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Home Office

Technologie-Prognosen sagten schon seit Mitte des 20. Jahrhunderts vorher, dass der Arbeitsplatz „von morgen“ von Telearbeit geprägt sein wird. Doch nur langsam, erst im letzten Jahrzehnt, gaben Fortschritte im Cloud Computing, bei Video-Tools und im mobilen Internet den Startschuss, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Und das eigentlich auch nur für einen kleinen Teil der Belegschaft, sieht man von großen, global vernetzten Unternehmen ab. Doch die Corona-Pandemie hat mit einem Schlag weite Teile der Arbeitswelt in ein neues Dasein katapultiert, in der sie gezwungen waren, die extremste Form der Telearbeit anzunehmen: die verteilte Team-Arbeit. Und hier handelt es sich fürwahr nicht um dasselbe wie „Fernarbeit“. Diese bedeutet schließlich, dass es immer noch ein zentrales, funktionierendes Büro gibt, von dem man nur physisch distanziert arbeitet. Nein, verteiltes Arbeiten ist ein Modell, bei dem die gesamte Belegschaft eines Unternehmens als geografisch verteiltes Netzwerk remote arbeitet.

Die schwierige Zeit, die wir hinter uns haben, hat doch für viele Unternehmen die Erkenntnis gebracht, dass es für eine größere Gruppe von Menschen möglich ist, aus der Ferne zu arbeiten - und zwar effektiver, als die meisten von uns bisher dachten. Laut einer Umfrage des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation (bidt) wünschen sich rund 68 % der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für eine Zeit nach der Krise mehr Homeoffice als vorher.

1. Vertrauensturbo zünden

Vertrauen ist alles, aber ohne Vertrauen ist alles nichts. Dieses Kredo hat sich vor, mitten und nun nach der ersten Corona-Welle bewährt. Geordnet synchron zu arbeiten - von welchem Ort aus auch immer - setzt eine Kultur des Vertrauens voraus. Jedes Unternehmen sollte versuchen, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Freiheit beim Einsatz von Tools und ebenso im Verhältnis von eigenständiger Remote-Arbeit versus Arbeit an einem festen Unternehmensarbeitsplatz neu zu definieren. Schließlich ist heute jedem Wissensarbeiter bewusst: Arbeit ist nicht das, was man durch Anwesenheit sehen und überprüfen kann! 

Dabei ist völlig klar, dass nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen herrscht - auch beim verteilten Arbeiten nicht. Im Gegenteil, dabei ist es noch schwerer, schwierige Gespräche zu meistern. Denn neben dem Tonfall der Stimme kann vor allem Körpersprache Kritik in eine konstruktive Kraft verwandeln. Bei der verteilten Zusammenarbeit wird der Großteil der Kommunikation jedoch schriftlich geführt. Nichtsdestotrotz gibt es Meinungsverschiedenheiten. Oft hilft es Remote Teams, sich auf einen bestimmten Emoji oder ein Code-Wort zu einigen, das auf ein schlechtes Gefühl bei einem Projekt, einen beginnenden Streit oder eine zu harte Konversation hinweist. Dieser Code hilft ungemein, Dinge nicht in den falschen Hals zu bekommen. 

2. Sich synchen auch in Asynchronität

Es gibt zwei Arten der Kommunikation: Die synchrone Kommunikation, wenn Menschen zur gleichen Zeit miteinander sprechen (z.B. bei einem Zoom-Anruf) und es gibt die asynchrone Kommunikation, d.h. Gespräche verlaufen zeitlich getrennt. Asynchrone Kommunikation hat den Vorteil, dass die Menschen ihren Arbeitstag so gestalten können, wie sie ihn selbst am effektivsten halten möchten. Auf einige Fragen gewährleistet asynchrone Kommunikation auch die besser durchdachten Antworten und sie hilft allemal, von Zeitzonen verursachte Probleme zu meistern. Wichtig ist hier nun die Auswahl der „richtigen Software“ für verteiltes Arbeiten. 

Richtig ist in meinen Augen, was sich demokratisch unter den Mitarbeitern als bestes Tool bewährt hat. Simon Brunke, CEO unseres Kundenunternehmens Exporo, hat das so ausgedrückt: „Ein Tool ist nur so gut wie die User, die es wirklich aktiv nutzen.“ Diesen Beweis führt in seinem Unternehmen beispielsweise Dropbox Paper, dessen Einführung bei Exporo von einem Mitarbeiter lanciert wurde und das sich nach einer kurzen Demo wie ein Lauffeuer in der Firma verbreitete. Paper ist ein Kollaborationstool, das sowohl synchrones, als auch asynchrones Arbeiten (global) verteilter Teams ermöglicht. Wird ein digitales Werkzeug organisch von den Mitarbeitern verwendet, weil sie direkten Nutzen für ihre tägliche Arbeit sehen, übernehmen sie selbst Verantwortung für die ausgewählten Tools, wie eine Art technologische Patenschaft. Gerade in Krisenzeiten unterstützen für die jeweiligen Teams richtigen Tools sie dabei, miteinander in Kontakt zu bleiben und den Teamgedanken weiter zu leben.

3. Stechuhr verabschieden

Sehen und gesehen werden ist die Hauptsache? Von wegen! Manch ein Manager mag sich während der Homeoffice-Zeit in der Pandemie gefragt haben, ob seine Teammitglieder zuhause tatsächlich gearbeitet haben. Doch anstatt zu untersuchen, wie lange jemand schon im Büro bzw. online ist, gibt es auch die Möglichkeit, unsere überholten Vorstellungen von Produktivität zu überdenken und zu einer ergebnisorientierten Arbeitsweise überzugehen. Unsere Fragen heute sollten sein: Was ist erreicht worden? Wie bringen uns die heutigen Aufgaben unseren Zielen näher?

Sobald die Leistung auf der Grundlage von tatsächlichen Resultaten statt der Anwesenheitszeiten bewertet wird, können Hierarchien oder auch die Ungleichbehandlung der Geschlechter aufgebrochen werden. Verabschieden wir uns also von der Präsenzkultur und heißen das Ergebnis willkommen! Damit dies geschehen kann, müssen Führungspersönlichkeiten sich die Auswirkungen der Fernarbeit auf jedes Individuum ansehen. Denn obwohl sich der Arbeitsmarkt aktuell in einem starken Umbruch befindet, kann es sich kein Unternehmen leisten, gerade jetzt auf gut ausgebildete Mitarbeiter zu verzichten. Der größte Katalysator des Wandels zur neuen Normalität ist die Art und Weise, wie das Management sich verhält und täglich Entscheidungen trifft und wie sich diese im Feedback ihrer Teams widerspiegeln. Bleiben Sie also weiterhin menschlich am Ball!

Andrea Trapp, Head of Business
Andrea Trapp
Head of Business, Dropbox

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