Unternehmen in Deutschland, die ein Security Operation Center aufbauen, setzen geschlossen auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Sicherheitsanbieters Kaspersky. Die Erwartungen sind hoch: KI soll Bedrohungen schneller sichtbar machen, Abläufe automatisieren und die Effizienz der Sicherheitsarbeit deutlich steigern. Gleichzeitig stehen Organisationen vor neuen Risiken, steigenden Kosten und einem spürbaren Fachkräftemangel.
Große Erwartungen an Analyse, Erkennung und Automatisierung
Im Zentrum der geplanten KI-Nutzung steht die Fähigkeit, große Datenmengen automatisch auszuwerten. Viele Unternehmen erhoffen sich dadurch eine zuverlässigere Identifikation von Anomalien und schädlichen Aktivitäten. Ebenso wichtig ist die Unterstützung bei Reaktionsprozessen, etwa durch automatisierte Incident-Response-Abläufe.
Darüber hinaus verbinden Organisationen mit KI eine insgesamt effektivere Bedrohungserkennung, weniger manuelle Routinearbeit und präzisere Ergebnisse mit geringerer Fehlalarmrate. KI wird damit nicht nur als technisches Werkzeug gesehen, sondern als zentraler Hebel für leistungsfähigere Sicherheitsstrukturen.
Hürden auf dem Weg zum KI-gestützten SOC
Trotz der klaren Zielrichtung ist der Weg zur praktischen Umsetzung anspruchsvoll. Unternehmen nennen vor allem neue sicherheitsrelevante Risiken im Zusammenhang mit KI selbst als größte Herausforderung. Hinzu kommen hohe Investitions- und Betriebskosten, fehlende qualitativ hochwertige Trainingsdaten sowie ein Mangel an spezialisierten Fachkräften.
Gerade der kombinierte Engpass aus Cybersecurity-Know-how und KI-Expertise erschwert es vielen Organisationen, eigene Kompetenzen im SOC aufzubauen. Damit wächst der Bedarf an strukturierten Vorgehensmodellen und externer Unterstützung.
Vom Pilotprojekt zum stabilen Betrieb
Die Studie macht deutlich, dass viele Unternehmen den Nutzen von KI im Sicherheitsbetrieb bereits erkennen, der Übergang von ersten Tests zu messbaren Ergebnissen im Alltag jedoch komplex bleibt. Laut Kaspersky erfordert ein wirksames SOC klar definierte Prozesse, geeignete Analyseplattformen sowie integrierte Werkzeuge für Erkennung, Untersuchung und Reaktion.
Zentrale Bausteine sind unter anderem Systeme zur Auswertung von Logdaten, Bedrohungsinformationen zur Einordnung von Angriffsmustern sowie Sicherheitsplattformen, die Echtzeitschutz und Reaktionsfunktionen bündeln. KI-gestützte Analysen können diese Komponenten ergänzen, indem sie verdächtige Muster schneller sichtbar machen und Entscheidungen vorbereiten.
KI verändert die Sicherheitsorganisation nachhaltig
Die flächendeckende Planung des KI-Einsatzes zeigt, dass Security Operations vor einem strukturellen Wandel stehen. Automatisierte Analysen, schnellere Reaktionen und effizientere Abläufe könnten künftig zum Standard werden.
Gleichzeitig entscheidet der Umgang mit Risiken, Kosten und Fachkräftebedarf darüber, wie schnell dieser Wandel gelingt. KI ist damit weniger eine optionale Erweiterung als vielmehr ein strategischer Faktor für die Zukunft der IT-Sicherheit in Unternehmen.