Cyberangriffe werden komplexer, schneller und schwerer vorhersehbar. Vor diesem Hintergrund gewinnen Security Operation Center in deutschen Unternehmen deutlich an Bedeutung.
Eine aktuelle Umfrage von Kaspersky zeigt, dass Organisationen verstärkt auf strukturierte Sicherheitszentralen setzen, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und gezielt darauf zu reagieren.
Schutz vor neuen Angriffsmustern im Fokus
Der wichtigste Beweggrund für den Einsatz eines SOC ist für viele Unternehmen die wachsende Bedrohung durch neue und immer raffiniertere Angriffsmethoden. Mehr als die Hälfte der Befragten verspricht sich davon eine bessere Abwehr gegen bislang unbekannte oder schwer erkennbare Angriffe. Ebenfalls häufig genannt werden ein insgesamt höheres Sicherheitsniveau sowie die Fähigkeit, Sicherheitsvorfälle schneller zu identifizieren und einzudämmen. Auch die sichere Auswertung sensibler Daten spielt bei der Entscheidung eine relevante Rolle.
Kostenfragen oder Wettbewerbsvorteile stehen dagegen weniger im Vordergrund. Der Aufbau eines SOC wird zunehmend als notwendige Schutzmaßnahme verstanden und nicht primär als wirtschaftliches Optimierungsprojekt.
Eigenbetrieb bleibt die Ausnahme
Trotz der hohen Bedeutung betreiben nur wenige Unternehmen ein Security Operation Center vollständig in Eigenregie. Der Großteil setzt ganz oder teilweise auf externe Unterstützung. Besonders häufig genannt werden dabei regulatorische Anforderungen, die ohne spezialisierte Hilfe kaum zu erfüllen sind. Hinzu kommt der Mangel an qualifizierten Sicherheitsexperten sowie der Wunsch nach einer lückenlosen Überwachung rund um die Uhr.
Die Auslagerung einzelner oder mehrerer SOC Aufgaben wird damit zur pragmatischen Lösung, um Fachwissen, Skalierbarkeit und permanente Einsatzbereitschaft sicherzustellen.
Welche Fähigkeiten ein modernes SOC benötigt
Unabhängig vom Betriebsmodell legen Unternehmen großen Wert auf bestimmte technische Grundlagen. An erster Stelle steht der Zugriff auf aktuelle Bedrohungsinformationen, die Angriffe einordnen und bewerten helfen. Ebenfalls wichtig sind Systeme zur zentralen Auswertung von Sicherheitsereignissen sowie Lösungen zum Schutz und zur Überwachung von Endgeräten.
Diese Technologien reduzieren zwar den manuellen Aufwand, ersetzen jedoch nicht die Expertise erfahrener Analysten. Die Interpretation komplexer Zusammenhänge und die Entscheidung über geeignete Gegenmaßnahmen bleiben eine menschliche Aufgabe.
Prozesse und Menschen als Erfolgsfaktor
Neben der Technik sind klare Abläufe und definierte Zuständigkeiten entscheidend für den Erfolg eines SOC. Nur wenn Prozesse sauber aufeinander abgestimmt sind und kontinuierlich weiterentwickelt werden, können Sicherheitsteams effizient arbeiten und sich auf kritische Vorfälle konzentrieren.
Ein gut organisiertes SOC wird so zu einem aktiven Bestandteil der gesamten Sicherheitsstrategie. Es reagiert nicht nur auf Angriffe, sondern trägt dazu bei, Risiken frühzeitig zu erkennen und die eigene Abwehr laufend zu verbessern.
Einordnung
Security Operation Center sind für viele Unternehmen in Deutschland zu einem zentralen Element der Cybersicherheit geworden sind. Der Trend geht klar in Richtung hybrider Modelle, bei denen interne Strukturen mit externer Expertise kombiniert werden. Entscheidend ist dabei weniger die vollständige Kontrolle als vielmehr die Fähigkeit, Bedrohungen schnell, fundiert und rund um die Uhr zu begegnen.