Abrechnung von KI-Datenverkehr

Cloudflare ermöglicht KI-Agenten Website-Deployments ohne menschliche Logins

Cloudflare
Bildquelle: Poetra.RH/Shutterstock.com

Cloudflare ermöglicht KI-Agenten die Bereitstellung von Webprojekten über temporäre Konten. AWS führt zeitgleich Krypto-Zahlungen für KI-Systeme ein.

Der Cloud-Computing-Dienstleister Cloudflare hat eine Funktion zur Erstellung temporärer Konten freigeschaltet, die speziell für autonome KI-Agenten konzipiert ist. Die Neuerung erlaubt es den Software-Agenten, Webseiten, Programmierschnittstellen (APIs) und andere Dienste eigenständig bereitzustellen, ohne dafür vorab herkömmliche Registrierungsprozesse durchlaufen zu müssen. Bislang stießen automatisierte Systeme bei der Bereitstellung von Software-Projekten auf Barrieren, die für menschliche Interaktionen entwickelt wurden. Dazu zählen browserbasierte OAuth-Abfragen, grafische Dashboards, das manuelle Kopieren von API-Tokens oder Aufforderungen zur Multi-Faktor-Authentifizierung.

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Über das Kommandozeilenwerkzeug Wrangler und den spezifischen Befehlsparameter –temporary können KI-Agenten nun direkt ein temporäres Vorschaukonto anfordern. Cloudflare stellt daraufhin ein flüchtiges Konto sowie ein API-Token bereit. Diese Testumgebung bleibt für exakt 60 Minuten aktiv. Innerhalb dieses Zeitfensters kann das System die Funktionalität des geschriebenen Codes überprüfen oder Änderungen einspielen. Zudem generiert das System eine Bestätigungsadresse. Über diesen Link kann ein menschlicher Entwickler das temporäre Konto innerhalb der Stunde in ein dauerhaftes Cloudflare-Konto umwandeln. Erfolgt kein Zugriff, werden die Daten nach Ablauf der Frist automatisch gelöscht. Zu den Auswirkungen solcher Hürden auf die unterschiedlichen KI-Systeme äußerte sich das Unternehmen:

„Für einen interaktiven Copiloten, der neben einem Entwickler sitzt, ist das ärgerlich. Für einen Hintergrund-Agenten ist es ein absoluter Stopp.“

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Abrechnung von KI-Datenverkehr über den HTTP-Statuscode 402

Parallel zu den Entwicklungen bei Cloudflare treiben Amazon Web Services und die Kryptobörse Coinbase die kommerzielle Integration von KI-Agenten voran. Im Rahmen einer Kooperation wurde das Protokoll x402 in die Dienste AWS CloudFront und die Web Application Firewall einbezogen. Das quelloffene Protokoll reaktiviert den seit den Anfängen des Internets bestehenden, aber ungenutzten HTTP-Statuscode 402 für erforderliche Zahlungen (Payment Required) und wandelt ihn in eine maschinenlesbare Abrechnungsmethode um.

Webseiten-Betreiber und API-Anbieter können hierdurch automatisierten Datenverkehr von KI-Bots direkt monetarisieren, anstatt die Zugriffe pauschal zu blockieren. Sobald ein KI-Agent eine geschützte Ressource oder ein Dokument anfordert, gibt der AWS-Server eine HTTP-402-Meldung zurück, die die genauen Kosten und Zahlungsbedingungen enthält.

Der Agent wertet die Preiskalkulation aus, autorisiert eine transaktionsbasierte Zahlung im Stablecoin USDC über Blockchains wie Base oder Solana und reicht die Zahlungsbestätigung ein. Der gesamte Vorgang von der Anfrage bis zur Auslieferung des Inhalts wird innerhalb eines einzigen Abfragezyklus abgewickelt. Eine Unterstützung für Zahlungen in der Kryptowährung Bitcoin ist in dem Protokoll nicht implementiert.

(red)

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