Krypto-Scams: So können Sie sich schützen

Krypto-Scam Mausefalle

Kryptowährungen liegen derzeit hoch im Trend. Mehr und mehr Token kommen auf den Markt. Mit den zahlreichen Neuerscheinungen haben aber auch Betrüger mehr Möglichkeiten zum Missbrauch. Dabei geben sie sich als seriöse Anbieter aus, um den Anlegern die Coins zu entwenden.

Häufig stehen diese Betrügereien im Zusammenhang mit ICOs. Woran erkennt man Krypto-Scams? Und wie können sich Anleger vor ihnen schützen?

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Krypto trotz sicherer Blockchain nicht vor Scams sicher

Kryptowährungen sind gegen Scams nicht immun. Unerfahrene Investoren wissen oft nicht, wo Vorsicht geboten ist. Sie lassen sich von Ermäßigungen, Werbegeschenken oder Empfehlungen von Prominenten anlocken.

Aus technischer Sicht ist die Blockchain-Technologie weitestgehend sicher. Token sind auf öffentlichen Blockchains aufgebaut und verfügen über sichtbare Transaktionsdaten. Diese Daten können zu einer Person oder einem Bankkonto zurückverfolgt werden. Dies hindert Betrüger jedoch nicht daran, neue Betrugsmaschen zu finden. Denn mit neuen Innovationen wie Kryptowährungen gehen neue Betrugsmaschen einher.

Social Media Scams

Die Verbreitung von Betrügereien in den sozialen Medien ist enorm: Man findet zahlreiche Beiträge, in denen es darum geht, wie man schnell reich werden kann. Beispielsweise in Cloud-Mining-Lösungen zu investieren oder 1 ETH einzuzahlen und dafür 2 zu erhalten.

Der vielleicht bekannteste Fall eines Social Media Scams ereignete sich im Juli 2020, als Twitter-Konten namhafter Personen und Unternehmen gehackt wurden. Einige der kompromittierten Konten gehörten den Tech-Unternehmern Elon Musk und Bill Gates, dem Investor Warren Buffett, dem Boxer Floyd Mayweather und Unternehmen wie Apple und Uber.

Die Hacker verschafften sich Zugang zur Administrationskonsole von Twitter und veröffentlichten Tweets von diesen Konten. In den Posts forderten sie die Abonnenten auf, Geld an eine bestimmte Blockchain-Adresse zu senden. Sie versprachen, dass die Beträge der Nutzer verdoppelt und als wohltätige Spende zurücküberwiesen werden würden. Berichten zufolge wurden innerhalb von Minuten nach Veröffentlichung der Tweets 320 Transaktionen getätigt.

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Soziale Manipulation

Bei dieser Betrugsmasche geben sich Hacker als Vermittler einer bekannten Plattform aus. So gelangen sie an Informationen und wecken das Interesse an einem speziellen Angebot oder einem neuen Token auf dem Markt. Die Zielperson folgt einem Link zu einer Website, auf der sie die Daten einer Wallet-Adresse eingeben muss, sich bei einer Plattform anmelden muss oder ihre Anmeldedaten auf einer gefälschten Plattform preisgibt. So erlangen die Hacker die Zugangsdaten der Zielperson und können die Wallets leer räumen.

ICO-Betrügereien und Defi-Rug-Pulls

Jeden Tag kommen neue Token auf den Markt. Auf dezentralen Börsen und Defi-Swap-Seiten tauchen täglich neue Konzepte auf. Das Hauptziel der Betrüger ist es hierbei, die Kryptowährungen des Opfers im Austausch gegen einen wertlosen Token zu erhalten. Oft werden diese Machenschaften von bezahlten Personengruppen vorangetrieben, um ein größeres Publikum von Nutzern zu beeinflussen. So kann ein FOMO-Effekt (Fear of missing out = Angst, etwas zu verpassen) erzeugt werden und den Token-Preis sehr schnell künstlich erhöhen. Neue Investoren im Markt springen auf die Welle auf und sehen oft einige kurzzeitige Gewinne, bevor ihnen der Teppich unter den Füßen weggezogen wird.

In diesem Fall können die Ersteller der Token innerhalb weniger Wochen Kryptowährungen im Wert von Millionen von Dollar einkassieren und die Anleger mit wertlosen Tokens zurücklassen, die nicht gehandelt werden können.

Unechte Promi-Werbung

Viele Prominente engagieren sich neuerdings in der Krypto-Branche, aber welche Werbung ist echt und welche nicht? Es gibt zahlreiche gefälschte Websites, die Werbeaktionen und gefälschte Empfehlungen für unbekannte Token oder Bitcoin selbst bewerben.

Elon Musk ist aufgrund seiner Affinität zum Krypto-Bereich und seiner ständigen Tweets ein beliebter Kandidat für Krypto-Betrügereien. Es gibt zahlreiche Berichte von Anlegern, die durch “Elon Musk Bitcoin Giveaways” Geld verloren haben. Das passiert, wenn man die Website nicht überprüft, auf der man den Artikel gelesen hat oder keine Nachforschungen angestellt wurden.

Niemand, nicht einmal eine berühmte Person oder ein Unternehmen, wird eine Investition in Bitcoin oder Ethereum mit einer einmaligen Einzahlung verdoppeln.

Neue Token mit zu großen Versprechungen

So mancher hat neue Token oder Plattformen mit beeindruckend aussehendem Branding und Werbung auftauchen sehen. Wenn man das schicke Marketing ausblendet und das Whitepaper sorgfältig liest, stellt man fest, dass die meisten Token bereits an das Team verteilt wurden. Diese Teammitglieder sind darauf vorbereitet, die Token kurz nach dem Start wieder loszuwerden. Token, die viel versprechen, halten selten etwas. Zudem sind die Gründer meist anonym.

Fakes erkennen

Fake-Accounts können leicht erstellt werden und werden oft nur für wenige Tage genutzt, bevor sie wieder neu erstellt werden. Wenn der Account wie ein Unternehmens-Account aussieht, sollte man die URL überprüfen, und sie mit dem Link zur Website der Brand für ihre offiziellen sozialen Medien vergleichen.

Ein fehlender Kundendienst oder die fehlende Interaktivität kann nur eines bedeuten: Es ist niemand da, der helfen kann. Wenn man auf einen offenen Telegrammkanal verwiesen wird, sollte man sich vorsehen.

Offene Telegram-Kanäle sind bekannte Sammelstellen für Betrüger, die sich als Admins ausgeben oder einfach unwissende Investoren ansprechen. Dies erfolgt beispielsweise durch Direktmitteilungen von Personen in sozialen Medien mit Token-Angeboten, Trading-Angeboten, Trading-Signalen, Cloud Mining oder der Verwaltung von Handelskonten.

Man sollte nie einem Angebot per Direct Message trauen. Diese sollten sofort blockiert und der jeweiligen Social-Media-Plattform gemeldet werden.

So bleibt man sicher im Web

Ob man nun Online-Banking nutzt, in Kryptowährungen investiert und mit ihnen handelt oder einfach nur seine Identität schützt – es gibt ein paar grundlegende Regeln, die man beachten sollte, um sich zu einem uninteressanten Ziel zu machen.

  1. Die 2-Faktor-Authentifizierung erfordert einen 6- bis 8-stelligen Code von einem separaten mobilen Gerät, um eine Anmeldung auf einer Website zu authentifizieren. 2FA sollte überall dort eingesetzt werden, wo sie verfügbar ist. Die zwei Minuten, die die Einrichtung der 2FA-Authentifizierung in Anspruch nimmt, könnten in Zukunft das gesamte digitale Online-Profil schützen.

  2. Links tauchen jeden Tag in unseren E-Mails, Kurznachrichten und sozialen Medien auf. Die Nutzer haben ein Muskelgedächtnis für “erst klicken, dann fragen” entwickelt, weil sie so schnell wie möglich so viel wie möglich erfahren wollen. Manchmal werden URLs gekürzt, um ihr Ziel zu verschleiern. Diese sollten vermieden werden, es sei denn, sie stammen von einer vertrauenswürdigen Quelle.

  3. Der Schlüssel liegt in der Nachforschung. Man sollte lernen, wie man bekannte und unbekannte Quellen über soziale Medien, öffentliche Steuerunterlagen oder andere offizielle Regierungsquellen googelt. Oft findet man alles heraus, was man wissen muss, wenn man “Firmenname + Betrug” in der Suchmaschine eingibt.

Die Welt mag verrückt nach Kryptowährungen geworden sein. Lassen Sie sich mitreißen, aber behalten Sie einen kühlen Kopf.

Andreas Belocerkov

Crypto Nerds -

Gründer

Andreas Belocerkov hat mit seinem Team einen privaten NFT-Mitgliedschaftsclub gegründet – die „Crypto Nerds“. Sie schürfen ihre eigenen NFTs, die als digitale Tickets oder Mitgliedsnachweise verwendet werden, um den Zugang zu einer Datenbank mit Krypto-Tutorials freizuschalten und Zugang zu einem starken Crypto-Netzwerk zu bekommen.
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