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Passwort-Eingabe

Während sich das BSI von lang gehegten Passwortregeln wie der Angabe einer exakten Mindestlänge verabschiedet, stellen sich Unternehmen sowie Sicherheitsexperten die Frage: „Wann schaden Passwort-Richtlinien mehr als sie nützen?“ Wenn es um die sichere Erstellung und Verwaltung von Passwörtern geht, kann der Einzelne schnell überfordert sein.

Gerade einmal jeder dritte wechselt deshalb sein Passwort regelmäßig. Je mehr Regeln noch hinzukommen, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter vor diesem fast schon unzumutbaren Passwörter-Regelwerk kapitulieren.

„Man nehme pro Person 15 OnlineZugänge, hierfür jeweils ein 12-stelliges Passwort, rüste es mit „x“ Sonderzeichen und Co. auf, fordere alle 3 Monate einen PasswortWechsel an und entferne all Postits in greifbarer Nähe … Schon ist das Passwort-Chaos in Unternehmen vorprogrammiert!“

Es wird zu unsicheren Mitteln gegriffen, die unter dem Radar der IT ablaufen: Aktuellen Statistiken des Marktforschungsunternehmens Ipsos zufolge, merkt sich jeder Zweite sein Passwort selbst und fast jeder Fünfte schreibt es sogar im Klartext auf.

Als Folge greifen Empfehlungen wie ein regelmäßiger Passwort-Wechsel ins Leere, da es Mitarbeitern ohne notwendige Tools und Abläufe überhaupt nicht möglich ist, regelkonform zu handeln. Wenn diese daraufhin ihr Passwort nur leicht abwandeln, um es sich weiterhin merken zu können, wurde das Sicherheitsrisiko nicht umgangen, sondern nur verschlimmert: Diese gängigen Muster kennen auch Hacker und können auf Basis von Algorithmen das neu gesetzte Passwort sogar noch schneller knacken.

Warum Richtlinien trotzdem unabdingbar sind

Richtwerte können sogar kontraproduktiv sein, wenn Hacker diese ausspähen und so wichtige Tipps zum Konstrukt des Passworts erhalten. Dass das BSI deshalb keine präzisen Vorgaben mehr nennt, um Hacker lieber im Dunklen tappen zu lassen, bedeutet allerdings nicht, dass Unternehmen diese intern nicht selbst definieren und in einem Password Management Tool sicher verwalten sollten.

Dazu kommt: Je länger ein Passwort unverändert genutzt wird, desto größer ist die Gefahr einer Kompromittierung. Theoretisch könnten sich bereits Hacker im Unternehmen befinden, die durch das regelmäßige Neusetzen erfolgreich ausgesperrt würden.

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter nicht im Stich!

Die „Berufshacker“ Tim Schughart & Immanuel Bär von ProSec sehen die jüngste Empfehlung des BSI als eine Art Resignation mit positiver Intention: „In unserem Alltag als Pentester müssen wir täglich feststellen, dass keiner unserer Kunden – darunter auch Regierungen – unsere Angriffe zu 100 Prozent detektieren konnte.“ Denn nur die wenigsten würden den Verlust ihrer Logindaten überhaupt bemerken. Prosec und MATESO sehen daher User Awareness Schulungen in Verbindung mit einem Password Manager als essentiell an.

Password Guidelines sind also längst nicht passé, sondern ein notwendiger Schutz – sinnvoll angewandt. Das Abraten vom Passwort-Wechsel trifft deshalb nicht den Kern des Problems und kann sogar dazu führen, dass noch schlechtere Passwörter über einen längeren Zeitraum verwendet werden und Hackern so mehr Zeit geben, sie zu entwenden.

Definieren Sie klare Password Guidelines, die mit einem Password Management System praktisch umgesetzt und überwacht werden können. Dabei sollte das Password Management nie in den Händen von Einzelpersonen liegen, sondern – inklusive Passwort-Wechsel – automatisiert ablaufen. Im besten Fall kennt der eigene Mitarbeiter dabei seine Passwörter nicht einmal und loggt sich via Single-Sign-on automatisch ein!

Thomas Malchar, CEO
Thomas Malchar
CEO, Password Safe
Thomas Malchar ist CEO der im Jahre 2006 gründeten MATESO GmbH. Seine entwickelte Software Password Safe nutzen heute über 10.000 Firmenkunden.

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