Zwischen Technikbegeisterung und Kontrollverlust

Künstliche Intelligenz entwickelt keine Übermacht

KI-Leadership

Kaum eine Technologie wird derzeit so intensiv diskutiert wie Künstliche Intelligenz. Während manche sie als nächsten großen Fortschritt feiern, warnen andere vor Kontrollverlust und existenziellen Risiken.

Forscher des Georgia Institute of Technology halten diese Zuspitzung für überzogen und plädieren für eine nüchternere Einordnung der tatsächlichen Fähigkeiten heutiger KI-Systeme (via Pressetext).

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Warum KI keine apokalyptische Bedrohung ist

Der Informationswissenschaftler Milton Mueller, der sich seit Jahrzehnten mit Technologiepolitik befasst, hat untersucht, ob KI tatsächlich eine Gefahr für die Menschheit darstellt. Sein Fazit fällt deutlich aus: Trotz rasanter technischer Fortschritte gebe es keine belastbaren Hinweise darauf, dass KI-Systeme eigenständig handeln oder sich menschlicher Kontrolle entziehen könnten. Die Vorstellung einer unaufhaltsamen, selbstbestimmten Maschine entspringe eher kulturellen Ängsten als technologischer Realität.

Moderne KI ist unbestritten extrem effizient, wenn es um Berechnungen, Mustererkennung oder die Verarbeitung großer Datenmengen geht. Daraus werde jedoch häufig vorschnell auf Kreativität, Urteilsvermögen oder Problemlösungskompetenz geschlossen. Nach Einschätzung der Forscher sind diese Fähigkeiten weiterhin an menschliche Zielvorgaben, Trainingsdaten und Rahmenbedingungen gebunden. KI handelt nicht aus eigenem Antrieb, sondern folgt immer einer vorgegebenen Ausrichtung.

Fehlverhalten ist kein Eigenwille

Wenn KI-Systeme unerwartete oder problematische Ergebnisse liefern, liege das meist an widersprüchlichen Vorgaben oder an Lücken im Training. Solche Effekte seien kein Zeichen von Autonomie, sondern Ausdruck technischer Grenzen. Der entscheidende Punkt: Diese Systeme lassen sich anpassen, korrigieren oder neu trainieren. Ein irreversibler Kontrollverlust sei nach heutigem Stand nicht erkennbar.

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Der eigentliche Handlungsbedarf liegt woanders

Statt sich auf hypothetische Untergangsszenarien zu konzentrieren, empfehlen die Forscher einen anderen Fokus: den gesellschaftlichen Umgang mit KI. Die zentrale Herausforderung bestehe darin, klare, anwendungsbezogene Regeln zu entwickeln, die sicherstellen, dass KI im Einklang mit menschlichen Werten eingesetzt wird. Regulierung, Transparenz und Verantwortlichkeit seien dabei wichtiger als die Angst vor einer technologischen Übermacht.

Die Studie macht deutlich, dass KI weder Heilsbringer noch Bedrohung per se ist. Entscheidend ist, wie Menschen diese Technologie gestalten, einsetzen und einordnen. Eine historisch und gesellschaftlich informierte Debatte könne helfen, Erwartungen zu korrigieren und reale Risiken von spekulativen Ängsten zu trennen.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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