Der Private Cloud Outlook 2026 von Broadcom zeigt eine Trendwende: Unternehmen verlagern KI-Workloads wegen hoher Kosten vermehrt aus der Public Cloud.
Der von Broadcom veröffentlichte Bericht Private Cloud Outlook 2026 dokumentiert eine Verschiebung bei der Bereitstellung von künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Der produktive Betrieb von KI-Anwendungen verlässt zunehmend die Testphase und wird in private Infrastrukturen verlagert. Aktuell betreiben 56 Prozent der befragten Unternehmen ihre KI-Inferenz im Produktivbetrieb in einer Private Cloud oder planen diesen Schritt.
Im Gegensatz dazu sank die Nutzung der Public Cloud für diese spezifischen Workloads im globalen Durchschnitt um 15 Prozentpunkte von 56 auf 41 Prozent. In Deutschland fällt dieser Trend noch deutlicher aus: Hier ging die Public-Cloud-Nutzung für produktive KI-Inferenz im Jahresvergleich um 24 Prozentpunkte auf 32 Prozent zurück. Die strategische Neuausrichtung wird im Wesentlichen durch die Faktoren Kosten, Komplexität und mangelnde Kontrollmöglichkeiten in Public-Cloud-Umgebungen angetrieben.
Budgetverschwendung und Rückverlagerung aus Kostengründen
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Public Cloud geraten bei der Skalierung von KI-Projekten unter Druck. Finanzielle Aspekte haben laut der Untersuchung die Sicherheit als größte Herausforderung bei der Public-Cloud-Nutzung abgelöst. In Deutschland gehen 99 Prozent der IT-Führungskräfte davon aus, dass ein Teil ihrer Public-Cloud-Ausgaben ungenutzt bleibt. Davon schätzen 47 Prozent die finanzielle Verschwendung auf mehr als 25 Prozent des gesamten Public-Cloud-Budgets.
Aufgrund dieser Entwicklung ziehen 81 Prozent der deutschen Unternehmen eine Rückverlagerung von Workloads in die Private Cloud in Betracht, während 44 Prozent diesen Prozess bereits vollzogen haben. Für 39 Prozent der Befragten stellt Kostentransparenz den zweitwichtigsten Treiber für die Rückverlagerung dar. Infolgedessen steigen die geplanten Investitionen in Private-Cloud-Infrastrukturen derzeit doppelt so schnell wie die Ausgaben für öffentliche Cloud-Angebote. Für 61 Prozent der deutschen IT-Entscheider hat der Aufbau neuer Workloads in der Private Cloud Priorität.
Datensouveränität als vorrangiger geopolitischer Faktor
Neben wirtschaftlichen Erwägungen beeinflussen geopolitische Entwicklungen zunehmend die digitale Infrastruktur. Vier von fünf der weltweit befragten IT-Leiter geben an, dass Geopolitik direkten Einfluss auf ihre IT-Strategie nimmt. Auf dem deutschen Markt haben Anforderungen an Datensouveränität und Datenresidenz mit 59 Prozent erstmals die länderspezifische Compliance mit 52 Prozent als wichtigsten geopolitischen Faktor abgelöst. Dieser Trend wird besonders von stark regulierten Branchen wie dem Finanzsektor, dem öffentlichen Dienst sowie dem Gesundheitswesen getrieben, um die Hoheit über sensible Datenbestände im großflächigen KI-Betrieb zu wahren.
„Wenn Unternehmen von Pilotprojekten dazu übergehen, KI im Produktionsmaßstab einzusetzen, steigen Infrastruktur- und Betriebskosten sprunghaft an, Sicherheitslücken treten zutage und die Komplexität nimmt weiter zu. Die Studie zeigt klar: Unternehmen bevorzugen für produktive KI zunehmend die Private Cloud.“
Prashanth Shenoy, Vice President of Marketing der VMware Cloud Foundation Division bei Broadcom
(Broadcom/red)