macOS-Schadsoftware

Microsoft deckt Infrastruktur auf: Über 30 Domains mit MacSync Stealer verknüpft

MacOS
Bildquelle: sdx15 / Shutterstock.com

Der MacSync Stealer greift gezielt macOS-Systeme an. Microsoft hat mehr als 30 wechselnde Domains identifiziert, die zum Abfluss sensibler Daten dienen.

Sicherheitsexperten von Microsoft Defender haben ein Netzwerk aus mehr als 30 Web-Domains aufgedeckt, das aktiv für Angriffskampagnen mit der macOS-Schadsoftware „MacSync Stealer“ genutzt wird. Die Infektion beginnt in der Regel über sogenannte ClickFix-Methoden (Social Engineering), bei denen Opfer dazu verleitet werden, bösartige Befehle manuell in die macOS-Terminal-Mappe (zsh) einzufügen.

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Einmal ausgeführt, nutzt die Schadsoftware Systemwerkzeuge wie curl, osascript (AppleScript), Base64 und gunzip, um weitere Komponenten nachzuladen und sensible Daten abzugreifen. Im Visier der Angreifer stehen unter anderem:

  • Zugangsdaten & Schlüssel: macOS-Schlüsselbund (Keychain), Browser-Anmeldedaten, Cookies und SSH-Schlüssel.
  • Entwickler- & Cloud-Konfigurationen: AWS-Zugangsdaten (Amazon Web Services) sowie Kubernetes-Konfigurationsdateien.
  • Persönliche Dokumente: Apple Notes, Browser-Historie und vertrauliche Dateien aus Benutzerverzeichnissen.

Die gestohlenen Daten werden lokal unter /tmp/osalogging.zip komprimiert, in mehrere Teile aufgespalten und per HTTP-PUT-Request über curl an die Server der Angreifer übertragen.

Verknüpfung rotierender Domains durch Verhaltensmuster

Trotz ständig wechselnder Server-Infrastrukturen gelang es Microsoft, die Angriffe über charakteristische Verhaltensmuster auf Endgeräten und im Netzwerk nachzuverfolgen. Zu den Wiedererkennungsmerkmalen zählen spezifische Anfragepfade (wie /curl/, /dynamic?txd= oder /gate?buildtxd=), feste API-Key-Header sowie identische Parameter bei der Übertragung zerlegter Datenpakete.

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Die Erkenntnisse bauen auf früheren Analysen des Sicherheitsdienstleisters RST Cloud auf und bestätigen, dass die Angreifer nicht nur Test-Signale („Beacons“) senden, sondern aktiv Daten in großem Umfang stehlen.

Empfohlene Schutzmaßnahmen gegen MacSync Stealer

Zur Abwehr der Bedrohung raten Sicherheitsexperten zu folgenden Schritten:

  • Sensibilisierung: Anwender darauf hinweisen, niemals unüberprüfte Terminal-Befehle von Websites, aus Chats oder Dokumenten zu kopieren und auszuführen.
  • Prozess-Überwachung: Ungewöhnliche Terminal- und zsh-Sitzungen sowie verdächtige curl-Uploads mit Parametern zur Paketzerlegung kontinuierlich überwachen.
  • Nutzung moderner Systemfunktionen: Aktualisierung auf macOS 26.4 oder neuer, da neuere Betriebssystemversionen integrierte Schutzmechanismen wie Warnungen beim Einfügen von Terminal-Befehlen und erweiterte XProtect-Analysen bieten.

(red)

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