Wissensaustausch am hybriden Arbeitsplatz

Lockdown, Homeoffice, hybride Arbeitsmodelle: Die meisten Unternehmen sind mittlerweile im „neuen Normal“ angekommen. Was das für den Wissensaustausch und die Personalentwicklung in Unternehmen bedeutet, erläutert im Folgenden Anton Bollen, Customer & Market Strategist Europe bei TechSmith.

„In den letzten beiden Jahren hat sich die Zusammenarbeit und Kommunikation unter Angestellten schwerpunktmäßig in den digitalen Raum verlagert. Kollaborationsplattformen erleichtern die Zusammenarbeit auf Distanz. Doch nicht alle Unternehmen haben hier genug getan: Laut einer Studie von Sharp Business Systems wünschen sich 40 Prozent der Büroangestellten von ihrem Arbeitgeber mehr Austausch und Schulungsangebote, um sich auch aus der Ferne neues Wissen und Fähigkeiten aneignen zu können. Hier zeichnen sich drei Trends ab, die den Wissensaustausch unter Kolleg:innen im kommenden Jahr besonders stark prägen werden. Unternehmen müssen sich entsprechend darauf einstellen:

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1. Upskilling: Neue Kompetenzen für die hybride Arbeitswelt

Upskilling im engeren Sinne zielt darauf ab, neue Kompetenzen innerhalb der aktuellen oder einer ähnlichen Rolle zu entwickeln. Mit dem pandemiebedingten Digitalisierungsschub ist dieses Thema vor allem im Büroumfeld in den vergangenen Monaten noch wichtiger geworden. Neue Arbeitsweisen und neue Technologien erfordern neue Fähigkeiten und Kenntnisse, die sich die Mitarbeitenden nach und nach aneignen müssen. Dabei geht es nicht nur um den versierten Umgang mit digitalen Technologien für ein effizientes, virtuelles Arbeiten, sondern auch um das Selbst-Management von Aufgaben und die Selbst-Fürsorge im Homeoffice.

Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Kompetenzlücken in diesen Bereichen bei ihren Angestellten abzufragen und sie mit niedrigschwelligen, pragmatischen Angeboten zu unterstützen. Dazu zählen beispielsweise regelmäßige kurze Lerneinheiten zu bestimmten Themen ebenso wie der moderierte, informelle Austausch über Kollaborationsplattformen, digitale Anleitungen, Videotutorials und Materialsammlungen, eingerichtet an zentraler Stelle als „Lernbibliothek“.

2. Peer-to-Peer-Learning: Mitarbeitende aktiv einbinden

Schon immer haben Mitarbeitende ihr Wissen im Arbeitsalltag untereinander ausgetauscht, sich bei Fragen gegenseitig über die Schulter geblickt und auf diese Weise voneinander gelernt. Damit dieser Austausch auch digital so gut wie möglich aufrechterhalten werden kann, müssen Unternehmen eine neue Lernkultur etablieren, in der Mitarbeitende noch stärker als bisher eingebunden und dazu ermutigt werden, ihr eigenes Fachwissen in remote-tauglicher Weise mit Kolleg:innen zu teilen – beispielsweise durch eigens erstellte Anleitungen oder Videoclips.

Damit dies möglich wird, benötigen sie Zugang zu unkomplizierten Kollaborationsplattformen ebenso wie zu visuellen Werkzeugen und Hilfsmitteln, mit denen sich das eigene Wissen am Bildschirm leicht erfassen und teilen lässt. Darüber hinaus sind klare Vorgaben und Beispiele zur Gestaltung hilfreich, um auch „Neulingen“ in dem Bereich den Anfang zu erleichtern.

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3. Der neue Pragmatismus: Informelle Videos

Die Beliebtheit von Lernvideos im beruflichen Umfeld hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Neu ist, dass im Zuge von hybriden Arbeitsmodellen zunehmend die Mitarbeitenden selbst zu Produzenten von Lernvideos werden, indem sie beispielsweise Arbeitsschritte zur Installation einer Software am eigenen Bildschirm durchführen und mithilfe einer einfachen Videoaufzeichnung die Anleitung ihren Kolleg:innen zur Verfügung stellen.

Informelle Videos eignen sich auch, um das Team auf ein neues Projekt einzustimmen oder wichtige Neuerungen zu vermitteln. Solche Videos bestehen dabei oft aus einer einfachen Aufzeichnung einer Präsentation, zusammen mit dem Bild der oder des Sprechenden in der Kamera. Die persönliche Komponente in einem solchen Video erhöht das Engagement der Zuschauenden. Und: Im Gegensatz zu einer E-Mail vermag ein Video virtuelle Nähe und Verbundenheit zu erzeugen, was in Zeiten von Remote Work ein echter Mehrwert ist.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Arbeitgeber:innen in diesem Jahr noch stärker als bisher eine integrative Lernkultur im eigenen Unternehmen etablieren und fördern müssen: Es gilt, den Austausch und das voneinander Lernen unter Kolleg:innen auch auf Distanz aufrecht zu erhalten und weiter zu verbessern. Neben der Aneignung neuer beruflicher Kompetenzen geht es dabei noch stärker als bisher um das soziale Miteinander und ein Gefühl des Eingebundenseins, was sich langfristig auch auf die Motivation und die Produktivität jeder und jedes Einzelnen auswirkt.

Die Kombination verschiedener Lernformate, die teilweise auch von den Mitarbeitenden selbst erstellt oder moderiert werden, ergeben ein integratives Lernumfeld, in dem sich formales und informelles Training ergänzen und das den Bedürfnissen der Angestellten im Homeoffice entgegenkommt.“

www.techsmith.de

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