Umfrage

Digitale Souveränität: Staat soll Übernahmen stärker prüfen

Datenschutz, Data Security Posture Management, DSPM

Die Frage, wem zentrale Unternehmen der deutschen Wirtschaft gehören, gewinnt angesichts geopolitischer Spannungen zunehmend an Bedeutung.

Eine aktuelle Bevölkerungsumfrage von Bitkom zeigt, dass ein großer Teil der Menschen in Deutschland es kritisch sieht, wenn Schlüsselunternehmen unter die Kontrolle von Investoren außerhalb der Europäischen Union geraten. Dabei geht es nicht nur um Eigentumsverhältnisse, sondern auch um den Zugriff auf Technologien, Daten und strategisch wichtige Wertschöpfungsketten.

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Mehrheit für staatliches Eingreifen bei Übernahmen

Knapp vier von fünf Befragten sprechen sich dafür aus, dass der Staat Übernahmen bedeutender deutscher Unternehmen durch Nicht-EU-Investoren verhindern sollte. Diese Haltung ist besonders ausgeprägt bei Investoren aus bestimmten Ländern. Vor allem Übernahmen durch russische und chinesische Akteure werden mehrheitlich abgelehnt. Auch Investoren aus einigen Golfstaaten stoßen auf Skepsis, während Beteiligungen aus den USA oder Japan deutlich weniger kritisch bewertet werden. Ein generelles Verbot aller ausländischen Übernahmen findet hingegen kaum Unterstützung.

Differenzierte Sicht auf ausländische Investitionen

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Ablehnung nicht pauschal gegenüber ausländischem Kapital besteht. Vielmehr unterscheiden die Befragten stark nach Herkunft der Investoren. Während einige Staaten als sicherheits- oder geopolitisch problematisch wahrgenommen werden, genießen andere ein höheres Maß an Vertrauen. Dies spricht für ein differenziertes Verständnis von wirtschaftlicher Offenheit und nationaler Vorsorge.

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Souveränität als strategisches Ziel

Aus Sicht des Digitalverbands Bitkom, der die Umfrage in Auftrag gegeben hat, ist wirtschaftliche und technologische Souveränität eng mit der Kontrolle über Schlüsselunternehmen verbunden. Investitionen aus dem Ausland bleiben grundsätzlich wichtig für den Standort Deutschland, sollten jedoch dort geprüft und begrenzt werden, wo Risiken für Sicherheit, Resilienz oder technologische Unabhängigkeit entstehen. Ziel ist es, Abhängigkeiten zu reduzieren, ohne sich vom internationalen Wettbewerb abzuschotten.

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Viele Menschen in Deutschland erwarten eine aktive Rolle des Staates, wenn es um den Schutz strategisch wichtiger Unternehmen geht. Gleichzeitig besteht ein breiter Konsens dafür, offene Märkte und internationale Investitionen nicht grundsätzlich infrage zu stellen. Die Herausforderung liegt darin, wirtschaftliche Offenheit mit dem Schutz zentraler Interessen in Einklang zu bringen.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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