Anzeige

Dr. Amir AlsbihDas Online-Erotik-Portal Adult Friend Finder ist nach 2015 erneut gehackt worden. Diesmal könnten Hacker Zugriff auf 73 Millionen Kundendaten weltweit gehabt haben – gerade bei einem solchen Portal eine immens hohe Zahl äußerst sensibler Daten.  Dr. Amir Alsbih, COO von KeyIdentity, gibt Nutzern sechs wichtige Hinweise zur Passwortsicherheit.

Zwar scheint die Sicherheitslücke mittlerweile wieder geschlossen worden zu sein, aber das Grundproblem unsicherer Passwörter besteht weiter. Aus Bequemlichkeit nutzen viele Anwender zu einfache Passwörter und diese dann auch noch bei mehreren Diensten. 

1. „Eigentlich weiß heute jeder, dass die Sicherheit von Passwörtern mit ihrer Komplexität steigt. Die OWASP als de-facto Standard für die Sicherheit von Web-Anwendungen schreibt beispielsweise vor, dass Passwörter drei von vier Komplexitätsregeln (Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Ziffern, Sonderzeichen) entsprechen müssen, dabei mindestens zehn Zeichen lang sein sollten sowie nicht mehr als zwei identische Zeichen aufeinanderfolgend haben dürfen.“

2. „Die Komplexität eines Passworts reduziert dabei die Wahrscheinlichkeit, dass ein Dritter meine digitale Identität durch einen Brute-Force Angriff übernimmt. Brute-Force Angriffe probieren dazu in der Regel die am häufig benutzten Passwörter aus und können mit zehn Versuchen pro Account ein Prozent aller Kunden-Accounts eines Anbieters übernehmen.“'

3. „In der Realität entsprechen aber nur etwa ein Prozent aller Passwörter den genannten Komplexitätsanforderungen. Aber selbst wenn sie es tun, so ist und bleibt der Mensch doch ein Gewohnheitstier, der dazu neigt die gleichen Muster zu wählen und ein Passwort überwiegend nach dem Schema: ein Großbuchstabe – diverse Kleinbuchstaben – zwei bis vier Ziffern aufzubauen und am Ende dann noch mit einem Ausrufezeichen zu versehen – und das für die meisten der genutzten Accounts."

4. „Doch selbst, wenn ein Passwort stark ist und der Anbieter das Passwort in einem sicheren Format speichert, so kann jeder sein Passwort auch durch einen Phishing-Angriff oder durch Malware verlieren, die das Passwort direkt auf dem eigenen Rechner mitschneidet. Gegen beide „Angriffe“ hilft das beste Passwort nichts.“

5. „Die einzige Chance, seinen Account ausreichend zu sichern, sind so genannte One-Time-Push-Tokens. So kann einem Nutzer nach einer erfolgreichen Authentifizierung eine Meldung auf das Handy gesendet werden, die er mit einem Klick bestätigen muss, um Zugriff auf seinen Account zu erhalten –klickt er nicht, wird der Zugang verwehrt, selbst wenn er die Zugangsdaten kennt. So wird die Sicherheit durch einen weiteren Faktor erhöht, eine Multi-Faktor-Authentifizierung also.“

6. „Ob ich als Einzelperson eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für jeden meiner Accounts nutze, ist eine persönliche Risikoentscheidung. Aber wir sollten endlich beginnen zu akzeptieren, dass Passwörter alleine nicht funktionieren.“

www.keyidentity.com 


Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!

 

Weitere Artikel

Zoom

Zoom-Nutzer verstärkt im Visier von Phishing-Angriffen

Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen – nicht nur im privaten Bereich, sondern auch beruflich. Unzählige Menschen weltweit arbeiten derzeit erstmals im Homeoffice und versuchen, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Eine immer…
Putzmittel

Mehr Cyber-Hygiene in Corona-Zeiten

Während die Wirtschaft unter den Folgen der Corona-Krise leidet, haben Cyber-Kriminelle Konjunktur. Von Januar bis März 2020 wurden über 16.000 Domains registriert, die einen Bezug zum Thema Corona haben. Diese sind zu 50 Prozent häufiger betrügerisch als…
IoT Cybercrime

IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

Attivo Networks hat seine auf der Deception-Technologie basierende ThreatDefend-Plattform in das Microsoft Azure Security Center integriert. Dadurch wird die Erkennungs-Rate und Reaktionszeit bei Angriffen auf den Microsoft-Dienst Azure IoT Edge weiter…
Bug Hacking

Bug-Bounty-Aktivität verdoppelt

Eine neue Facette der IT-Security: Durch die Corona-Krise ist ein erhöhter Überprüfungsbedarf für kurzfristig entwickelte Online-Dienste zu verzeichnen. Die Aktivitäten auf der Bug-Bounty-Aktivität haben sich verdoppelt.

Anzeige

Newsletter Anmeldung

Smarte News aus der IT-Welt

Sie möchten wöchentlich über die aktuellen Fachartikel auf it-daily.net informiert werden? Dann abonnieren Sie jetzt den Newsletter!

Newsletter eBook

Exklusiv für Sie

Als Newsletter-Abonnent erhalten Sie das Booklet „Social Engineering: High Noon“ mit zahlreichen Illustrationen exklusiv und kostenlos als PDF!