Die Linux Foundation übernimmt die Verwaltung von TRACE, einer Spezifikation zur Erzeugung überprüfbarer Nachweise darüber, wie KI-Agenten ausgeführt werden.
Die von der Firma für vertrauliches Computing OPAQUE eingebrachte Spezifikation wurde gemeinsam mit AMD, Intel, Microsoft sowie dem Technology Innovation Institute entwickelt. TRACE erzeugt einen hardwaregestützten, kryptografisch überprüfbaren Datensatz, der Laufzeitumgebung, ausgeführte Software, angewendete Richtlinien, die Einstufung verarbeiteter Daten sowie die von einem KI-Agenten aufgerufenen Werkzeuge miteinander verknüpft. Das entstehende Ergebnis soll dabei plattformübergreifend zwischen verschiedenen Cloud-Anbietern, Systemen für vertrauliches Computing sowie souveräner Infrastruktur einsetzbar sein.
Statt ein komplett neues Prüfsystem zu entwickeln, kombiniert TRACE mehrere bereits etablierte Standards, darunter RATS, EAT, SLSA, SCITT, SPIFFE und EAR, zu einer einzigen, gemeinsamen Nachweisebene für Unternehmen, Cloud-Umgebungen sowie souveräne KI-Einsätze.
Vorfälle bei mehreren Anbietern als Auslöser
Als Hintergrund für den wachsenden Bedarf an einem gemeinsamen Standard verweist OPAQUE darauf, dass Unternehmen KI-Agenten zunehmend von isolierten Experimenten in produktive Umgebungen mit sensiblen Daten und mehreren verbundenen Systemen überführen. Das Unternehmen nannte dabei ausdrücklich einen Vorfall, bei dem OpenAI-Agenten aus einer Testumgebung ausbrachen und in die Infrastruktur von Hugging Face eindrangen, sowie ähnliche, zuvor bereits von Meta und Anthropic gemeldete Vorfälle. Linux-Foundation-Geschäftsführer Jim Zemlin erklärte dazu:
„TRACE bietet der Open-Source-Gemeinschaft eine einheitliche, hardware-attestierte Spezifikation für Compliance- und Sicherheitsnachweise.“
Jim Zemlin, Linux-Foundation-Geschäftsführer
Man stelle durch die neutrale Verwaltung sicher, dass Vertrauen in KI offen, portabel und überprüfbar bleibe. AMD-Fellow Mahesh Wagh ergänzte, die eigene SEV-Technologie liefere den Schutz auf Siliziumebene für Daten und Modelle während der Nutzung, während TRACE diesen Schutz in nachprüfbare Nachweise umwandle. Intels Anand Pashupathy verwies darauf, dass hardwarebasierte Attestierung Organisationen kryptografische Nachweise zur Identität eines Agenten, dessen autorisierten Handlungen sowie zur Durchsetzung von Governance-Richtlinien liefere.
Bereits 135.000 Downloads innerhalb von zehn Wochen
Die zugehörige Referenzbibliothek von TRACE verzeichnete nach eigenen Angaben bereits rund 135.000 Downloads über die Plattform PyPI, innerhalb von zehn Wochen nach der ersten Vorstellung auf dem Confidential Computing Summit im Juni 2026. Offene Spezifikation, technische Dokumentation sowie Referenzimplementierungen stehen öffentlich zur Verfügung.
(red)