Nach eigenen Angaben von Google verhindern Chromes Anti-Missbrauchssysteme täglich mehr als 7 Milliarden unerwünschte Android-Benachrichtigungen.
In einem aktuellen Blogbeitrag beschreibt Google sein Vorgehen als sogenanntes Swiss-Cheese-Verteidigungsmodell, bei dem mehrere sich überlappende Systeme Missbrauch jeweils auf unterschiedlichen Ebenen abfangen sollen. Google erklärte dazu:
„Unser Ziel ist es sicherzustellen, dass eine andere Ebene greift, falls Missbrauch durch eine Schicht hindurchrutscht. Dieser Ansatz erlaubt es uns, Missbrauch bereits an der Quelle zu stoppen und irreführende Inhalte von Nutzern fernzuhalten, während gleichzeitig ein gesundes Gleichgewicht zwischen Nutzen und Sicherheit erhalten bleibt.“
Konkret entzieht Chrome dabei automatisch Websites die Berechtigung zum Versand von Benachrichtigungen, wenn diese längere Zeit nicht besucht wurden oder wiederholt Warnungen wegen verdächtiger Benachrichtigungsinhalte auslösen. Zusätzlich kann Chrome Gruppen von Websites identifizieren, die koordiniert an Missbrauchskampagnen mit Benachrichtigungen beteiligt sind, und ihnen die Berechtigung gemeinsam entziehen. Auf Zustellungsebene lassen sich auffällige Websites über den Dienst Firebase Cloud Messaging zudem gezielt auf maximal 1.000 Nachrichten pro Minute drosseln, wiederholt auffällige Websites erhalten dabei noch engere Grenzwerte.
Weitere Chrome-Schutzfunktionen bereits seit Jahren im Aufbau
Ergänzt werden diese automatisierten Systeme durch Funktionen, die Nutzer selbst direkt betreffen: Seit 2023 entfernt die Chrome-Funktion Safety Check automatisch ungenutzte Benachrichtigungsberechtigungen, seit einem Update im Jahr 2024 lässt sich zudem jede einzelne Android-Benachrichtigung mit einem einzigen Fingertipp direkt abbestellen. Nach Angaben von Google reduzierte allein diese Funktion das Benachrichtigungsaufkommen auf unterstützten Pixel-Geräten um 30 Prozent. Nutzer können ihre eigenen erteilten Benachrichtigungsberechtigungen jederzeit unter den Website-Einstellungen in den Chrome-Einstellungen einsehen und einzeln widerrufen.
Sämtliche von Google genannten Zahlen, einschließlich der 7 Milliarden täglich verhinderten Benachrichtigungen sowie der 30-prozentigen Reduzierung auf Pixel-Geräten, stammen dabei ausschließlich aus eigenen Angaben des Unternehmens. Eine unabhängige Überprüfung dieser Werte oder Angaben zu einer möglichen Falsch-Positiv-Rate, bei der auch legitime Websites betroffen sein könnten, veröffentlichte Google bislang nicht.
(red)