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NIS2 und Threat Intelligence

NIS2: Wie man Regulatorik in tatsächliche Sicherheit übersetzt

Die „Richtlinie 2022/2555, NIS2” klingt zwar nach einem Fall für die IT-Abteilung, ist aber eine direkte Angelegenheit der Führungsetage. Denn das NIS2-Umsetzungsgesetz macht Cybersicherheit für Geschäftsführer und Vorstand zum persönlichen Verantwortungsbereich.

NIS2: Wie man Regulatorik in tatsächliche Sicherheit übersetzt

NIS2 verpflichtet außerdem zu zehn Maßnahmen: von der Risikoanalyse über die Absicherung von Lieferketten bis zu Schulungen von Führungskräften. Dazu zählt auch die Meldepflicht schwerwiegender Vorfälle beim BSI binnen 24 Stunden. Um die Wahrscheinlichkeit schwerwiegender Vorfälle zu reduzieren, braucht es eine zeitgemäße Threat-Intelligence-Plattform und regelmäßige, schonungslose Selbsttests, um den genannten Anforderungen lückenlos zu entsprechen.

Die Bedeutung strukturierter Threat Intelligence

Threat-Intelligence-Plattformen sammeln Informationen über Bedrohungen aus Behördenwarnungen, branchenspezifischen Netzwerken und internen Sicherheitssystemen. Anschließend liefern sie ein aktuelles Lagebild des eigenen Unternehmens und beantworten Fragen wie: Welche Angreifer sind aktiv? Welche Branchen werden gerade attackiert? Gab es ähnliche Vorfälle bei anderen Unternehmen?

NIS2 setzt dieses Lagebild für eine fundierte Risikoanalyse voraus. Denn es garantiert Dokumentation, die das BSI im Zweifelsfall einfordern wird. Um die eingangs erwähnte Meldefrist nach Angriffen einzuhalten, muss man diese jedoch verstehen, eingrenzen und beschreiben können, damit die Meldung an das BSI inhaltlich belastbar ist.

Cyberangriffe sind kein obskures Szenario mehr, sondern ein allgegenwärtiges Betriebsrisiko.

Irina Tolda, Filigran

Dafür müssen Unternehmen kontinuierlich prüfen, ob die eigenen Sicherheitssysteme einen Angriff erkennen könnten, bevor er eintritt. Vereinfacht gesagt: Das System muss regelmäßig automatisierte Realitätschecks durchführen. Wenn ein neues Angriffsmuster bekannt wird, sollte es automatisch testen, ob die eigenen Werkzeuge es entdecken würden. Lücken müssen dann sofort gemeldet und geschlossen werden.

Über die sogenannte „Orchestrierung“ werden die genannten Komponenten schließlich in Einklang gebracht. Dafür braucht es eine zentralisierte Steuerung des gesamten Prozesses. Eine Plattform muss Sicherheitsverantwortliche im gesamten Ablauf entlasten: Vom ersten Alarm bis zur Meldung an die Behörden. Sie muss Berichte in verständlicher Sprache für die Unternehmensführung verfassen und dafür sorgen, dass alle gesetzlichen Fristen eingehalten werden. So verfügen Unternehmen über einen 360°-Lagebericht, sind stets informiert, handlungsbereit und in Sachen Compliance bestens aufgestellt.

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Ohne kontinuierliche Resilienz keine Compliance

Cyberangriffe sind kein obskures Szenario mehr, sondern ein allgegenwärtiges Betriebsrisiko, das obendrein durch den steten Vormarsch von KI skaliert wird. Unternehmen, die ihr Risikobewusstsein und ihre Threat Intelligence strukturell verbessern, werden resistenter gegenüber unerwarteten Vorfällen und sind für Gesetzesänderungen gewappnet. Wer Risiken täglich über Bedrohungsinformationen simuliert und die eigenen Schutzmauern testet, kann sich als krisenerprobt bezeichnen, ohne je einen Notfall durchstehen zu müssen.

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