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Unternehmensgründung

Ein Interview mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Timo Seggelmann zum MBO in Zeiten von Corona. Unter anderem geht es darum, sich mit Optimismus, Kreativität und Agilität schnell auf die veränderte Marktsituation einzustellen.

Herr Seggelmann, Ende Mai haben Sie gemeinsam mit Ihrem Geschäftspartner Ludger Ahlers das Software-Unternehmen SALT AND PEPPER Software im Rahmen eines MBO übernommen und nun in die zwei neu gegründeten Unternehmen Halocline und slashwhy überführt. Was ist der Hintergrund und was machen diese beiden Unternehmen genau?

Timo Seggelmann: In beiden Unternehmen entwickeln wir Software. Allerdings haben wir im Rahmen einer sogenannten Realteilung die bisherigen Geschäftsbereiche „Produktentwicklung“ und „Individualentwicklung“ getrennt.

Mit der Halocline GmbH & Co. KG fokussieren wir uns auf die Entwicklung von Virtual Reality (VR) Software-Produkten für die Industrie. Wir sehen in den bestehenden Produkten Boxplan und Forestage ein großes Potenzial – auch international – und haben weitere Ideen, wie Industrieunternehmen VR, beziehungsweise XR, gewinnbringend einsetzen können. Wir erleben gerade, dass die Möglichkeit der virtuellen Planung von Montage- und Produktionsarbeitsplätzen in der aktuellen Pandemie-Situation für viele Kunden ein Game Changer sein kann. Mit einem Team von 34 Kolleginnen und Kollegen ist Halocline in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa, eines der stärksten Start-Ups im Bereich von VR-Entwicklung für die Industrie. Wir haben ambitionierte Ziele mit Halocline, weswegen wir uns entschieden haben, eine eigene Marke aufzubauen.

slashwhy GmbH & Co. KG ist hingegen der neue Partner im Bereich der Individualentwicklung. Unsere Vision ist es, technologisch exzellente Software zu entwickeln, mit der wir echte Mehrwerte für Menschen schaffen. Wir wollen Software entwickeln, die einen spürbaren Nutzen für den Anwender und einen messbaren Nutzen für unseren Auftraggeber erzeugt. Daher beraten und begleiten wir unsere Kunden auf Basis agiler Methoden bereits konzeptionell in frühen Phasen der Entwicklung digitaler Produkte und Geschäftsmodelle bis hin zur Realisierung maßgeschneiderter Lösungen. Unser Portfolio umfasst die Entwicklung von Applikationssoftware für Mobile, Web und Desktop, Embedded Software, Hardware und Lösungen in den Bereichen IoT, Cloud, Machine Learning, Virtual und Augmented Reality (VR/AR) sowie UI/UX Design.

Und wofür stehen die beiden Namen „slashwhy“ und „Halocline“? Gibt es da eine tiefere Bedeutung?

Timo Seggelmann: Ich bin ein großer Fan von Simon Sinek und dem Modell des Golden Circle. Dabei geht es darum, bei allem, was man tut, immer zuerst die Frage nach dem „Why“ zu stellen – also nach dem „Warum“, nach dem Sinn dessen, was man tut. Diese Denkweise ist mir in den letzten Jahren in Fleisch und Blut übergegangen und auch das Team weiß: wenn jemand mit einer Idee oder einem Konzept kommt, dass meine erste Frage lautet: Why? Wir fragen auch unsere Kunden vor Projektstart nach ihrer „Reason Why“ und challengen so das Konzept. Man könnte also sagen: Das „Why“ ist Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie.

Der „Slash“ wiederum ist ein gebräuchliches Zeichen in der Mathematik und somit auch in der Welt der Informatik. Es ist vor allem aber auch ein Symbol, welches verwendet wird, um Dinge in Beziehung zueinander zu setzen. Wir haben uns für dieses Symbol entschieden, um ausdrücken, dass wir Software und Menschen miteinander in Beziehung setzen.

Auf den Namen Halocline bin ich beim Tauchen gekommen. Der Begriff Halocline bezeichnet die Übergangszone zwischen Wasserschichten unterschiedlichen Salzgehalts. Es handelt sich sozusagen um eine Schicht, die eine „Welt“ mit einer anderen „Welt“ verbindet. Bei Halocline verbinden wir die reale Welt mit der virtuellen Welt. Unsere Produkte sind wie eine Salzgehaltsgrenzschicht: Sie lassen Grenzen verschwimmen. Dort, wo die virtuelle auf die echte Welt trifft. Da, wo die menschliche Vorstellungskraft nicht mehr ausreicht und das räumliche Erleben dank der digitalen Datenverarbeitung zu einer virtuellen Realität wird. Genau hier, in dieser Schicht zwischen süß und salzig, steckt unser Potenzial. Mit Virtual Reality lösen wir Grenzen auf und machen Ideen und Prozesse fassbar.

Sie haben eben die aktuelle Pandemie-Situation erwähnt. Durch die Corona-Pandemie sind trotz staatlicher Hilfen Hunderttausende Unternehmen von Insolvenz bedroht, seit Anfang März 2020 waren oder sind in Deutschland mehr als 10 Millionen Angestellte in die Kurzarbeit, Wirtschaftsexperten prognostizieren die größte Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg – in Deutschland und weltweit. Woher nehmen Sie Ihren Optimismus, gerade in dieser Situation zwei Unternehmen zu gründen?

Timo Seggelmann: Der MBO war schon lange vor dem Auftreten der ersten Covid-19-Fälle geplant und wir haben uns bewusst entschieden, an unseren Planungen festzuhalten. Ich bin der Meinung, dass gerade jetzt Unternehmer gebraucht werden, die Mut haben und Verantwortung übernehmen. Optimismus ist natürlich wichtig, was aber auch wichtig ist, sind Kreativität und Agilität; dass man Ideen hat und es schafft, sich schnell auf die sich veränderte Marktsituation einzustellen. Und darin sind wir bei slashwhy und Halocline richtig stark! Das agile Mindset und das kreative Potential des gesamten Teams sind zwei unserer wichtigsten Assets.

Mit der Pandemie hat niemand gerechnet und sicherlich ist die gesamtwirtschaftliche Situation derzeit anders, als wir sie uns für den Start mit den beiden neuen Firmen gewünscht hätten. Wir sind jedoch absolut überzeugt: Digitale Technologien und Lösungen gewinnen gerade in der Krise noch stärker an Bedeutung und wir glauben, dass dieser Trend anhalten wird. Für die gesamte IT-Branche und speziell für unsere Unternehmen blicken wir daher tatsächlich optimistisch in die Zukunft: Wir werden mit slashwhy und Halocline anderen Unternehmen helfen, ihre Chancen mit neuen digitalen Lösungen und Geschäftsmodellen jetzt zu nutzen, und so gemeinsam gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Bei uns stehen die Zeichen daher auch aktuell auf Wachstum und wir suchen an beiden Standorten in Osnabrück und Hamburg engagierte Talente, die unser agiles Mindset teilen und Lust haben bei slashwhy oder Halocline die digitale Zukunft mitzugestalten.

Vielen Dank für das Gespräch!

Timo Seggelmann, Geschäftsführer
Timo Seggelmann
Geschäftsführer, slashwhy

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