an Betroffenen zurückschließen.

Senioren als Ziel 

Der Umfang der Aktivitäten, die auf Senioren abzielen, lässt sich trotz deren steigende Nutzung von internetfähigen Geräten und durch die Tatsache, dass die meisten von ihnen Kreditkarten besitzen erklären. In der Vergangenheit haben Menschen in den 70er und 80er Jahren kaum jemals einen Computer benutzt. Heutzutage verfügen Senioren über Social Media-Konten, surfen im Internet und benutzen natürlich Smartphones.

Im Gegensatz zu ihren jüngeren Mitmenschen sind sich Senioren der Cyber-Bedrohungen weniger bewusst und verfügen in vielen Fällen nicht über die Instrumente und die Erfahrung, um Angriffe und Betrugsversuche zu erkennen. Selbst ältere Menschen, die keinen Zugang zu Computern oder Smartphones haben, können Opfer von Cyberkriminalität werden, etwa wenn ihre persönlichen Daten aus einer Datenbank durchgesickert sind und an Kriminelle verkauft wurden, die sie dann ausnutzen können. Senioren sind auch die Zielgruppe, die Betrügern die höchste Erfolgsquote bei Telefon Phishing – sogenannten Vishing-Betrügereien – bietet. Hierbei handelt es sich um Betrug durch die Kompromittierung persönlicher Daten und um Nachrichten à la Enkeltrick, also angebliche Angehörige des Opfers die sich laut Betrüger in Geldnot befinden.

Ähnliches Muster auch ohne Verbindung zu Computern

Bei den meisten Straftaten gegen die erwachsene Bevölkerung wird ein ähnliches Muster wie bei dem Betrug an älteren Menschen ohne Verbindung zu Computern verwendet (z.B. Telemarketing von unnötigen Dienstleistungen durch hochaggressive Verkäufer). Die Kriminellen erreichen diese Menschen auf unverdächtige Weise – indem sie eine echt aussehende E-Mail senden, eine Freundschaftsanfrage bei Facebook anbieten oder eine legitime Website nutzen, die dem Opfer einen Urlaub oder einen anderen Preis anbietet. Die Kriminellen versuchen dann die persönlichen Daten dieser Personen zu erhalten. Insbesondere suchen sie nach Kreditkarten- und Identifikationsdaten, die es ihnen erlauben, diese Karten zu benutzen. Eine weitere Taktik besteht darin, sich als eine Person in Not auszugeben und um einen Geldtransfer zu bitten.

Eine ebenfalls beliebte Methode von Kriminellen ist das Vortäuschen eine „offizielle“ Einrichtung – Regierungsbeamte, Gemeinden und verschiedene Behörden – zu sein, während sie das Vertrauen (oder die Unschuld) der Senioren ausnutzen und sich auf betrügerische Weise ihre Daten beschaffen. Darüber hinaus ist diese Bevölkerung auch der „normalen“ Cyberkriminalität ausgesetzt – Phishing, Infizierung durch Malware und Diebstahl persönlicher Daten. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Senioren einen solchen Angriff meist nicht erkennen, da die Menschen dieser Altersgruppe Probleme damit haben, zu verstehen, dass sie kompromittiert wurden und deswegen selten Hilfe suchen. Es sei darauf hingewiesen, dass solche Angriffe auch über Smartphones, die bei dieser Altersgruppe immer beliebter werden, gegen Personen durchgeführt werden können. Diese Geräte werden in der Regel nicht mit Schutzsoftware versehen, die den Benutzer vor bösartigen Websites warnen oder ihn vor Versuchen warnen könnte, persönliche Daten aus dem Gerät heraus zu schleusen.

Wie können sich Senioren schützen: Tipps und Tricks

Alles beginnt und endet mit der allgemeinen digitalen Bildung, aber dieses Mal ist es die jüngere Generation, die ihre Eltern erziehen muss, und zwar mit den folgenden Tipps und Hinweisen:

  • Kenne deine Freunde und Feinde: Ältere Menschen nehmen Cyberrisiken weniger wahr. Es lohnt sich also, ihnen einige grundlegende Konzepte zu erklären und ihnen Beispiele für kriminelle oder betrügerische Online-Aktivitäten zu geben, damit sie daraus lernen und sie vermeiden können.
  • Es ist ratsam, davon auszugehen, dass alle Profile in sozialen Netzwerken gefälscht sind, bis das Gegenteil bewiesen ist. Senioren sollten niemandem persönliche Informationen mitteilen. Selbst wenn sie davon überzeugt sind, dass sie mit einem Beamten oder einer realen Person in Kontakt stehen, sollten sie keine Kreditkartendaten, Wohnadresse oder Sozialversicherungsnummer angeben – schon gar nicht per E-Mail.
  • Wenn ein Verdacht besteht, sollten sich die Betroffenen Hilfe suchen. Wenn um die Angabe von Kontaktinformationen gebeten wird, ist es ratsam, eine Person zu konsultieren, die sich mit Sicherheitsfragen gut auskennt, um sich von der Echtheit der Website zu überzeugen.
  • Wenn etwas zu gut aussieht, um wahr zu sein, ist es wahrscheinlich nicht wahr. Dieses alte Sprichwort ist in der Online-Welt genauso wahr wie in der physischen Welt. Rentner sollten den verlockenden Angeboten widerstehen, die auftauchen, wenn sie nach merkwürdigen Anwendungen suchen, die sich von selbst auf dem Mobilgerät installieren.

Fazit

Leider werden die älteren Menschen von heute auch weiterhin Opfer von Cyberkriminalität sein. Dieses Phänomen wird sich wahrscheinlich noch verschlimmern, bevor es besser wird, da immer mehr ältere Menschen digitale Zahlungsmittel und Bankgeschäfte über Smartphones nutzen.

Matthias Canisius, Regional Director CE & EE
Matthias Canisius
Regional Director CE & EE, SentinelOne

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