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Michael GingeleLaut einer Studie der Analystenfirma Quocirca steht das Thema „Downtime“ zum ersten Mal an oberster Stelle der Agenda von IT-Managern - noch vor Security. Wie lassen sich durch Echtzeit-Risikobewertungen die Auswirkungen von Downtime auf das Business verringern, ein Interview mit Michael Gingele, CTO NetDescribe GmbH.

Durch die Digitalisierung sind Aufgaben und Prozesse im Unternehmen immer mehr von der IT abhängig. Daher wirken sich Ausfallzeiten unmittelbar auf das Geschäftsergebnis aus und der richtige Umgang mit ihnen wird essentiell für Unternehmen: Der Informationsaustausch von Managementdaten zwischen IT- und Business muss gewährleistet sein. Es reicht nicht mehr aus, dass jeder für sich seine Daten betrachtet, vielmehr müssen beide Bereiche zusammen gemanagt werden. Nur wenn Fachbereiche und zentrale IT eine gemeinsame Kommunikationsgrundlage haben, können die Auswirkungen der einzelnen IT-Services auf die Business-Prozesse bewertet werden. Da hierzu alle Daten betrachtet werden müssen, schafft dies automatisch eine Grundlage für Compliance und Risk Management. Die positiven Auswirkungen sind auch direkt im Bereich Security sowie im IT-Ressourcen-Management spürbar, da die IT endlich in ihrer Gesamtheit betrachtet werden kann. 

Wieso ist das Thema Downtime Ihrer Meinung nach jetzt in den Hauptfokus gerückt?

Michael Gingele: Es gibt kein Unternehmen mehr, für das Digitalisierung kein Thema ist. Damit wird die IT spätestens jetzt auch in die Kernprozesse des Unternehmens integriert. Jeder Ausfall in der IT hat unmittelbare Folgen im Business bis eben hin zur Prozessunterbrechung. Darum brauchen Unternehmen ein gesamtes umfassendes Management, das alle IT-Services einschließt, auch über die interne IT hinaus, wie Cloud-Services und andere ausgelagerte IT-Aufgaben.

Denn Downtime in der IT bedeutet Prozessunterbrechung im Business.

Wenn IT und Business nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden können - wie wirkt sich das dann auf die Zusammenarbeit zwischen IT- und Businessabteilungen aus?

Michael Gingele: Heutzutage sind es die Fachbereiche, von denen die Initiative für neue digitale Projekte ausgehen, sie sind näher am Kunden bzw. im Daily Business und wissen daher, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um die Produktion zu optimieren bzw. die Prozesse an neue Bedingungen, wie z.B. aktuelle Kundenerwartungen, anzupassen. Die Umsetzung läuft allerdings über die zentrale IT, darum müssen Kommunikationsschnittstellen zwischen diesen zwei „Welten“ geschaffen werden.

Und was bedeutet das konkret für die Aufgaben der IT-Abteilung?

Michael Gingele: Damit die vom Business angestoßenen Projekte reibungslos funktionieren, sollten diese Maßnahmen immer in Rücksprache mit der IT getroffen werden. Die Fachabteilung weiß sicher, was nötig ist, aber die IT-Abteilung weiß, was möglich ist.

Natürlich bedeutet das auch, dass sich die Aufgaben der IT-Bereiche in diesem Zusammenhang verändern müssen: weg von der bloßen Zurverfügungstellung einer IT-Infrastruktur und hin zu ganzheitlichen IT-Services zur Prozessdurchführung und zu einem gesamten Reporting. Dies schließt natürlich auch die notwendigen IT-Managementsysteme zur Überwachung der Services mit ein.

Welche Anforderungen haben denn die Fachabteilung heute an neue Lösungen?

Michael Gingele: Business Line Manager wollen und müssen jederzeit die Performance ihrer Prozesse sehen können, d.h. sie brauchen Real-Time-Informationen basierend auf ihren individuellen Business-Prozessen, um zu wissen, welche Auswirkungen eine Störung auf ihre Prozesse hat. Es genügt nicht mehr hinterher zu erfahren, was der Root Cause ist. Die Verantwortlichen der Fachbereiche wollen in der Lage sein, eventuelle Ausfälle zu vermeiden und sich Alternativen ausdenken, und zwar bevor es zu Problemen im Prozess kommt.

Wie lässt sich verhindern, dass es zu Prozessstopps kommt?

Michael Gingele: Downtime lässt sich nicht zu 100% verhindern, aber die Auswirkungen können abgemildert werden. Die Service-Qualität von Prozessen hängt von der gesamten IT inklusive Applikationen, Servern, Datenbanken und Netzwerk ab. Das bedeutet, dass sich schon bei rückläufiger Performance der Infrastruktur oder einzelner Applikationen spürbare Verluste ergeben. Für eine Bewertung ist deshalb eine lückenlose Überwachung der Vielzahl von Systemen im Unternehmen zwingend notwendig, denn nur so können die Verantwortlichen frühzeitig alarmiert werden, wenn es Anzeichen gibt, dass der Business-Prozess ins Stocken geraten könnte. Ein proaktives Eingreifen vor möglichen Prozess-Störungen ist nur mit einem hochgradig automatisierten System wie dem Event2Log Process Continuity Enabler möglich.

Wie hilft die NetDescribe diese neuen Herausforderungen zu bewältigen?

Michael Gingele: Mit Event2Log schaffen wir eine Kommunikationsschnittstelle zwischen IT und Business. Der Event2Log Process Continuity Enabler ist in eine Gesamtstrategie eingebettet, um die zentralen Fragestellungen von Compliance, Risk Management und Ressourcen-Management zu beantworten. Dazu integrieren wir Workflows in bestehende Prozesse bzw. reichern vorhandene Systeme mit Echtzeit-Daten an.

Was ist das Besondere an der Lösung der NetDescribe?

Michael Gingele: Unsere Lösung ermöglicht es, die Auswirkungen der IT-Services auf die Performance der Business-Prozesse in Echtzeit zu bewerten. Die klassische IT-Bewertung erfolgt auf Basis von KPIs, die in der Regel IT-Services beschreiben, z.B. die Performance von Schnittstellen. Dies bildet die Grundlage für die Bewertung von einzelnen IT-Silos. Bei unserer Vorgehensweise kombinieren wir einzelnen KPIs mit Prozessketten, so dass die Performance von Business-Prozessen dargestellt werden kann. Durch die Verbindung von IT- und Business-KPIs wird die Bewertung der SLAs (Service Level Agreements) in Echtzeit möglich und Prozess-Verantwortliche bekommen bei Prozess-Beeinträchtigungen sofort intelligente Warnungen: Nicht nur was passiert, sondern auch warum. Zum ersten Mal werden bei Abweichungen gleichzeitig IT- und Fachbereiche alarmiert. Automatische Warnungen bei Zeitüberschreitungen innerhalb von Prozessschritten stellen darauffolgende Aktionen sicher. So steuern Prozessverantwortliche mit Hilfe einer dynamischen Darstellung ihre Prozesse wesentlich effizienter. Zusätzlich dazu ist die Überwachung dynamischer Prozesse möglich, und zwar Dank der genauen Verfolgung des Durchlaufs einzelner Elemente durch den Gesamtprozess. Durch die Messung des Prozessdurchlaufs einer einzelnen Transaktion können wir Monitoring-Lücken in den Prozessen schließen. Interessant ist auch, dass sogar nicht IT-abhängige Prozessschritte in die Gesamtbewertung einfließen können. Wichtig ist uns, dass die Messwerte aus den bereits im Unternehmen vorhandenen Systemen kommen und unsere Kunden ihre vorhandenen Werkzeuge weiter nutzen können. Denn uns geht es nicht darum, neue Silos zu schaffen, sondern hochgradig automatisiert in bestehende Lösungen zu integrieren.

Herrn Gingele, wir bedanken uns für das interessante Gespräch.